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<channel><title><![CDATA[M. A. Karjalainen - Route 55]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55]]></link><description><![CDATA[Route 55]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2026 01:28:08 +0200</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[Tag #365 - the last entry on my Route 55]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-365-the-last-entry-on-my-route-55]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-365-the-last-entry-on-my-route-55#comments]]></comments><pubDate>Mon, 22 Feb 2021 22:30:05 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-365-the-last-entry-on-my-route-55</guid><description><![CDATA[Ein Jahr ist ins Land gezogen. Es ist 22 Uhr 33 an diesem 22.2.2021. Vor einem Jahr &ndash; einem Samstag &ndash; sa&szlig; ich im Kreis von lieben Freund*innen und meiner Familie (Frau, j&uuml;ngster Sohn und j&uuml;ngere Tochter), um den Auftakt ins 55. Lebensjahr zu feiern. Um 23 Uhr (MEZ) stie&szlig;en wir erstmals auf diesen neuen Lebensabschnitt an, denn zu dieser Stunde wechselt in Finnland (OEZ) bereits der Tag. Und eine Stunde sp&auml;ter hoben wir nochmals die Gl&auml;ser, um meinen Ge [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph">Ein Jahr ist ins Land gezogen. Es ist 22 Uhr 33 an diesem 22.2.2021. Vor einem Jahr &ndash; einem Samstag &ndash; sa&szlig; ich im Kreis von lieben Freund*innen und meiner Familie (Frau, j&uuml;ngster Sohn und j&uuml;ngere Tochter), um den Auftakt ins 55. Lebensjahr zu feiern. Um 23 Uhr (MEZ) stie&szlig;en wir erstmals auf diesen neuen Lebensabschnitt an, denn zu dieser Stunde wechselt in Finnland (OEZ) bereits der Tag. Und eine Stunde sp&auml;ter hoben wir nochmals die Gl&auml;ser, um meinen Geburtstag auch in &Ouml;sterreich zu beginnen. Meine Geburtsstunde liegt ja nochmals 19 Stunden und 21 Minuten von Mitternacht entfernt, sie ist meist eine stille Stunde (au&szlig;er das Fest f&auml;llt auf einen Wochenendtag und kann in Gemeinschaft gefeiert werden, so wie im Jahr zuvor).<br /><br /><span style="font-weight:normal">F&uuml;r den</span><span style="font-weight:normal"> Vorabend meines Jahrestages </span><span style="font-weight:normal">hatte ich nach all den Tagen und Wochen, in denen ich mich haupts&auml;chlich mit Diskussions- und Informationsstreams oder Sachb&uuml;chern </span><span style="font-weight:normal">und nat&uuml;rlich Fu&szlig;ball </span><span style="font-weight:normal">besch&auml;ftigt hatte (genauer gesagt seit dem 25. Dezember des Vorjahres </span><span style="font-weight:normal">mit Ausnahme von &bdquo;Bruder Sonne, Schwester Mond&ldquo;, &bdquo;Ghostbusters&ldquo;, &bdquo;Christopher Robin&ldquo; und einer wirklich sehenswerten weil zeitgem&auml;&szlig;en Folge von &bdquo;Wilsberg&ldquo; mit dem Titel &bdquo;</span><span style="font-weight:normal">&Uuml;berwachen und belohnen&ldquo;, einer Anlehnung an Foucaults &bdquo;&Uuml;berwachen und bestrafen&ldquo;</span><span style="font-weight:normal">) Lust auf einen richtig feinen Film, bei dem es auch etwas zu lachen gibt. Zur Wahl standen eine der ersten Folgen von &bdquo;Kottan&ldquo; (am besten Teil 2 &bdquo;Der Geburtstag&ldquo; und dem immer wiederkehrenden &bdquo;Inspektor gibts kan&ldquo;) oder die Sommerepisode von &bdquo;Polt&ldquo; (mit Ludwig Hirsch als weinseligem Lehrer und meinem Lieblingszitat &bdquo;Es ist Herbst mitten im Sommer&ldquo;) oder Mamma mia &ndash; das Abbamusical (mit den singenden Pierce Brosnan, Meryl Stre</span><span style="font-weight:normal">e</span><span style="font-weight:normal">p, </span>Colin Firth und Stellan Skarsg&aring;rd <span style="font-weight:normal">und meine</span><span style="font-weight:normal">n</span><span style="font-weight:normal"> Lieblingssong</span><span style="font-weight:normal">s</span><span style="font-weight:normal"> &bdquo;</span><span style="font-weight:normal">Slipping through my fingers&ldquo; und &bdquo;Our last summer&ldquo;) oder &bdquo;Unter der Sonne der Toscana&ldquo; (mit Diane Lane und Sandra Oh sowie einer wunderbaren Besetzung bis in die kleinsten Nebenrollen und einem Zitat, das mir doch tats&auml;chlich erst heute aufgefallen ist, das aber so passend f&uuml;r mein Leben ist: &bdquo;</span><span style="font-weight:normal">Lass dich von der Vergangenheit niemals zum Kr&uuml;ppel machen&ldquo;</span><span style="font-weight:normal">)</span><span style="font-weight:normal">. </span><span style="font-weight:normal">Da mein Sohn auch Lust auf Kino hatte, er &bdquo;Mamma mia&ldquo; schon kannte, Polt und Kottan aus meiner Sicht nicht so kindertauglich sind, fiel die Wahl auf einen Ausflug nach Italien. Wow! </span><span style="font-weight:normal">Die Tr&auml;nen flossen nur so &ndash; vor Lachen und vor Weinen, so wie das Leben eben ist. Und trotzdem hatte alle Schwere ihre Leichtigkeit, weil sie der Lebendigkeit geschuldet ist. Ich brauchte jede Menge Taschent&uuml;cher und nachher einen hei&szlig;en Tee, um von meinem &bdquo;Bramasole&ldquo; (Die Sehnsucht nach der Sonne) zu tr&auml;umen. Es ist sicherlich schon da und wartet blo&szlig; auf mein Entdecken.</span><br /><br /><span style="font-weight:normal">Um Mitternacht werde ich mit meiner Liebsten noch mit einem Achtel Zweigelt Barrique vom Schl&uuml;sselhof, den mir </span><span style="font-weight:normal">meine dort ans&auml;ssigen Lieblingswinzer</span><span style="font-weight:normal"> zum Geburtstag geschenkt ha</span><span style="font-weight:normal">ben,</span><span style="font-weight:normal"> ansto&szlig;en, bevor ich in den Morgen hineinschlafe und erst aufstehe, wenn mich die den Fr&uuml;hling feiernden V&ouml;gel </span><span style="font-weight:normal">(am liebsten der Gesang der Amsel, wom&ouml;glich sogar jener, die ich vor geraumer Zeit aus dem Nachbarsschuppen, in dem sie gefangen war, befreit hatte)</span><span style="font-weight:normal"> oder die ersten Sonnenstrahlen, die laut Wetterprognose den ganzen morgigen Tag nach all dem Nebel der letzten Woche begleiten sollen. Zwischen 9 und 11 am Vormittag wird dann unser vor kurzem erworbener Festnetzanschluss freigeschaltet, danach gibt es Pizza vom Giovanni und der Nachmittagskaffee wird mich im durch die Dachbauarbeiten immer noch verw&uuml;steten Garten finden. </span><br /><br /><span style="font-weight:normal">Mein Blick geht in die Zukunft. Und in einer Regnose werde ich das n&auml;chste Jahr von meinem 56. Geburtstag aus zur&uuml;ckerleben. F&uuml;r Prognosen fehlt mir mittlerweile der Nerv, sind sie doch meist von den Unm&ouml;glichkeiten, Sorgen und &Auml;ngsten &uuml;berlagert, die &ndash; ja &ndash; zu nichts f&uuml;hren, als dass man das Jahr schon abhakt bevor es begonnen hat. Mit der Vision, wie ich in einem Jahr wieder im Garten sitze (in welchem auch immer) und auf das vergangene zur&uuml;ckblicke, l&auml;sst es sich besser in das Unbekannte starten. It&rsquo;s an adventure. That&rsquo;s all!</span><br /><br /><span style="font-weight:normal">Zu meiner Geburtsstunde fr&ouml;ne ich diesmal der Erwerbsarbeit, wie wohl ich zwischen 19.20 und 19.30 Uhr eine Pause einlegen werde, um ein weiteres Mal anzusto&szlig;en.</span><br /><br /><span style="font-weight:normal">Und nach getaner Arbeit geht es mit ziemlicher Sicherheit mit meinem Sohn zur Champions League auf DAZN. Auch so l&auml;sst sich feiern, wenn einem virus-hysterische Politiker das Leben und die Lebendigkeit absprechen wollen. Und ich bin sicher: Wenn ich in einem Jahr wieder kaffeetrinkend im Garten sitze, w</span><span style="font-weight:normal">i</span><span style="font-weight:normal">rd </span><span style="font-weight:normal">m</span><span style="font-weight:normal">ich mit Vorfreude ein gro&szlig;es Fest zum 56er in meinem Haus </span><span style="font-weight:normal">mit Freund*innen und Bekannten erwarten. So viel Leben muss sein! #b_spring</span><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #359]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-359]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-359#comments]]></comments><pubDate>Mon, 15 Feb 2021 23:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-359</guid><description><![CDATA[Noch eine Woche bis zu meinem 55. Geburtstag. All das, was mich derzeit bewegt, was mich hin und her rei&szlig;t, habe ich in dieser Bestandsaufnahme zum Tag zusammenzufassen versucht. Daraus ist dieser Blogeintrag entstanden, dessen Perspektiven sich nach einer gemeinsamen Einleitung verweigen, n&auml;mlich in einen dystopischen und einen&nbsp; utopischen Blick auf meinen Geburtstag. Ich habe bewusst die Dystopie vor die Utopie gestellt, weil sie mir von meinem Wesen her erstens n&auml;her ist  [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><em>Noch eine Woche bis zu meinem 55. Geburtstag. All das, was mich derzeit bewegt, was mich hin und her rei&szlig;t, habe ich in dieser Bestandsaufnahme zum Tag zusammenzufassen versucht. Daraus ist dieser Blogeintrag entstanden, dessen Perspektiven sich nach einer gemeinsamen Einleitung verweigen, n&auml;mlich in einen dystopischen und einen&nbsp; utopischen Blick auf meinen Geburtstag. Ich habe bewusst die Dystopie vor die Utopie gestellt, weil sie mir von meinem Wesen her erstens n&auml;her ist und weil - zweitens - damit der Utopie das "gute Ende" dieses Beitrags &uuml;berlassen ist - das ich nach wie vor ersehne.<br /></em><br />L&auml;sst sich eine Bahnfahrt in Zeiten wie diesen &uuml;berhaupt noch genie&szlig;en? Selbst auf der Fahrt in die Hauptstadt bin ich streng genommen knappe 90 Minuten unterwegs (in Z&uuml;gen und auf Bahnsteigen). Nach sp&auml;testens 70 Minuten sollte ich eine 30-min&uuml;tige FFP-2-Maskenpause einlegen. Ich werde also die Fahrt in 2 Abschnitte aufteilen, jenen von meinem Heimatbahnhof in die Landeshauptstadt, dort eine fahrplanbedingt rund einst&uuml;ndige &Ouml;ffi-Pause einlegen und danach weiter in das politiche Zentrum unseres Landes. Das sind dann 55 Minuten und dann noch rund 30 weitere. Bingo! Reisen wie fr&uuml;her. Dahin die m&auml;nnlichen Geschwindigkeitsfantasien. M&ouml;chte ich mich noch weiter von zuhause fortwagen, muss ich entsprechend weitl&auml;ufig planen. Ich nehme jetzt mal Salzburg als Ziel einer beruflichen Reise; die Etappen lauten hier: Zuhause-Landeshauptstadt (51 Minuten), Pause (35 Minuten), Landeshauptstadt-Linz (60 Minuten), Pause (75 Minuten), Linz-Salzburg (66 Minuten). Die Fahrtzeit verl&auml;ngert sich dadurch von 2 Stunden 48 Minuten auf 4 Stunden und 47 Minuten. Reisen wie damals also!<br /><br />Das westlichste Bundesland zu erreichen, wenn es denn nach Aufheben der Blockade Tirols wieder einmal erreichbar sein sollte, wird zur Tagesreise. Das waren noch Zeiten als man solches als &bdquo;normal&ldquo; bezeichnet hatte.<br /><br />Als ich vor einem knappen Jahr die Reise in mein 55. Lebensjahr angetreten habe, lag es fern jeder Vorstellung, dass ich meinen halbrunden Geburtstag nur in kleinster famili&auml;rer Runde feiern werde k&ouml;nnen. Vorbei die Partys zu zehnt, zu zwanzigst, die mich so bewegt und belebt haben. Stattdessen kann ich viele kleine Feste feiern, legalerweise jeden Abend einen anderen Haushalt in mein Zuhause einladen, r<span>und zwei Wochen lang. Auch nicht schlecht, spannende Dynamik. Gespannt bin ich, wer sich auf dieses Abenteuer, das Ende der Route 55 zu feiern, mit mir einl&auml;sst. </span><br /><br />Das f&uuml;hrt mich noch zu einer anderen &Uuml;berlegung, n&auml;mlich jener, warum es &uuml;berhaupt so weit gekommen ist. Wir neigen ja, geschult durch die uns durch die Bildungsinstitutionen indoktrinierte verengte Wahrnehmung, dazu, uns den Symptomen zu widmen und nicht den Ursachen. Eindr&uuml;cklich schildert das eine kleine metaphorische Geschichte:<br /><br /><span>Am Ufer eines Flusses steht ein Mensch und genie&szlig;t die Ruhe eines Sonntagnachmittags in der Natur. Da h&ouml;rt er pl&ouml;tzlich Hilferufe. Menschenfreund, der </span><span>er ist, blickt er um sich und sieht einen anderen Menschen im Fluss treiben. Sofort springt er ins kalte Wasser und zieht den Hilfesuchenden ans rettende Ufer. Kaum ist der eine an Land, h&ouml;rt er den n&auml;chsten Hilferuf. Wieder h&uuml;pft er todesmutig ins kalte Nass und rettet auf diese Weise den n&auml;chsten. Das geht so lange weiter, bis der altruistische Mensch ersch&ouml;pft m Ufer zusammenbricht und alle weiteren Hilfesuchenden nicht mehr aus dem Wasser ziehen kann. Auf die Idee, nachzuforschen, warum denn all die Menschen ins Wasser gefallen sind, kommt er nicht. </span><br /><br /><span>Und genau da stehen die meisten von uns heutzutage. Die von uns </span><span>durch</span><span> demokratische Wahlen verantwortlich Gemachten bek&auml;mpfen mit ihren zum Teil uns&auml;glichen Ma&szlig;nahmen blo&szlig; die Symptome. Warum es so weit gekommen ist, dass Viren auch eine todbringende Gefahr darstellen k&ouml;nnen (wobei es nach den derzeit vorliegenden Erkenntni</span><span>s</span><span>sen noch umstritten ist, dass das f&uuml;r SARS-CoV-2 und seine Mutationen </span><span>auf die gleiche Weise </span><span>zutrifft </span><span>wie auf Ebola oder anf&auml;nglich auf AIDS</span><span>), interessiert die wenigsten. Alle wollen m&ouml;glichst schnell zur&uuml;ck zur Normalit&auml;t. Doch die wird es nie mehr geben. Entweder werden wir die n&auml;chsten hundert Jahre oder sogar bis in alle Ewigkeit (also so lange es unser Spezies noch geben wird) mit Masken herumlaufen, uns Testungen und Impfungen unterziehen m&uuml;ssen &ndash; oder wir werden eine andere Lebensweise finden m&uuml;ssen, die uns den uns zustehenden Platz als Teil der Natur und nicht als deren Beherrscher zuweist.</span><br /><br /></div>  <div><div class="wsite-multicol"><div class="wsite-multicol-table-wrap" style="margin:0 -15px;"> 	<table class="wsite-multicol-table"> 		<tbody class="wsite-multicol-tbody"> 			<tr class="wsite-multicol-tr"> 				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div class="paragraph"><strong>Dystopischer Ausblick <br />auf meinen 55. Geburtstag</strong><br /><br />Nun werde ich also in genau einer Woche am Ende meines Weges auf meiner Route 55 angekommen sein. Um 19.21 Uhr werde ich in ein neues Lebensjahr eintreten. Die Freude h&auml;lt sich in Grenzen. Nicht wegen meines Alters sondern wegen des Zustandes der Welt und meiner daraus resultierenden Conditio. Ich war zwar schon immer ein besserer Langstreckenl&auml;ufer als ein Sprinter, aber mir geht ehrlich gesagt nun langsam wirklich die Kondition aus. All diese &auml;u&szlig;eren Ma&szlig;nahmen zur Symptombek&auml;mpfung verbauen im Gro&szlig;en und auch in meinem ganz pers&ouml;nlichen Leben s&auml;mtliche Zukunftsperspektiven. Das Land und auch ich sind wirtschaftlich (nat&uuml;rlich nur durch die Brille des aktuell herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystems betrachtet) am Hund.<br /><br />Noch nie in meinem Leben war ich so knapp bei Kasse, noch nie musste ich mir solche Sorgen um die Zukunft meiner Familie machen, noch nie um ein Dach &uuml;ber den Kopf bangen oder mir &uuml;berlegen, was ich mit den paar Euros in der Tasche heute Mittag auf den Tisch bringen soll. Die alten Auftraggeber br&ouml;ckeln aus eben diesen Gr&uuml;nden ab, die neuen docken deswegen noch nicht an. Die Reserven sind aufgebraucht, der Tropf des Staates flie&szlig;t (noch) nicht &ndash; wobei dieser ja auch nur ein weitere Puzzlestein zum Abgrund ist.<br /><br />Meine Lebensberechtigung scheint mehr denn je aufgebraucht. Zu alt, zu teuer. Und das mit nicht einmal 55. Alle Panikattacken und Angstzust&auml;nde fr&uuml;herer Zeiten, die gro&szlig;teils meinen negativen Gedanken geschuldet waren, sind einer Angst in realiter gewichen. Es geht tats&auml;chlich ums Eingemachte. Wenn das blo&szlig; ein Kollateralschaden ist, dann hat das Wort nun endg&uuml;ltig seinen im ohnehin immer schon innewohnenden Zynismus nun endg&uuml;ltig offenbart.<br /><br />Ich wei&szlig; trotz aller Fantasie, die mir zu eigen ist, momentan nicht wirklich, wie es weitergehen soll. Zudem sind viele soziale Kontakte auf Eis gelegt, auch die Kaffeehausbesuche mit meinem besten, &auml;ltesten Freund, die in dieser Situation einen Rettungsanker darstellen k&ouml;nnten.<br /><br />Wenn ich vor einem Jahr auch nur geahnt h&auml;tte, dass meine &bdquo;Route 55&ldquo; die Chronik meines pers&ouml;nlichen Unterganges ist, ich h&auml;tte nicht zu schreiben begonnen. Ich leiste hiermit meinen Offenbarungseid &ndash; und mit ihm den einer Gesellschaft und eines Staates, der den Ehrentitel &bdquo;sozial&ldquo; nicht mehr verdient.<br /><br />Das, was in mir noch gl&uuml;ht, ist die Berufung, diesem Leid, n&auml;mlich nicht blo&szlig; dem pers&ouml;nlichen sondern dem der Vielen, die in eine &auml;hnliche Situation wie ich geraten sind, ein schnelles Ende zu bereiten. Noch habe ich nicht die Werkzeuge entdeckt, die das m&ouml;glich machen, aber ich habe den tief verwurzelten Wunsch, diese Not zu wenden. Mitstreiter*innen dringend gesucht!<br /></div>   					 				</td>				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div class="paragraph"><strong>Utopischer Ausblick <br />auf meinen 55. Geburtstag<br /></strong><br />Nun werde ich also in genau einer Woche am Ende meines Weges auf meiner Route 55 angekommen sein. Um 19.21 Uhr werde ich in ein neues Lebensjahr eintreten. Die Freude ist riesengro&szlig;. Nicht wegen meines Alters sondern deswegen, weil ich ein Jahr, mit dem ich niemals im Leben gerechnet h&auml;tte, in einer Welt, die in einer immer schlechter werdenden Conditio ist, wohlbehalten &uuml;berstanden habe. Hier hat sich &ndash; trotz aller Herausforderungen, die ich vor allem psychisch zu bewerkstelligen hatte &ndash; gezeigt, dass ich ein guter Langstreckenl&auml;ufer mit ausreichender Kondition bin und immer noch &uuml;ber Reserven verf&uuml;ge. All diese &auml;u&szlig;eren Ma&szlig;nahmen zur Symptombek&auml;mpfung haben den Widerstandsgeist in mir geweckt und mir in vielen Lebensbereichen v&ouml;llig neue Zukunftsperspektiven erm&ouml;glicht. Ich habe Freund*innen und Kontakte verloren und &uuml;berraschenderweise noch viel mehr gewonnen.<br /><br />Gerade weil das Land und auch ich wirtschaftlich (nat&uuml;rlich nur durch die Brille des aktuell herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystems betrachtet) am Hund sind, ist meine blo&szlig;e Hoffnung einer stabilen Zuversicht gewichen, dass alles besser wird und gut ausgeht. Es erweist sich auch als n&uuml;tzlich, dass ich mich seit meinem Ausstieg aus der Tretm&uuml;hle der Erwerbseinkommensmaschinerie an ein gen&uuml;gsames Leben im Sinne eines &bdquo;Nie ist zu wenig, was gen&uuml;gt&ldquo; gew&ouml;hnt habe und durch das, was sich verdienen l&auml;sst, regelm&auml;&szlig;ig mein Auskommen finde.<br />Alte Auftraggeber br&ouml;ckeln ab, damit auch Abh&auml;ngigkeiten, neue sind im Anrollen, mit denen neue Vereinbarungen und gute Kooperationen gefunden werden k&ouml;nnen. F&uuml;r den Tropf des Staates bin ich nicht geeignet, da ich die Kriterien nicht erf&uuml;lle, ich muss mich nicht den Kriterien beugen, die die Verantwortlichen ersonnen haben, um mich zu knechten.<br /><br />Meine Lebensberechtigung scheint mehr denn je gegeben. Alt und weise. Und das mit nicht einmal 55. Alle Panikattacken und Angstzust&auml;nde fr&uuml;herer Zeiten, die gro&szlig;teils meinen negativen Gedanken geschuldet waren, sind von mir gewichen. Ich stelle mich realen &Auml;ngsten und erm&auml;chtige mich, L&ouml;sungen zu finden. Den Begriff Kollateralschaden ist, der an Zynismus nicht zu &uuml;berbieten ist, weise ich durch mein Denekn, Handeln und Schreiben regelm&auml;&szlig;ig aufs Sch&auml;rfste zur&uuml;ck.<br /><br />Ich verlasse mich auf meine ausgepr&auml;gte Fantasie, die mir von Kindertagen an zu eigen ist und die ich nie verloren habe um vor mich hin zu spinnen, wie es weitergehen soll. Meine sozialen Kontakte pflege ich trotz aller Ma&szlig;nahmen regelm&auml;&szlig;ig, diesen Rettungsanker lasse ich mir nicht nehmen.<br /><br />Wenn ich vor einem Jahr auch nur geahnt h&auml;tte, dass meine &bdquo;Route 55&ldquo; mich auf eine Reise durch die dunkelsten &Auml;ngste meines Daseins schicken w&uuml;rde, ich h&auml;tte sie ungl&uuml;cklicherweise niemals angetreten. Ich leiste hiermit den Offenbarungseid f&uuml;r meine &Auml;ngste und Bef&uuml;rchtungen, auch f&uuml;r die Todesangst. Ich arbeite im Kleinsten und Kleinen daran, Unabh&auml;ngigkeit vom Sozialstaat zu erlangen, dessen Auswirkungen fern jeglicher seiner Grundideen sind und Menschen zu vernetzen, damit ein Leben in W&uuml;rde m&ouml;glich ist.<br /><br />In mir noch gl&uuml;ht, st&auml;rker denn je, die Berufung, dieser W&uuml;rde, n&auml;mlich nicht blo&szlig; dem pers&ouml;nlichen sondern der der Vielen, die in eine &auml;hnliche Situation wie ich geraten sind, zum Durchbruch zu verhelfen. Noch habe ich nicht alle Werkzeuge entdeckt, die das m&ouml;glich machen, aber ich habe den tief verwurzelten Wunsch, diese Not zu wenden. Mitstreiter*innen herzlich willkommen!<br /></div>   					 				</td>			</tr> 		</tbody> 	</table> </div></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #323 - #341]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-323-341]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-323-341#comments]]></comments><pubDate>Fri, 29 Jan 2021 13:56:09 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-323-341</guid><description><![CDATA[Jetzt hat das, was ich nicht beachten wollte, dem ich keine weitere Aufmerksamkeit zu widmen vorhatte, das ich durch Ausblenden bew&auml;ltigen wollte, dass ich hinter meinem R&uuml;cken bzw. weiter unten an mir vorbeigehen zu lassen beabsichtigte, eine Dimension erreicht, die auch mich herausfordert, etwas zu tun. F&uuml;r und nicht gegen. F&uuml;r Freiheit, Gleichheit, Solidarit&auml;t und Volkssouver&auml;nit&auml;t. Die Karotte, die uns Regierende seit vielen Monaten vor die Nase halten, ist [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Jetzt hat das, was ich nicht beachten wollte, dem ich keine weitere Aufmerksamkeit zu widmen vorhatte, das ich durch Ausblenden bew&auml;ltigen wollte, dass ich hinter meinem R&uuml;cken bzw. weiter unten an mir vorbeigehen zu lassen beabsichtigte, eine Dimension erreicht, die auch mich herausfordert, etwas zu tun. F&uuml;r und nicht gegen. F&uuml;r Freiheit, Gleichheit, Solidarit&auml;t und Volkssouver&auml;nit&auml;t. </font><br /><br /><font size="4">Die Karotte, die uns Regierende seit vielen Monaten vor die Nase halten, ist unerreichbar. In Deutschland ist man so ehrlich, dass man bereits von &bdquo;Zero-Covid&ldquo; spricht, man ist dort &ndash; je nach Bundesland mehr oder weniger &ndash; &bdquo;brutaler&ldquo; bei der &Uuml;berwachung der Einhaltung von Ma&szlig;nahmen, inklusive zahlreicher Versammlungsverbote. In &Ouml;sterreich beruhigt uns ein als Gesundheits- und Sozial(!)minister getarnter Volksschullehrer mit sonorer Stimme und einf&auml;ltigen Argumenten und verhei&szlig;t uns zum x-ten Mal die R&uuml;ckkehr zu Freiheit. Gleichzeitig koppeln er oder seine Regierungskollegen von der &Ouml;VP diese R&uuml;ckkehr an die Zahlen positiv Getesteter. Bis dahin m&uuml;sse man nun neben einem mittlerweile auf 2 Meter ausgedehnten Sicherheitsabstand nunmehr auch FFP2-Masken tragen und dies und das und sonst noch was befolgen. Die Karotte baumelt immer noch vor unser aller Nasenspitze, aber wir kriegen sie einfach nicht zu fassen. Und das ist unfassbar, es ist einfach nicht zu fassen.</font><br /><br /><font size="4">Bevor ich mich im Detail verliere, m&ouml;chte ich an dieser Stelle bekunden, dass ich in den letzten Wochen in den Widerstand getreten bin. Das Modell der G&uuml;tekraft (M.K. Gandhi, Martin Luther Kind, u.v.a.) ist meine Basis. Konsequent in der Kritik und im Willen, Ver&auml;nderungen zu bewirken, dennoch kooperativ und gespr&auml;chsbereit. Es geht in erster Linie darum, dass jene, die sich verantwortlich f&uuml;hlen nunmehr endlich erkennen, dass sie nicht unsere Herrscher~innen sind sondern unsere &bdquo;Diener*innen&ldquo;, die Diener*innen des Demos, des Volkes. So sagt es auch ihre Amtsbezeichnung, n&auml;mlich Minister (lat. Diener). So geht Demokratie.</font><br /><br /><font size="4">Zu diesem Zweck habe ich auch die Website b-spring.eu gegr&uuml;ndet, die mit dem Hashtag #b_spring arbeitet, um alle und alles zu vernetzen, was Fr&uuml;hling &amp; Freiheit will. Ich habe schon zahlreiche E-Mails verschickt, um auf Unhaltbares, Untragbares und Unerh&ouml;rtes aufmerksam zu machen. Ich habe die eine oder andere Reaktion erhalten, aber noch keine Kooperationsbereitschaft. Was zu erwarten war. Was mich best&auml;rken will. Was mich hineinzieht in etwas, wo ich mich herausziehen wollte.</font><br /><br /><font size="4">Und ich befinde mich pl&ouml;tzlich in einem wilden Gestr&uuml;pp von Vorurteilen, Zuschreibungen, Manipulationsversuchen, Propaganda, Verharmlosung und Panikmache. Es ist zum Schreien. </font><br /><br /><font size="4">Dazu kam nun gestern eine Abschiebung von drei Minderj&auml;hrigen, die verhindert h&auml;tte werden k&ouml;nnen. Auch und gerade von den in der Regierung befindlichen Gr&uuml;nen. Sie taten es nicht. Sie verurteilen den Akt, aber sie sehen sich an die Rechtslage gebunden. Sind sie aber nicht. Es gibt M&ouml;glichkeiten. </font><br /><br /><font size="4">Oben drauf habe ich heute auch noch davon erfahren, dass in Wiener Seniorenheimen mittlerweile Securitys auf die Bewohner*innen angesetzt sind, um darauf zu achten, dass von ihnen alle Ma&szlig;nahmen dieser uns&auml;glichen Covid19-Verordnungen eingehalten werden. Diese Wachpersonen sollen umherirrende Demente wieder auf ihre Zimmer begleiten, weil versperren d&uuml;rfe man diese ja nicht, so ein Verantwortlicher. Es handelt sich hier nicht um Schutzma&szlig;nahmen sondern um eine Vorgangsweise wie im Gef&auml;ngnis. Auch ist den Betroffenen nur einmal pro Woche von einer Person Besuch gestattet und es sind dabei 2 Meter Abstand zueinander zu halten und FFP-2-Masken zu tragen. So stelle ich mir mein Lebensende nicht vor. Das werde ich zu verhindern wissen.</font><br /><br /><font size="4">All diese Ereignisse schm&auml;lern meine Freude am Gewinn des Schreibwettbewerbs der Kremser Stadtb&uuml;cherei 2020, der mir gestern mitgeteilt wurde. In meiner Kurzgeschichte mit dem Titel &bdquo;Was vom Hasen &uuml;brig blieb&ldquo; zum Motto des Bewerbs &bdquo;Schreiben in Zeiten der Cholera&ldquo; habe ich im August des Vorjahres zu den herrschenden Bedingungen reflektiert. Sie war trotz aller D&uuml;sternis noch otimistischer als ich sie heute schreiben w&uuml;rde. Die Preisvergabe wird trotz laufender Verschiebungen seit September aufgrund der aktuellen Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung dennoch unter Ausschluss der &Ouml;ffentlichkeit erfolgen, ersatzweise wird es ein Video von der Lesung meines Beitrages geben und eine Lesung vor Publikum f&uuml;r den Herbst in Aussicht gestellt. So es die Ma&szlig;nahmen zulassen und daf&uuml;r dann nicht von allen Beteiligten neben Abstand- und Maskenpflicht auch ein negativer PCR-Test sowie der Nachweis einer Impfung verlangt sein wird. Wir haben es da mit einer Zusammenballung einer Verwirklichung aller dystopischen Fantasien von &bdquo;1984&ldquo; &uuml;ber &bdquo;Fahrenheit 451&ldquo;, das &bdquo;5. Element&ldquo; bis zu Julie Zehs &bdquo;Corpus Delicti&ldquo; zu tun. Gemeinsam haben sie neben all dem Sicherheits- und Kontrollwahn auch die v&ouml;llige Entmenschlichung des Menschen. </font><br /><br /><font size="4">Ich will nicht mehr in die &bdquo;alte Normalit&auml;t&ldquo; zur&uuml;ck, nach der sich so viele sehnen und die man uns allgegenw&auml;rtig verspricht. Ich m&ouml;chte in keine normiertes Dasein zur&uuml;ckfallen, ich m&ouml;chte in einer menschlichen Welt leben, endlich &hellip; das w&auml;re der aus dieser Krise (wenn man sie als Chance begreift) not-wendende Quantensprung den unser Dasein dringend braucht. Aber dazu ist jede*r Einzelne gefragt, an dieser neuen Welt mitzuwirken.<br /><br />Auch ich.</font><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #322]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-322]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-322#comments]]></comments><pubDate>Sun, 10 Jan 2021 10:29:57 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-322</guid><description><![CDATA[Die Sonne scheint von einem fast wolkenlosen Himmel, es zieht mich hinaus &ndash; und dennoch entscheide ich mich, diesem Drang sp&auml;ter nachzugehen, dann, wenn das, was ich niederschreiben m&ouml;chte, getan ist. Es gilt zuerst eine Standortbestimmung vorzunehmen, die Weihnachtszeit ist vergangen, das neue Jahr schon fast zehn Tage alt &ndash; und am kommenden Tag beginnt da drau&szlig;en in dieser Wirklichkeit unserer Gesellschaft das &bdquo;normale&ldquo; Leben, zumindest kalendarisch kehr [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Die Sonne scheint von einem fast wolkenlosen Himmel, es zieht mich hinaus &ndash; und dennoch entscheide ich mich, diesem Drang sp&auml;ter nachzugehen, dann, wenn das, was ich niederschreiben m&ouml;chte, getan ist. Es gilt zuerst eine Standortbestimmung vorzunehmen, die Weihnachtszeit ist vergangen, das neue Jahr schon fast zehn Tage alt &ndash; und am kommenden Tag beginnt da drau&szlig;en in dieser Wirklichkeit unserer Gesellschaft das &bdquo;normale&ldquo; Leben, zumindest kalendarisch kehren alle aus den Feiertagen in den Alltag ihrer M&uuml;hen und Arbeiten zur&uuml;ck. Ich m&ouml;chte mich dem diesmal nicht anschlie&szlig;en.</font><br /><br /><font size="4">Hier sitze ich also nun an meinem Laptop. Ich schaue in eine andere Richtung als bei meinen Eintr&auml;gen im vorigen Kalenderjahr. F&uuml;r einen Blick in den Garten muss ich mich nach links drehen. Vor mir eine Reihe von B&uuml;chern, mein Bachelordiplom, mein Diplom als Kinderfu&szlig;balltrainer, der Abdruck einer Hand meines Sohnes, den ich einst zum Vatertag bekommen habe. Rechts an dieses neue Schreib-Tischchen (gebastelt aus den Beinen eines alten Schreibtisches und einer Bauplatte, die von den Dachdeckern &uuml;bergelassen wurde) gelehnt meine Gitarre, daneben am Boden zwei meiner Malereien aus 1999, als ich an einem Mal-Workshop mit jener K&uuml;nstlerin teilgenommen habe, die die Bilder f&uuml;r das damals neu gestaltete Religionsbuch f&uuml;r die Volksschule gestaltet hat. Es war eine wilde, frei Zeit, die dennoch voller Zw&auml;nge war, das vorl&auml;ufige Ende eines ersten schwerwiegenden Lebensumbruches, der zu Weihnachten mit 27 mit einem vegetativen Ersch&ouml;pfungssysndrom (heute wohl Burnout genannt) seinen Ausgangspunkt genommen hatte.</font><br /><br /><font size="4">Nun, weitere 27 Jahre sp&auml;ter (die Schamanen sprechen, wie mir der Roman&ldquo;Wolfssteig&ldquo; des Waldviertler Autors David Br&ouml;derbauer, den ich in der B&uuml;cherei in unserer Bezirkshauptstadt gefunden habe, - zwar auf ironisch-sarkastische Weise - nachgebracht hat von 5 Zyklen zu 27 Jahren &ndash; Werdezeiten genannt -, die ein Menschenleben idealerweise zu durchlaufen hat: &bdquo; &sbquo;In der ersten Werdezeit versucht man, sich selbst zu verstehen. In der zweiten Werdezeit will man die Welt verstehen und seinen Platz darin finden &hellip; in der dritten Werdezeit &hellip;&lsquo;&ldquo; versucht man zu verstehen, wie man der Welt helfen kann. So w&auml;re ich demnach gerade an der Schwelle zu dieser letztgenannten dritten Werdezeit. Es ist also Wendezeit.</font><br /><br /><font size="4">Und genau das habe ich auch vor Weihnachten in Verbindung mit der Wintersonnenwende sehr deutlich zu sp&uuml;ren bekommen, unvorbereitet, gefangen in den Turbulenzen meines Lebens, jenen aus der Kindheit und vor allem jenen aus meinem letzten Lebensjahrzehnt (ich habe berichtet). Es galt Erneuerung zu finden und da tat sich eine &bdquo;alte&ldquo; Geschichte auf, die zur Heilung beitr&auml;gt. </font><br /><br /><font size="4">Wie ich selbst immer wieder betone, liegt in jeder Verwicklung die Wurzel f&uuml;r die Entwicklung &ndash; und so musste und muss ich, um mein Leben zu retten, genau auf diese Weise &ndash; innerlich - zu Grunde gehen, um von jenem Tag an das zu entwickeln, was verwickelt ist.</font><br /><br /><font size="4">In den zw&ouml;lf N&auml;chten nach Weihnachten habe ich mich intensiv vom alten Jahr verabschiedet und das neue Jahr in den Blick genommen. Es wird mir viele Herausforderungen bieten (wem nicht, also bin ich in bester Gesellschaft), im Innen wie im Au&szlig;en, es wird wesentlich zur Entwicklung beitragen &ndash; und daf&uuml;r galt es eine Basis zu schaffen. F&uuml;r mich wurde in diesen N&auml;chten deutlich, dass meine Ent-Wicklung vornehmlich durch die Entfaltung des Meinen stattfinden wird und nicht durch einen st&auml;ndigen Blick zur&uuml;ck in erlittenes und begangenes Leid und Verletzungen. Ein wesentlicher Faktor dabei ist Vergebung und zwar in beiderlei Hinsicht: zu vergeben und Vergebung zu erbitten, ein wahrhaft spirituelles Geschehen, das mir nicht fern ist, war ich doch &uuml;ber viele Jahre meines Berufslebens als Religionslehrer und engagiertes Mitglied in r&ouml;m.-kath. Kitrchengemeinden aktiv. Ein weiterer Lebensumbruch vor fast genau elf Jahren und die dadurch bewusst erlebte Enge der Institution waren es die mich aus dieser kirchlichen Gemeinschaft heraus f&uuml;hrten, mich aber auch &bdquo;ent-wurzelten&ldquo;. Doch nur wer Wurzeln hat, kann sich zum Himmel ausstrecken. Ich hatte ja schon in diesen &bdquo;katholischen&ldquo; Jahren auch andere spirituelle Wege kennengelernt (das Spezialthema meiner Religionsmatura war &bdquo;Buddhismus&ldquo;), mich aber noch nirgendwo anders beheimatet gef&uuml;hlt. Ich werde mich auch wohl nie mehr einer kirchlichen Gemeinschaft anschlie&szlig;en und so wie ich mich auch als Weltb&uuml;rger und als Mensch verstehe (und nicht als Europ&auml;er oder gar als &Ouml;sterreicher) auch meinen Platz als Lebender und Lebendiger finden, der vom Leben getragen ist und das ihm Innewohnende zum Wohle der Menschheit einsetzen wird &ndash; und damit auch das eigene Wohl erfahren wird. </font><br /><br /><font size="4">Wendezeit zur dritten Werdezeit also. Und genau dieses Bewusstsein hat sich in diesen Tagen nach Weihnachten (der Menschwerdung des G&ouml;ttlichen &ndash; nicht nur in Jesus wohlgemerkt sondern in jeder*m von uns, jede*r folge der eigenen Beruf-ung) manifestiert. Es gibt schon ganz konkrete Schritte, die die Gestaltung meiner Lebenstage, meine beruflichen Aktivit&auml;ten und mein gesellschaftliches Engagement sowie mein Wirken als Dichter und Denker stark ver&auml;ndert haben und weiter ver&auml;ndern. Ent-Wicklung durch Entfaltung eben.</font><br /><br /><font size="4">In diesem Sinn werde ich mich auch weiterhin von Zeit zu Zeit melden, hier in diesem Blog noch bis zum 22.2., dem Ende meiner Route 55 und an anderer Stelle auf dieser Dichterseite hier und auf Facebook, meinem Telegram-, Parler- und meinem Dailymotion-Kanal und auch in anderen Medien. Stay tuned! </font><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #294 - #321]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-294-321]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-294-321#comments]]></comments><pubDate>Fri, 08 Jan 2021 23:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-294-321</guid><description><![CDATA[Vier Wochen f&uuml;r die es viele Worte br&auml;uchte &ndash; die ich hier nicht finden werde. Vielmehr werde ich in meinem n&auml;chsten Eintrag (Tag #322) eine Standortbestimmung vornehmen und damit indirekt eine (R&uuml;ck-)Blick auf das Geschehen dieser 27 Tage in meinem 55. Lebensjahr geben. Auch bleibe ich dabei der digitalen Niederschrift treu, die mich bis auf zwei Ausnahmen, die in einem Anflug von Retrophilie entstanden sind (und zu diesem Zeitpunkt auch ihre Berechtigung hatten und zu [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Vier Wochen f&uuml;r die es viele Worte br&auml;uchte &ndash; die ich hier nicht finden werde. Vielmehr werde ich in meinem n&auml;chsten Eintrag (Tag #322) eine Standortbestimmung vornehmen und damit indirekt eine (R&uuml;ck-)Blick auf das Geschehen dieser 27 Tage in meinem 55. Lebensjahr geben. Auch bleibe ich dabei der digitalen Niederschrift treu, die mich bis auf zwei Ausnahmen, die in einem Anflug von Retrophilie entstanden sind (und zu diesem Zeitpunkt auch ihre Berechtigung hatten und zuk&uuml;nftig aus bestimmten Anl&auml;ssen wieder ihre Berechtigung finden werden), in den Beschreibungen dieser Lebensspanne begleitet hat.</font><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #284 - #293]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-284-293]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-284-293#comments]]></comments><pubDate>Sat, 12 Dec 2020 23:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-284-293</guid><description><![CDATA[Es ist Vormittag an diesem Neumondtag und Zeit das eine abzuschlie&szlig;en, um das n&auml;chste beginnen zu k&ouml;nnen. Wird diese &Uuml;bung gelingen? Derzeit halte ich so viele lose F&auml;den in den H&auml;nden, es laufen parallel so viele Aufgaben, die kaum noch zu &uuml;berblicken sind. Eine Sache aber &ndash; so scheint es zumindest - geht gerade vor meinen Augen (ich sitze w&auml;hrend ich schreibe wie meist an meinem Schreibtisch mit Blick in den Garten) in die letzte Phase. Die Dachde [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4"><em>Es ist Vormittag an diesem Neumondtag und Zeit das eine abzuschlie&szlig;en, um das n&auml;chste beginnen zu k&ouml;nnen. Wird diese &Uuml;bung gelingen? Derzeit halte ich so viele lose F&auml;den in den H&auml;nden, es laufen parallel so viele Aufgaben, die kaum noch zu &uuml;berblicken sind. Eine Sache aber &ndash; so scheint es zumindest - geht gerade vor meinen Augen (ich sitze w&auml;hrend ich schreibe wie meist an meinem Schreibtisch mit Blick in den Garten) in die letzte Phase. Die Dachdecker sind nach mehreren Wochen Pause wieder da, die Paneele f&uuml;rs Terrassendach und die Dachziegel im Gep&auml;ck, mit ihnen diesmal sogar der Firmenchef pers&ouml;nlich, der uns vor einer Woche mit einem abendlichen Besuch und der Ank&uuml;ndigung, dass die Arbeiten noch in &bdquo;dieser Woche&ldquo; (das war die vorige) erledigt sein w&uuml;rden. Das Wetter machte dieser Ansage einen Strich durch die Rechnung, zuerst regnete es, dann lag Schnee und es war eisig. Aber heute also sind sie endlich da und zur Feier dieses Tages schaut sogar die Sonne hie und da durch die Wolken. Es ward Licht nach all den auch wetterm&auml;&szlig;ig tr&uuml;ben und d&uuml;steren Tagen. Ein Zeichen?</em><br /></font><br /><span></span><font size="4"><em>Es f&auml;llt mir schwer, all das, was im Au&szlig;en und in meinem Inneren in diesen zehn Tagen passiert ist, in Worte zu fassen. Es tobte ein Sturm, der unsere Leben noch weiter durcheinanderwirbelte als es durch die vorangegangenen Ereignisse schon geschehen war. Aber wo anfangen?</em><br /></font><br /><span></span><font size="4">Gestern Nachmittag begleitete ich meine Frau in Universit&auml;tsklinikum der Hauptstadt eines benachbarten Bezirkes. W&auml;hrenddessen durfte unser J&uuml;ngster bei einer lieben Freundin Weihnachts-kekse backen. Diese liebe Freundin war es auch, die uns in der vergangenen Woche in einer gro&szlig;en Notsituation unterst&uuml;tzt hatte. Sie half bei der Suche nach unserem &Auml;ltesten, der eines Abends nicht von seinem Waldspaziergang nach Hause gekommen war. Er war an diesem Nachmittag offenbar in einen psychischen Ausnahmezustand geraten, dann verwirrt durch unseren Ort geirrt und von einem Autofahrer zur Polizeiwache unserer Bezirkshauptstadt gebracht worden. Von dort wurde er dann von meiner Frau und dieser Freundin zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht und anschlie&szlig;end in eben jenes Spital &uuml;berbracht, zu dem wir fuhren. Dort werden weitere Checks gemacht, um abzukl&auml;ren, was dazu gef&uuml;hrt hat. Doch die Seele ist ein weites Land, wie schon Arthur Schnitzler in Anlehnung an Sigmund Freud wusste. Jedenfalls muss er nun unbesucht seine Tage fristen, da es aktuell keinerlei M&ouml;glichkeit zum Besuch gibt. Erschreckend war dann die Vorgangsweise im Krankenhaus, dort herrscht Ausnahmezustand. Portiere verstecken sich hinter dicken Glasscheiben, Krankenpfleger*innen laufen mit Gesichtsmasken und Handschuhen herum, alles hektisch, als wollte man vor irgendetwas fliehen. Auf der R&uuml;ckreise mussten wir zweimal 30 Minuten pausieren, da die Anschlussz&uuml;ge eben jene Wartezeit erforderte. Die beiden Orte ausgestorben, kein Adventzauber, kein Ort, an dem man gl&uuml;cklich und sinnvoll pausieren konnte, ein Hin und Her auf den d&uuml;steren Stra&szlig;en dieser beiden St&auml;dte. Die Sache will&rsquo;s.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Doch ist es die Sache auch wert, so viel darin zu investieren? Berechtigte Zweifel kommen auf, nicht an der Erkrankung selbst, die zum Verursacher der aktuellen Situation gestempelt wird, sondern am Umgang damit. Es laufen derzeit Massentests, die genau betrachtet t&auml;glich wiederholt werden m&uuml;ssten, weil sie ja nur Momentaufnahmen sind. Diese Tests sind so genannte Schnelltests, die ein Protein nachweisen, das auch im C-Virus vorhanden ist. Bei einem positiven Testergebnis werden die Betroffenen dann zu einem PCR-Test geschickt, der wiederum Fragmente einer Gensequenz eben dieses Virus nachweist. &Uuml;ber das tats&auml;chliche Vorhandensein des Covid-19 ausl&ouml;senden C-Virus gibt er aber keine Auskunft, ebensowenig &uuml;ber die Infektiosit&auml;t der Betroffenen (siehe Infos auf der <a href="https://respekt.plus/massentests-in-oesterreich-die-medizin-im-schatten-populistischer-politik-und-medien/">Plattform respekt.plus</a>, die die Situation differenziert und evidenzbasiert analysiert). Auf den Bei&uuml;ackzetteln beider Produkte ist auch eindeutig zu lesen, dass sie nicht f&uuml;r die Testung Gesunder anzuwenden sind, sondern als zus&auml;tzliches Diagnosemittel bei verd&auml;chtigen Symptomen. Dennoch sollen nunmehr regelm&auml;&szlig;ig solche Testungen durchgef&uuml;hrt werden, die n&auml;chste Runde sogar mit einem &bdquo;Anreizsystem&ldquo;, das jedem und jeder Testwilligen einen 50&euro;-Gutschein verspricht &ndash; wof&uuml;r auch immer. Und viele laufen mit ohne nachzudenken und unser alles Geld wird f&uuml;r solche Ma&szlig;nahmen ausgegeben anstatt es daf&uuml;r zu verwenden, die Ursachen f&uuml;r die Verbreitung von Zoonosen zu eliminieren. Wir laufen nun wirklich in die &bdquo;Sicherheits-Falle&ldquo;, die uns durch diktatorische Ma&szlig;nahmen aller Art verhei&szlig;t, virenfrei und gesund ewig leben zu k&ouml;nnen. Doch wie ist dieses &bdquo;ewige&ldquo; Leben: Die einen fallen zur&uuml;ck in die Babyphase und werden zu bewindelten Pflegef&auml;llen in Einrichtungen, in die sie abgeschoben werden, weil die Anverwandten sich diesen Aufwand nicht antun k&ouml;nnen oder wollen; die anderen werden in der Vision von Elon Musk &amp; Co. zu Chiptr&auml;ger*innen, die nur noch virtuell und &bdquo;k&ouml;rperlos&ldquo; aber immerhin heftig konsumierend leben werden. Beides sind Prognosen, die mir nicht entsprechen &ndash; und ich hoffe, auch vielen anderen nicht. Dennoch sind diese Dystopien mittlerweile so etwas wie m&ouml;gliche Zukunftsaussichten geworden und das ist sehr, sehr erschreckend. Ich werde hier nicht mitspielen, auch wenn die Aussichten f&uuml;r Menschen wie mich, wenn es so weiter geht, irgendwann die Frage aufkommen lassen: &bdquo;Bin ich bereit, f&uuml;r meine Sichtweise auch die Konsequenzen tragen zu wollen?&ldquo;<br /></font><br /><span></span><font size="4">Noch aber bin ich auch von anderem herausgefordert. Ein Lebensereignis aus meinen fr&uuml;hen Jahren qu&auml;lt mich, es war mir just an jenem Tag erstmals ins Bewusstsein gekommen, als meiner Frau von ihrem Anwalt mitgeteilt wurde, dass unsere beiden Gro&szlig;en &ndash; trotz der vielen offen Fragen - nun nach Berlin zu ihrem Vater &uuml;bersiedeln d&uuml;rfen. In dieser Sache habe ich &uuml;brigens einen pers&ouml;nlichen Brief an die Richterin geschrieben und ihr eben jene vielen Fragen gestellt. Diese Entscheidung hat ja auch keineswegs Euphorie bei den beiden &ndash; obwohl sie sich das angeblich ja so gew&uuml;nscht haben &ndash; ausgel&ouml;st sondern eben jene Reaktionen, die ich schon beschrieben habe: der eine wurde gewaltt&auml;tig, der andere hat sich in einen psychischen Ausnahmezustand begeben und muss nun klinisch behandelt werden. Und auch diese pl&ouml;tzlich aufgeflammte Bewusstheit einer Begebenheit in meiner Kindheit hat mich in den letzten beiden Wochen immer wieder an den Rand eines solchen Ausnahmezustandes gebracht, ich zweifle an der Richtigkeit und dann pl&ouml;tzlich erfahre ich es als tats&auml;chlich geschehen, sp&uuml;re alle diese negative Kraft, im n&auml;chsten Moment &uuml;bersteigt allein die M&ouml;glichkeit eines solchen Vorfalles wieder meine gesamte Vorstellungskraft.</font><br /><span></span><font size="4">In den n&auml;chsten Tagen werde ich mit Hilfe eines Therapeuten dieser Sache auf den Grund gehen, auch wenn mich auch die Angst plagt, dass mich das Bewusstwerden m&ouml;glicherweise nachhaltig l&auml;hmen wird und ich doch funktionst&uuml;chtig sein muss, um diese schwierigen Situationen zu meistern &ndash; auch um Geld zu verdienen, damit wir unser Leben weiter gut bestreiten k&ouml;nnen. Aber ist dieses Ereignis vielleicht auch der Grund, warum mein bisheriges Leben genau so und oft gehemmt von dramatischen Ereignissen verlaufen ist? Kann es nicht auch der Grund sein daf&uuml;r, dass ich genau jene Entscheidungen getroffen habe &ndash; oftmals gegen mich und meine Intuition -, die mich in diese Situationen gebracht haben, die mein Leben oftmals so schwer machen? Ich werde mich dem wohl stellen, auch wenn ich mir echt in die Hosen schei&szlig;e und mein Leben wom&ouml;glich nie mehr so sein wird wie vorher. Aber ist nicht genau das auch positiv und lebenswichtig? Es wird wohl &ndash; und das l&auml;sst sich auch jetzt schon nicht leugnen &ndash; wohl auch Zeit brauchen. Zeit, die ich nicht habe, weil das Leben mich weiterhin t&auml;glich mit Neuem und Aktuellem herausfordert. Da gilt es wohl dem Grundsatz &bdquo;Wichtiges vor Dringlichem&ldquo; zu folgen, der gro&szlig; auf meiner Schreibunterlage mit den Pl&auml;nen f&uuml;r das nun in wenigen Tagen zu Ende gehende Kalenderjahr geschrieben steht. In Dilemmata gilt es laut Viktor Frankl das zu tun, was die Situation erfordert. Dies gilt es aufzusp&uuml;ren, auch wenn ich mich im Moment vollkommen &uuml;berfordert sehe.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Eine wichtige Unterst&uuml;tzung in all den Tagen war mir auch mein bester, v&auml;terlicher Freund, den ich aufgrund dieser unseligen Ma&szlig;nahme unserer Bundesregierung schon wochenlang nicht mehr pers&ouml;nlich treffen konnte. F&uuml;r diese Woche aber ist eine Begegnung bei ihm zuhause geplant. Ich hoffe, dass sie stattfinden wird. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Neben all dem gelang es uns, den Alltag f&uuml;r unseren J&uuml;ngsten und unseren aufgrund der Bauarbeiten zum Zimmerkater mutierten Haus- und Hofkater Dario aufrecht zu erhalten, unseren Erwerbsarbeiten nachzukommen und jeden Tag frisch zu kochen. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Auch habe ich weitere Umbauma&szlig;nahmen in meinem Wohn- und Arbeitsbereich geschaffen, um mein Wohlbefinden zu erh&ouml;hen, f&uuml;r meine Frau habe ich ein B&uuml;ro f&uuml;r ihre Arbeit f&uuml;r die Gr&uuml;nen unseres Ortes eingerichtet, in dem in Zukunft auch B&uuml;rger*innensprechstunden und Begegnungen und Besprechungen aller Art stattfinden werden.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Auch einen Kleiderkasten f&uuml;r unser Schlafzimmer habe ich angefertigt, neben der einen oder anderen kleinen Reparaturarbeit in Hof und Garten.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Die Frage dieser Tage ist: Wie geht es weiter? Im Gro&szlig;en, da drau&szlig;en in der &bdquo;C-Krise&ldquo;, im Kleinen mit unserer Familie und im Pers&ouml;nlichen mit der Arbeit an dem Lebensereignis aus der Kindheit, das es zu kl&auml;ren und im Fall zu integrieren gilt. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Es kann sein, dass ich mich nun l&auml;nger nicht melden werde, weil all das Zeit und Energie braucht und das Schreiben und Beschreiben vielleicht nicht m&ouml;glich sein wird &ndash; auch weil es Worte braucht, die ich nicht so schnell finden werde. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Ich danke schon jetzt f&uuml;r die vielen guten und unterst&uuml;tzenden Gedanken aller, die uns und mir wohlgesonnen sind. Die Hoffnung auf ein gutes Ende stirbt zuletzt, auch wenn die Zuversicht schon lange ordentlich ins Wanken geraten ist.<br /></font><br /><span></span><font><font size="3"><font size="4"><em>Anm.: Auch f&uuml;r diesen Beitrag habe ich aus Zeit- und Bequemlichkeitsgr&uuml;nden entgegen meiner analogen Intention die digitale Form gew&auml;hlt. Man m&ouml;ge mir meine Inkonsequenz vergeben.</em></font> </font></font><br /><span></span> </div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #281 - #283]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-281-283]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-281-283#comments]]></comments><pubDate>Thu, 03 Dec 2020 15:10:52 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-281-283</guid><description><![CDATA[Nach einem fast einst&uuml;ndigen Telefonat mit meiner j&uuml;ngeren Tochter, die in der Bundeshauptstadt als Lehrerin in einer Volksschule arbeitet, in dem wir &uuml;ber die aktuellen Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung, ihre Arbeit mit ihren Sch&uuml;ler*innen im Lockdown und ihre herausfordernden Elterngespr&auml;che sowie &uuml;ber Aktuelles aus meinem Leben wie den Abschied von den S&ouml;hnen meiner Frau gesprochen haben, kam ich gerade rechtzeitig zum Mittagessen. Da ich mit ihr w&auml;hr [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Nach einem fast einst&uuml;ndigen Telefonat mit meiner j&uuml;ngeren Tochter, die in der Bundeshauptstadt als Lehrerin in einer Volksschule arbeitet, in dem wir &uuml;ber die aktuellen Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung, ihre Arbeit mit ihren Sch&uuml;ler*innen im Lockdown und ihre herausfordernden Elterngespr&auml;che sowie &uuml;ber Aktuelles aus meinem Leben wie den Abschied von den S&ouml;hnen meiner Frau gesprochen haben, kam ich gerade rechtzeitig zum Mittagessen. Da ich mit ihr w&auml;hrend eines Spaziergangs durch den Auwald telefoniert hatte, bemerkte ich die in unserem Haus aktuell herrschende sehr, sehr angespannte Stimmung deutlicher als zuvor.<br /><br /><font>In der vorvorletzten Stunde dieses Lebenstages sollte sie sich dann gewaltsam entladen. </font><br /><br /><font>Nach dem Abendessen, dass an diesem Tag schon eine Stunde fr&uuml;her stattfand, da ich ab 18 Uhr einen Online-Workshop zum Thema &bdquo;&lsquo;Schwierige&rsquo; Kinder sind Kinder in Schwierigkeiten&ldquo; mit Kindergartenp&auml;dagog*innen und Kindergruppenbetreuungspersonen zu leiten hatte, entspann sich aus dem Nichts ein folgenreicher Konflikt. Es ging darum, dass der j&uuml;ngere, fast 15-j&auml;hrige Sohn meiner Frau in die Dusche gehen wollte, aber noch alle Fenster und die Eingangst&uuml;re &ndash; so wie jeden Abend - zum Sto&szlig;l&uuml;ften offen waren. Da wir noch a&szlig;en, forderte ich ihn auf, schon mal die Fenster zu schlie&szlig;en. Im Zimmer unseres J&uuml;ngsten musste ob seiner pl&ouml;tzlichen Wut, das Katzengitter dran glauben, da er das dortige Fenster mit gro&szlig;er Aggression zuschlagen wollte und es an der oberhalb des Fensters montierten Sicherung h&auml;ngenblieb und diese aus der Verankerung gerissen wurde. Daraufhin stellte er kam er zornig an den Esstisch zur&uuml;ck und fragte neuerlich, ob er nun endlich duschen gehen k&ouml;nne. Ich verneinte ver&auml;rgert und forderte ihn erneut auf, zuerst die Fenster zu schlie&szlig;en und das Katzengitter in Ordnung zu bringen. Nachdem er dieser Aufforderung nicht folgte sondern sich schimpfend in sein Zimmer zur&uuml;ckzog ohne die T&uuml;re zu schlie&szlig;en, folgte ich ihm. Als er das bemerkte, drehte sich um und begann mir aus Leibeskr&auml;ften entgegen zu br&uuml;llen: &bdquo;Ihr (gemeint waren augenscheinlich seine Mutter und ich) seid die gr&ouml;&szlig;ten Arschl&ouml;cher!&ldquo; Nachdem wir einen solchen Vorfall vor wenigen Wochen bereits mit seinem &auml;lteren Bruder erlebt hatten (der nur mich als solches und seine Mutter als &bdquo;die d&uuml;mmste Frau der Welt&ldquo; bezeichnet hatte), haben wir eine Vereinbarung geschlossen, dass diese Worte so nicht mehr fallen d&uuml;rfen. Ich wies ihn zun&auml;chst darauf hin &ndash; und machte dann in meiner Emotion den folgenschweren &bdquo;Fehler&ldquo; ihm zu sagen, dass er sich wohl woanders umschauen m&uuml;sse, wenn er ein Arschloch finden wolle. Immerhin habe sein Vater seit einer Woche das Aufenthaltsbestimmungs- und nunmehr auch ein geteiltes Sorgerecht und habe sich offensichtlich noch nicht bei ihm gemeldet, um zu sagen, wann er denn nun nach Berlin abdampfen k&ouml;nne. Daraufhin am er auf mich zu und versetzte mir einen Faustschlag ins Gesicht, meine Oberlippe platzte innen auf und die beiden Vorderz&auml;hne waren danach locker. Zum Gl&uuml;ck hatte ich mit dem Kopf eine schnelle Ausweichbewegung nach hinten gemacht und so ging die Sache noch harmloser aus, als m&ouml;glich.</font><br /><br /><font>Sein nun auch vom Esstisch herbeigeeilter, knapp 17-j&auml;hriger Bruder baute sich danach vor mir auf &ndash; w&auml;hrend meine Frau sich um ihren gerade ausgerasteten k&uuml;mmerte &ndash; und sagte zu mir, dass er mir, wenn ich seinem Bruder noch Weiteres antun w&uuml;rde, auch noch eine reinhauen w&uuml;rde. </font><br /><br /><font>W&auml;hrend ich das schreibe, f&auml;llt mir ein, dass von ihm vor vielen Monaten schon einmal eine &auml;hnliche Aussage gekommen war, damals hatte er mir mitgeteilt, dass sein Vater mir gerne eine reinhauen w&uuml;rde, damit ich endlich meinen Mund hielte.</font><br /><br /><font>In den n&auml;chsten 36 Stunden ging ich durch die H&ouml;lle. Und ich war nahe daran auch vor die Hunde zu gehen. Es war ein st&auml;ndiger Kampf in mir, diesen jungen Mann f&uuml;r seine Tat auf dem juristischen Weg zur Rechenschaft zu ziehen, andererseits f&uuml;hlte ich mich total besch&auml;mt und gedem&uuml;tigt &ndash; und gei&szlig;elte mich wegen meiner unbedachten Worte.</font><br /><br /><font>Nach zwei fast durchwachten N&auml;chte, machte ich mich am heutigen Vormittag auf einen ausgedehnten Spaziergang durch die Winterlandschaft unseres Ortes, es hatte &uuml;ber Nacht rund 5 cm geschneit. W&auml;hrenddessen &ndash; und in der klaren Luft dieses Wintertages, fasste ich Mut, eine Entscheidung zu treffen, und das Ereignis als Teil meines Lebens zu integrieren.</font><br /><br /><font>Ich werde den jungen Mann nicht anzeigen, genauso wenig wie seinen Bruder, der mich schon Wochen davor der Manipulation seiner Mutter, meiner Frau, zu seinem Schaden bezichtigt hatte. Ich hatte ihm damals das Buch des &ouml;sterreichischen Aggressionsforschers Friedrich Hacker mit dem Titel &bdquo;Freiheit, die sie meinen&ldquo; zum Lesen gegeben, das ich um 50 Cent in der Stadtbibliothek erworben hatte und in dem &uuml;ber den freien Willen berichtet wird, der durch Manipulation zu verbogen werden kann, dass er sich f&uuml;r alle, auch die Betroffenen, als frei darstellt, es aber letzten Endes nicht ist. Er und sein Bruder sind n&auml;mlich seit einem knappen Jahrzehnt mutma&szlig;lich solchen Manipulationen ihres Vaters ausgesetzt gewesen &ndash; so wie es meine Frau in ihrer Beziehung mit dem Kindesvater auch &uuml;ber knapp 16 Jahre gewesen war. Diese Gehirnw&auml;sche, dieser Kreuzzug bzw. Dschihad, dieser unheilige Krieg gegen meine Frau und vor allem mich, hatte dazu gef&uuml;hrt, dass ich in all den Jahren trotz aller Bem&uuml;hungen, um das Wohlergehen der beiden zum S&uuml;ndenbock gestempelt wurde. Eine Rolle, die mir auch aus anderen Bereichen bekannt ist, da ich gerne in gutem Glauben und nach bestem Wissen und Gewissen Verantwortung &uuml;bernehme, weil ich im Herzen ein Macher bin. Mit diesem Schlag ins Gesicht ist mir diese Rolle nochmals eindr&uuml;cklich vor Augen gef&uuml;hrt worden. In all den Jahren haben meine Frau und ich zahlreiche Unterst&uuml;tzung und auch Best&auml;tigung durch Familienberatung und Therapie erhalten, wof&uuml;r wir dankbar sind &ndash; gegen&uuml;ber und von den offiziellen Stellen aber wurden wir immer nur auf unsere Fehler (die wir nat&uuml;rlich auch begangen haben) aufmerksam gemacht, w&auml;hrend der Kindesvater, der uns &uuml;ber die Jahre mit zahllosen Vorw&uuml;rfen und Anzeigen &uuml;bersch&uuml;ttet hat, die sich letztlich allesamt in zahlreichen &Uuml;berpr&uuml;fungen durch Beh&ouml;rden und Sachverst&auml;ndige als unwahr herausgestellt haben, immer und das bis zuletzt au&szlig;en vor blieb. </font><br /><br /><font>Seine wortgewaltigen Anschuldigungen, seine laufenden Drohungen gegen&uuml;ber meiner Frau und mir haben zwar von Amtswegen keine Bedeutung erlangt &ndash; die &Uuml;bersiedlung nach Berlin erfolgt laut Beschluss ausschlie&szlig;lich aufgrund des Wunsches der m&uuml;ndig minderj&auml;hrigen Kinder &ndash; in seinen S&ouml;hnen allerdings haben sie offenbar die Wirkung hinterlassen, dass gewaltvolles Vorgehen ein probates Mittel ist, um Ziele zu erreichen. Das zeigt sich auch darin, dass der Vater am Tag nach dem &Uuml;bergriff seines Sohnes auf mich, pl&ouml;tzlich mit einem E-Mail an meine Frau zur Stelle war und sich damit erstmals nach seiner &bdquo;Macht&uuml;bernahme&ldquo; bez&uuml;glich seiner S&ouml;hne zu Wort meldete. Darin wurde meine Liebste aufgefordert, den &bdquo;T&auml;ter&ldquo; umgehend zu einem Freund in die Hauptstadt zu schicken, wo er die Zeit bis zu seiner Abholung am Tag vor Weihnachten verbringen solle. Er wurde also aus dem Verkehr gezogen und eine Kl&auml;rung mit ihm war mir damit nicht mehr m&ouml;glich, der Versuch meiner Frau, alles mit ihm nochmals zu besprechen, scheiterte an seinem aktuell (noch) fehlenden Unrechtsbewusstsein. Der &Auml;ltere aber muss diese knapp 3 Wochen bis zur &Uuml;bersiedlung auf Gehei&szlig; seines Vaters &uuml;berraschenderweise noch bei uns verbringen. </font><br /><br /><font>Nach meinem heutigen Spaziergang fasste ich also den Beschluss, dieses Kapitel in mein Leben zu integrieren, es damit und mit diesen offenen Worten, die ich auch der zust&auml;ndigen Richterin und den beiden Burschen zur Verf&uuml;gung stellen werde, aber auch abzuschlie&szlig;en. Ich werde keine weiteren juristischen Schritte einleiten, ich werde mir aber auch keineswegs den Mund verbieten lassen, dieses Ereignis auch in der &Ouml;ffentlichkeit zu schildern &ndash; trotz meiner Scham und meines Schuldgef&uuml;hls, die ich, wie so viele Opfer, paradoxerweise dabei empfinde.</font><br /><br /><font>Ich werde mein weiteres Leben also nicht daf&uuml;r hingeben, ich habe eine wunderbare Frau, die ich liebe und die mich liebt, einen mit ihr gemeinsamen selbstbewussten 9-j&auml;hrigen Sohn, aus meiner ersten Ehe zwei tolle T&ouml;chter, von denen die &auml;ltere auch schon 2 Burschen in die Welt gesetzt hat, deren Gro&szlig;vater ich bin, w&auml;hrend die j&uuml;ngere im n&auml;chsten Jahr ihren langj&auml;hrigen Lebensgef&auml;hrten heiraten will. Und ich werde mich auch beruflich nicht davon abhalten lassen, weiterhin bei jeder Gelegenheit ein Pl&auml;doyer f&uuml;r das Wohlergehen von jungen Menschen zu ergreifen und die Erwachsenen dazu auffordern, sich mit den ihnen anvertrauten Kindern angemessen und intensiv auseinanderzusetzen. Ich selbst bin bei den S&ouml;hnen meiner Frau als m&auml;nnliche Bezugsperson, die sich sehr intensiv um sie bem&uuml;ht hat an deren mutma&szlig;licher &bdquo;Vatervergiftung&ldquo; und ihren Projektionen letztlich vorerst gescheitert. Aber vielleicht gelingt es den beiden &ndash; oder einem von ihnen &ndash; zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt, meine Sichtweise zu respektieren und die von mir ausgestreckte Hand zur Vers&ouml;hnung zu ergreifen. </font><br /><br /><font><em>Anm.: Ich habe mich entschieden, diesen Eintrag ausnahmsweise wieder digital zu verfassen, da ich noch w&auml;hrend des Schreibens um die richtigen Worte ringen musste, um einerseits nichts sch&ouml;n zu reden und andererseits von meiner Seite kein weiteres Porzellan zu zerschlagen. </em></font></font><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #274-280]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-274-280]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-274-280#comments]]></comments><pubDate>Sun, 29 Nov 2020 23:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-274-280</guid><description><![CDATA[             [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://makarjalainen.weebly.com/uploads/2/6/1/4/26149616/img-20201201-132450_orig.jpg" alt="Bild" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://makarjalainen.weebly.com/uploads/2/6/1/4/26149616/img-20201201-132506_orig.jpg" alt="Bild" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #273]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-273]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-273#comments]]></comments><pubDate>Mon, 23 Nov 2020 23:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-273</guid><description><![CDATA[Hier nun mein erster Analog-Eintrag auf der Olivetti Studio 44, mit deren Hilfe die Eltern meiner Frau ihrer journalistischen T&auml;tigkeit nachgegeangen sind:        [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph">Hier nun mein erster Analog-Eintrag auf der Olivetti Studio 44, mit deren Hilfe die Eltern meiner Frau ihrer journalistischen T&auml;tigkeit nachgegeangen sind:<br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://makarjalainen.weebly.com/uploads/2/6/1/4/26149616/route55-241120_orig.jpg" alt="Bild" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #267 -#272]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-267-272]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-267-272#comments]]></comments><pubDate>Mon, 23 Nov 2020 10:56:38 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-267-272</guid><description><![CDATA[Drei Viertel des Wegs auf meiner Route 55 sind vergangen und es war &ndash; wie eigentlich jedes Lebensjahr &ndash; eine wild bewegte Zeit. Verst&auml;rkt wird der Effekt der R&uuml;ckschau auf 54 Lebensjahre durch die aktuelle Situation, die uns und damit auch mich in einem H&ouml;llentempo in eine Lage gebracht hat, die noch vor wenigen Monate niemand f&uuml;r m&ouml;glich gehalten h&auml;tte. Wir erleben gerade den Beginn einer von der deutschen Schriftstellerin und Verfassungsrichterin Julie [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Drei Viertel des Wegs auf meiner Route 55 sind vergangen und es war &ndash; wie eigentlich jedes Lebensjahr &ndash; eine wild bewegte Zeit. Verst&auml;rkt wird der Effekt der R&uuml;ckschau auf 54 Lebensjahre durch die aktuelle Situation, die uns und damit auch mich in einem H&ouml;llentempo in eine Lage gebracht hat, die noch vor wenigen Monate niemand f&uuml;r m&ouml;glich gehalten h&auml;tte. Wir erleben gerade den Beginn einer von der deutschen Schriftstellerin und Verfassungsrichterin Julie Zeh in Ihrem Roman &bdquo;Corpus Delicti&ldquo; im Jahr 2009 f&uuml;r die Mitte des 21. Jahrhunderts fantasierten Gesundheitsdiktatur. Wichtigstes Merkmal: Die Gesellschaft muss vor Krankheiten gesch&uuml;tzt werden, jeder Einzelne daher die Ma&szlig;nahmen der Regierung bei sonstiger Exekution (im Buch durch Einfrieren) auf Punkt und Beistrich umsetzen- zum Schutz der Gemeinschaft nat&uuml;rlich. Konformit&auml;t statt Individualit&auml;t sowie <br /></font><br /><span></span><font size="4">In den letzten Wochen hatte ich mich intensiv mit den aktuellen Umst&auml;nden besch&auml;ftigt, hatte versucht, mir ein Gesamtbild zu machen, an alle n&ouml;tigen Informationen zu kommen, um eine Basis zu haben, eigenst&auml;ndige Entscheidungen f&uuml;r mich und gemeinsam mit der Familie zu treffen, hatte mir die Positionen der verschiedenen Lager reingezogen, um mit der R&uuml;ckf&uuml;hrung s&auml;mtlicher Sichtweisen auf das eine unausweichliche Fixum im Leben, n&auml;mlich den Tod, und unsere kollektive Angst davor zu gegenseitigem Respekt beizutragen &ndash; und war damit f&uuml;rs Erste gescheitert und pers&ouml;nlich sehr, sehr ersch&ouml;pft und voller Panik.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Ich zog daher die Notbremse und setzte mich auf C-Di&auml;t &ndash; und die Wirkung entfaltete sich nach und nach. Ich war nicht mehr au&szlig;er mir, ich schaffte es Schritt f&uuml;r Schritt wieder zu mir zu kommen. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Was mir in diesen Tagen sehr gut half, war eine intensive Auseinandersetzung mit Sterblichkeit, Endlichkeit und Tod im Rahmen meines Blogs &bdquo;Morituri T. Salutant&ldquo;. Ebenso beschloss ich, mich t&auml;glich eine Stunde in die Natur zu begeben, nahm eine liebe Gewohnheit aus meiner Anfangszeit vor 3 Jahren hier am Lande auf und machte mich alleine oder in Begleitung meiner Liebsten und unseres J&uuml;ngsten daran, tats&auml;chlich Schritte zu gehen. Das Rad blieb in der Hofeinfahrt, um das Erleben intensiver zu machen. Die Gedanken verloren sich auf Schritt und Tritt und die Wahrnehmung eines Einklangs mit allem trat an deren Stelle.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Am Wochenende g&ouml;nnte ich mit danach eine gute Bio-Speckjause mit einer Flasche dunklem Bier, ein wunder-volles Erlebnis.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Auch der Garten wurde vor den ersten Frostn&auml;chten noch winterfit gemacht, die Rosen geschnitten und das Wasser abgedreht.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Auf meinem Schreibtisch steht seit kurzem meine von einem guten Freund meines Vaters geerbte NIKON Analog-Kamera mit einem tollen Zoom-Objektiv (28-400). Eine f&uuml;r den halbautomatischen Betrieb notwendige Batterie habe ich bei einem &ouml;sterreichischen Online-Elektronik-H&auml;ndler bestellt, das Produkt ist seit Freitag mittels Paketdienst aus Bremen (!) unterwegs. Es gibt wohl immer noch einen Haken, wenn man nachhaltig und ressourcenschonend einkaufen will. Dennoch freue ich mich auf die ersten Fotos, drei 36er-S/W-Filme warten darauf, Aufnahmen zu sammeln. Einen H&auml;ndler f&uuml;r die Entwicklung zu finden, wird wohl auch noch die eine oder andere Herausforderung bringen, mein Ziel ist es, wenn ich tats&auml;chlich am S/W-Fotografieren dran bleibe, mir die Ausstattung zu organisieren, die ich ben&ouml;tige, um diesen Schritt zuk&uuml;nftig selbst machen zu k&ouml;nnen.<br /></font><br /><span></span><font size="4">An den Abenden besch&auml;ftigte ich mich mit der <a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-019886/kampf-um-den-halbmond/">ARTE-Miniserie &bdquo;Kampf um den Halbmond&ldquo;</a> (der Originaltitel &bdquo;No Man&rsquo;s Land&ldquo; gef&auml;llt mir wesentlich besser). Der Krieg in Syrien im Jahr 2014 und die Schicksale von Franzosen und Einheimischen ist Inhalt der acht 45-min&uuml;tigen Folgen. Bewegend und bedr&uuml;ckend die geschilderten Ereignisse, die Menschen wie dich und mich in den Strudel der sinnlosen Auseinandersetzungen ziehen und auch eine Darstellung nicht nur der Schrecken sondern auch der Faszination des Kampfes f&uuml;r eine Ideologie, die einen zu tiefst betroffen macht. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Am Samstag w&auml;hrend des Putztages richtete ich meinen Bereich neu ein, um ihm mehr Gem&uuml;tlichkeit und Abgeschiedenheit zu den sonstigen Familienaktivit&auml;ten zu geben. Dabei aktivierte ich auch die Stereoanlage, die nun viele Monate lang im Donr&ouml;schenschlaf gelegen hatte und gab mir zuerst Ludwig Hirschs &bdquo;Gottlieb&ldquo;, einen Liveauftritt aus dem Volkstheater (die CD hatte ich irgendwann verschenkt und nun antiquarisch wieder erworben), brach dieses Vorhaben aber bald wieder ab, da es depressionsf&ouml;rdernd wirkte, was in Zeiten wie diesen kontraproduktiv ist. Ich fand bei der Suche nach einem Buch von Ivan Illich (&bdquo;Entschulung der Gesellschaft&ldquo;) noch andere, l&auml;ngst in Vergessenheit geratene B&uuml;cher meine Lebens, so Harvey Cox&rsquo; &bdquo;Das Fest der Narren&ldquo;, das einzige Buch, dass ich mir (von meinem Religionsp&auml;dagogik-Professor in meinem Lehramtsstudium f&uuml;r meine Diplompr&uuml;fung) geborgt und niemals zur&uuml;ck gegeben habe (ich plane derzeit schuldbewusst eine R&uuml;ckgabe und eine antiquarische Bestellung des Werkes), Ivan Illichs &bdquo;In den Fl&uuml;ssen n&ouml;rdlich der Zukunft&ldquo; (mit einem tiefgreifenden Einblick in die M&uuml;hlen eines missratenen Gesundheitssystems), Gombrichs &bdquo;Eine kurze Weltgeschichte f&uuml;r junge Leser&ldquo; und Willigis J&auml;gers &bdquo;Kontemplation&ldquo;.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Sonntags erreichte mich eine E-Mail meines ehemaligen hom&ouml;opathischen Arztes aus der Wiener Zeit mit erbaulichem Inhalt. Seine die allgemeine Panik d&auml;mpfende, sachlich fundierte Analyse der aktuellen Situation und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen und n&ouml;tigen Handlungen stellen eine gute Grundlage f&uuml;r weitere Recherchen und Aktionen f&uuml;r mich und meine Familie dar.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Eine Sauna er&ouml;ffnete die neue Woche und leitete den ersten &bdquo;My-day&ldquo; ein, an dem ich mich ausschlie&szlig;lich dem Meinen widme und f&uuml;r die Meinen out of service bin. </font><br /><span></span> </div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #266]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-266]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-266#comments]]></comments><pubDate>Mon, 16 Nov 2020 23:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-266</guid><description><![CDATA[Der Tag begann mit Unwohlsein. Ich war in den ersten Stunden meines 266. Lebenstages im 55. Lebensjahr sowas von platt, dass ich auf mein Feierabendbier verzichtete und lieber Schwarztee mit Zitrone und Honig zu mir nahm. Die letzten Wochen &ndash; und die Post des Tages mit Nachrichten aus Linz (ich habe schon weiter oben ausf&uuml;hrlich &uuml;ber das Unterhaltsverfahren, das der von mir angenommene Sohn meiner langj&auml;hrigen Lebensgef&auml;hrtin gegen mich am dortigen BG vor mehr als zwei  [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Der Tag begann mit Unwohlsein. Ich war in den ersten Stunden meines 266. Lebenstages im 55. Lebensjahr sowas von platt, dass ich auf mein Feierabendbier verzichtete und lieber Schwarztee mit Zitrone und Honig zu mir nahm. Die letzten Wochen &ndash; und die Post des Tages mit Nachrichten aus Linz (ich habe schon weiter oben ausf&uuml;hrlich &uuml;ber das Unterhaltsverfahren, das der von mir angenommene Sohn meiner langj&auml;hrigen Lebensgef&auml;hrtin gegen mich am dortigen BG vor mehr als zwei Jahren angestrengt hat, berichtet) - hatten durchaus an meinen Kr&auml;ften gezehrt, sowohl k&ouml;rperlich, aber vor allem mental. Eine gro&szlig;e Unlust &uuml;berkam mich, verbunden mit dem, was wir alle so gut wie m&ouml;glich und meist erfolgreich zu verdr&auml;ngen suchen, n&auml;mlich der Todesangst. Ich fand kein gutes Rezept in diesen Stunden, las mich in Hakan Nessers ersten Roman &bdquo;Der Choreograph&ldquo; aus 1988, der erst seit heuer in deutscher &Uuml;bersetzung vorliegt, nahm dabei noch eine Erkenntnis mit - n&auml;mlich &bdquo;<em>Nicht berechnetet Zeit, so bezeichnete ich sie immer. Da mir nichts wirklich zufriedenstellend garantieren konnte, dass ich tats&auml;chlich meinen Ruhestand im Herbst des Lebens w&uuml;rde genie&szlig;en k&ouml;nnen, was war da kl&uuml;ger und nat&uuml;rlicher, als zu versuchen, sich diese Belohnung bereits zu holen, solange noch Zeit daf&uuml;r da war? Und ich gew&ouml;hnte mir an, dass der einunddrei&szlig;igste Tag im Monat mr geh&ouml;rte, die vierundzwanzigste Stunde am Tag, ein paar Sekunden jeder Minute - </em>und fiel irgendwann nach Mitternacht in einen unruhigen Schlaf.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Am kommenden Morgen, war mir klar, dass ich t&auml;glich eine Stunde f&uuml;r mich zur k&ouml;rperlichen, geistigen und psychischen Ert&uuml;chtigung einplanen w&uuml;rde &ndash; und zwar in der Mittagspause, die regelm&auml;&szlig;ig zwischen 13 und 15 Uhr stattfindet. Ich schrieb 13.30-14.30 in meinen Kalender. Ebenso wollte ich zuk&uuml;nftig monatlich an meinem Geburtstag einen Tag ganz f&uuml;r mich einplanen. Und zumindest einmal pro Stunde zehnmal durchatmen.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Der Vormittag verlief dann ein wenig stressig, nahm ich mir vor, die Umrandung des Komposthaufens zu erweitern. Parallel dazu sollte Kater Dario seinen ersten Freigang seit Wochen im von mir am Wochenende vermeintlich katzensicher gemachten Garten bekommen. Das gelang nur in Ans&auml;tzen, da bei unserem schwarzen Haus- und Hoftiger sofort das Interesse geweckt war, auf der Holzkonstruktion des abgedeckten Terrassendaches m&ouml;glichst weit nach oben zu kommen. Ich hatte zwar jede Menge Sperren eingebaut, verlor aber beim Anblick der geschickten Versuche, diese zu &uuml;berwinden (was ihm ohnedies nicht gelang) die Nerven und schickte ihn nach einer Stunde zur&uuml;ck in die gute Stube. Zudem interessierte er sich nat&uuml;rlich f&uuml;r die gef&auml;hrlichen Orte wie den Schutthaufen auf der Wiese, auf dem auch alte Dachbretter mit N&auml;geln drin liegen. Ein Abtransport dieser ist leider fr&uuml;hestens n&auml;chste Woche zu erwarten, das neue Terrassendach wohl noch viel sp&auml;ter. Unzufrieden verzog er sich nach drinnen &ndash; und schmollt seither bzw. Versucht jede Gelegenheit zu n&uuml;tzen, wieder ins Freie zu kommen. Da habe ich wohl einen Fehler gemacht und so werde ich zeitnah an weiteren Verbesserungen arbeiten, um ihm m&ouml;glichst bald einen sichereren Freigang zu erm&ouml;glichen.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Dann stand Kochen am Programm, aufgrund der Tatsache, dass wir wegen der aktuellen Ma&szlig;nahmen nunmehr zu f&uuml;nft zu Hause sind, haben wir einen Dienstplan f&uuml;r Kochen, Tischwischen und Abwasch ein Zweierteams erstellt. Mein J&uuml;ngster und ich hatten an diesem Tag den K&uuml;chendienst und kochten Saumaisen mit Kartoffeln, nutzten die dabei die geselchte Suppe als Vorspeise und bereiteten noch eine Einlage aus ger&ouml;steten Toastscheiben mit K&auml;se. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Nach einem kurzen Mittagsschlaf nutzte ich die erste meiner Eigen-Stunden, um mich mit Schwarz-Wei&szlig;filmen f&uuml;r meine Analogkamera zu versorgen und ein paar Eink&auml;ufe beim Gro&szlig;markt zu machen, die nur dort zu erledigen sind. Dabei kaufte ich mehr als ich geplant hatte und aus der Stunde f&uuml;r mich selbst wurde eine Stunde f&uuml;r die Familieneink&auml;ufe, die gleich nach meiner R&uuml;ckkehr gemeinsam mit meiner Frau fortgesetzt wurden, um alles f&uuml;r die kommende Woche in K&auml;sten und K&uuml;hlschrank zu haben.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Trotzdem f&uuml;hlte ich mich angenehme belebt und konnte einigerma&szlig;en energievoll in einen Abend f&uuml;r meine Erwerbsarbeit als Trainer gehen &ndash; online diesmal und ohne in die Hauptstadt fahren zu m&uuml;ssen. </font><br /><span></span> </div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #238 - #265]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-238-265]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-238-265#comments]]></comments><pubDate>Mon, 16 Nov 2020 19:54:50 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-238-265</guid><description><![CDATA[4 Wochen, also 28 Tage seit dem letzten Eintrag &ndash; und es war eine ereignisreiche Zeit, die mir wie ein Jahr vorkommt. Am Vorabend des 2. Lockdowns binnen 8 Monaten halte ich inne, um Wesentliches festzuhalten.Der Freitag vor dem 1. Lockdwon im M&auml;rz der am Montag, 16.3. startete fiel auf einen 13., auch jener Freitag vor dem am kommenden Tag startenden 2. Shutdown fiel auf das gleiche Datum. Ein Fest f&uuml;r alle Abergl&auml;ubischen. Ich begehe diese besonderen Freitage in Solidarit& [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">4 Wochen, also 28 Tage seit dem letzten Eintrag &ndash; und es war eine ereignisreiche Zeit, die mir wie ein Jahr vorkommt. Am Vorabend des 2. Lockdowns binnen 8 Monaten halte ich inne, um Wesentliches festzuhalten.<br /><br /><font>Der Freitag vor dem 1. Lockdwon im M&auml;rz der am Montag, 16.3. startete fiel auf einen 13., auch jener Freitag vor dem am kommenden Tag startenden 2. Shutdown fiel auf das gleiche Datum. Ein Fest f&uuml;r alle Abergl&auml;ubischen. Ich begehe diese besonderen Freitage in Solidarit&auml;t mit einer <a href="https://augustin.or.at/projekte/f13/">Aktion der Wiener Boulevardzeitung &bdquo;AUGUSTIN&ldquo;</a> und trage schwarz, also genauer gesagt ein weinrotes T-Shirt mit einer schwarzen Katze (einem schwarzen Kater) und dem Schriftzug F13. </font><br /><font>Und das mit dem Lockdown, der von einigen als Verschw&ouml;rungstheoretiker bezeichneten Menschen (hierzu m&ouml;chte ich anmerken, dass ich mich laufend mit den verschiedensten Sichtweisen auf die aktuelle Situation auseinandersetze, weil ich vers&ouml;hnen m&ouml;chte &ndash; dazu habe ich am 15.11. auch meinen Blog Motituri T. Salutant gestartet, denn es gilt uns allen wieder in die Bewusstheit &uuml;ber unsere Sterblichkeit zu f&uuml;hren und die Todesangst als die Angst aller &Auml;ngste begreifbar zu machen, die uns alle verbindet) bereits Ende September f&uuml;r den Beginn oder das Ende der Herbstferien angek&uuml;ndigt worden war - was ja dann tats&auml;chlich eingetroffen ist (zuerst &bdquo;light&ldquo; und jetzt &bdquo;hart&ldquo; &ndash; O-Ton BK Kurz) &ndash; ist so eine Sache, die eine wesentlich differenziertere Betrachtung br&auml;uchte als sie von den offiziellen Stellen betrieben wird. Mir fehlen die Evidenzen, die solche Ma&szlig;nahmen rechtfertigen &ndash; ich bin also ein Ma&szlig;nahmen-Skeptiker und werde deswegen wohl von so manchem oder so mancher zum Corona-Leugner oder Covidioten (welch abscheuliche und menschenverachtende Begrifflichkeiten) abgestempelt. Das werde ich aber mit Fassung tragen, denn man hat mich Zeit meines Lebens schon immer in Schubladen zu packen versucht und es bis dato noch niemals geschafft, mich in einer dieser Laden unterzubringen.</font><br /><br /><font>Das, was mich am meisten st&ouml;rt an diesem in wenigen Stunden beginnenden Lockdown Two ist die Tatsache, dass unsere Dachdecker wohl auch eine Zwangspause einlegen werden. Der Dachausbau ginge in die 5. Woche und nicht einmal die Spenglerarbeiten sind schon abgeschlossen. Wir rechnen mit einem Ende der Dachrenovierung fr&uuml;hestens am Anfang n&auml;chsten Jahres. Ich habe das Wochenende dazu genutzt, mal ein wenig Ordnung in Hof und Garten zu bringen, habe Ziegelpaletten verschoben und eine Palette mit 18 St&uuml;ck 40kg-Mauerputzs&auml;cken von einem Ort zum anderen transferiert &ndash; in Handarbeit versteht sich. Auch der Abstellraum wollte wieder eingerichtet werden und der Garten wurde nun katzensicher gemacht, so dass unser Haus- und Hofkater Dario nach 4 Wochen mal wieder die Freiheit des Gartens erleben kann. Er war sehr, sehr geduldig, hat aber nie aufgegeben, mehrmals t&auml;glich nach Freigang zu maunzen. Am morgigen Tag ist es nun endlich so weit.</font><br /><br /><font>Ende Oktober kam mitten in den Dacharbeiten der Rauchfangkehrer p&uuml;nktlich zum Kehrtermin, ich stieg mit ihm &uuml;ber die noch nicht fixierte neue Holztreppe auf&rsquo;s Dach und wir kamen &ndash; wie immer &ndash; ins Plaudern. Dabei bekam ich ein wunderbares Kompliment f&uuml;r unsere Familie, die er als &bdquo;bodenst&auml;ndig&ldquo; bezeichnete. Ich habe heute noch eine gro&szlig;e Freude &uuml;ber diese Worte, die deswegen so besonders guttun, weil wir doch immer wieder Anfeindungen von au&szlig;en bez&uuml;glich unseres Familienlebens ausgesetzt waren und sind (ich habe berichtet).</font><br /><br /><font>Am Montag vor einer Woche (9.11.20) konnte ich mit meinem J&uuml;ngsten die von mir Anfang Oktober initiierte Petition &bdquo;F&uuml;r Amateurfu&szlig;ballspiele in N&Ouml; auch bei Coronaampelfarbe Orange&ldquo; an den f&uuml;r Sport zust&auml;ndigen Landesrat Jochen Danninger &uuml;berbringen, der in unserem rund zehnmin&uuml;tigen Gespr&auml;ch f&uuml;r weitere gemeinsame Bem&uuml;hungen zur Eind&auml;mmung der Pandemie pl&auml;dierte und die nun mehr wirksam werdenden weiteren Versch&auml;rfungen bereits ank&uuml;ndigte. F&uuml;r das Anliegen selbst zeigte er zwar Verst&auml;ndnis, wollte aber auch f&uuml;r die Zukunft keine Ver&auml;nderungen ank&uuml;ndigen. Ich bat ihn, evidenzbasiert vorzugehen und aus den Erfahrungen zu lernen, um angemessene Ma&szlig;nahmen zu setzen.</font><br /><br /><font>Durch die vor zwei Wochen in Kraft getretenen Schritte zum Lockdown light wurde auch der Kinder- und Jugendfu&szlig;ball in ganz &Ouml;sterreich zwei Wochen vor Saisonende still gelegt, zum letzten Training meiner U10 am 2. November herrschte Fr&uuml;hlingswetter und so belohnten wir uns mit dem letzten Eis aus der Tiefk&uuml;hltruhe unserer Arena. Nun fristen die Jungen auf unbestimmte Zeit ein bewegungsloses Leben, was wohl den einen oder anderen sogenannten Kollateralschaden hervorrufen wird. Diese Unterbrechung des Trainings- und Matchbetriebs bedeutet auch einen Bruch in der Weiterentwicklung der einzelnen Spieler und unseres Teams, das zuletzt wichtige Schritte gemacht hatte.</font><br /><br /><font>Das Saunazelt hatten wir gl&uuml;cklicherweise vor dem Start der Dachsanierung ja nicht abgebaut, sondern an eine andere Stelle im Garten verlegt &ndash; und so konnten wir unser Immunsystem alle paar Tage mithilfe einiger Saunag&auml;nge und wohltuender Aufg&uuml;sse unterst&uuml;tzen.</font><br /><br /><font>Heute habe ich mir in der B&uuml;cherei, die ja nun auch zumindest bis 6.12. schlie&szlig;en muss, noch Lesestoff und einen Film besorgt: Fahrenheit 451 mit Oskar Werner und Julie Christie in der Regie von Francois Truffaut, ebenso Bradburys Literaturvorlage und zwei Krimis von Hakan Nesser, die ich noch nicht kenne. Auch unser J&uuml;ngster und meine Liebste haben sich noch entsprechend eingedeckt, um gut durch diese Lebensphase zu kommen.</font><br /><br /><font>Ich bin also f&uuml;r die n&auml;chste Zeit gut aufgestellt, meine Workshoptermine sind allesamt auf Online umgestellt, ich arbeite also von Zuhause aus und erspare mir damit jede Menge &bdquo;maskierte&ldquo; Bahnfahrten in die und von der Hauptstadt.</font><br /><br /><font>Auch der Profifu&szlig;ball wird uns streamingm&auml;&szlig;ig begleiten, gerade ist Nations League, dann wieder Europa- und Championsleague sowie deutsche und italienische Liga.</font><br /><br /><font>Als Fan von Miniserien hatte ich es auch gut: Auf ARTE lief &bdquo;The Pleasure Principle&ldquo; von Dariusz Jablonski, auf ARD drei Teile des &bdquo;Usedoms-Krimis&ldquo;, wiederum auf ARTE der wunderbarer Spielfilm &bdquo;The Bookshop&ldquo; nach einem gleichnamigen Roman und als n&auml;chstes &ndash; ebenfalls im franz&ouml;sisch-deutschen &bdquo;Kultursender&ldquo; der Mehrteiler &bdquo;The Slap&ldquo;, der davon handelt, welche Folgen eine Ohrfeige in einer australischen Kleinstadt ausl&ouml;st.</font><br /><br /><font>Auch einen Tatort habe ich in guter Erinnerung, mit dem das neue Schweizer Team vorgestellt wurde: &bdquo;Z&uuml;ri brennt&ldquo; &ndash; ich habe schon davon geschrieben. Darin fiel der Satz &bdquo;Die Ungewissheit ist ein Monster.&ldquo; Dazu fiel mir ein, dass wir eine absolute Gewissheit haben &ndash; die uns aber nicht besonders schmeckt &ndash; n&auml;mlich den Tod. Und so ist die Angst vor eben jener Gewissheit, die uns alle immer wieder bewusst oder unbewusst bef&auml;llt, und die wir mit einer F&uuml;lle an Aktivit&auml;ten zu unterdr&uuml;cken suchen, paradoxerweise auch die Kraft, die wahres Leben verhindert. Nur in der Vers&ouml;hnung mit der Todesangst, also besser gesagt mit dem Tod, werden wir das Dasein in F&uuml;lle gewinnen und mit ihr den Augenblick, der frei ist von Vergangenheit und Zukunft und der der einzige Moment ist, in dem das Leben tats&auml;chlich stattfindet.</font><br /></font><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #234 - #237]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-234-237]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-234-237#comments]]></comments><pubDate>Sun, 18 Oct 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-234-237</guid><description><![CDATA[Wir warten. Seit 7.00 Uhr. Unsere Vermieterin hat f&uuml;r heute den Startschuss zur Dachrenovierung angek&uuml;ndigt. Sie und ihr Mann wollten zur angegebenen Stunde da sein und jene Vorarbeiten leisten, die den Beginn der Sanierung durch die Fachfirmen ab dem kommenden Tag erm&ouml;glichen. Der Himmel ist bew&ouml;lkt. Die D&auml;mmerung h&auml;lt l&auml;nger an und es wird Zeit f&uuml;r die &bdquo;Normalzeit&ldquo;, die am n&auml;chsten Sonntag wiederkehren wird. Das bringt dem Morgen eine St [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph" style="text-align:left;"><font size="4"><em>Wir warten. Seit 7.00 Uhr. Unsere Vermieterin hat f&uuml;r heute den Startschuss zur Dachrenovierung angek&uuml;ndigt. Sie und ihr Mann wollten zur angegebenen Stunde da sein und jene Vorarbeiten leisten, die den Beginn der Sanierung durch die Fachfirmen ab dem kommenden Tag erm&ouml;glichen. Der Himmel ist bew&ouml;lkt. Die D&auml;mmerung h&auml;lt l&auml;nger an und es wird Zeit f&uuml;r die &bdquo;Normalzeit&ldquo;, die am n&auml;chsten Sonntag wiederkehren wird. Das bringt dem Morgen eine Stunde fr&uuml;her Licht, der Abend allerdings wird l&auml;nger. Die Geister scheiden sich, zweimal im Jahr. Dann aber ist die Sommerzeit f&uuml;r heuer tats&auml;chlich zu Ende auch wenn uns die Wetterfr&ouml;sche f&uuml;r die Wochenmitte mit f&ouml;hnigem S&uuml;dwind bis zu 24 Grad Tagesh&ouml;chstwerte prophezeien. Morgend&auml;mmerung kommt in meinem Leben kaum noch vor, weil ich mich ja eher nachmittags und abends um den Broterwerb k&uuml;mmere. So ist auch im Haus heute eine besondere Stimmung, die Gro&szlig;en sind schon an ihre Ausbildungsst&auml;tten abgedampft, meine Frau hat sie wie wochentags immer mit einem guten Fr&uuml;hst&uuml;ck in ihre Welt hinausgeschickt. Unser J&uuml;ngster sitzt auch schon beim Fr&uuml;hst&uuml;ckstisch, er w&auml;rmt sich mit einem guten Tee mit Honig und Zitrone. Und ich ordne die Gedanken, die mich in den letzten Tagen besch&auml;ftigt haben. Mittlerweile ist es 7.45 Uhr. Und wir warten immer noch.</em></font><br /><br /><font size="4">Feuer. Fire walk with me. Feuerpferd. Der Erzengel mit dem Flammenschwert. Fegefeuer. H&ouml;llenfeuer. Freudenfeuer. Feuerwerk. Moloch. Die gleichnamige <a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-019934/moloch/">Serie auf ARTE</a> hat das Thema &bdquo;Feuer&ldquo; in mein Leben zur&uuml;ckgebracht. Fasziniert davon war ich &ndash; wie wahrscheinlich jeder (junge) Mensch - von jeher, wuchs ich doch einerseits mit &Ouml;fen (in meinem Zuhause der ersten 5 Lebensjahre, bei meinen Gro&szlig;eltern, in den Osterurlauben im Mariazellerland und den Pfadfinderlagern auf der gepachteten Holzf&auml;llerh&uuml;tte) andererseits mit Lagerfeuern (bei den Pfadfindern) auf. Als die Funken stoben, als die Flammen z&uuml;ngelten - rot, orange, gelb und blau &ndash; war ich von Anfang an in meinem Element.</font><br /><br /><font size="4"><em>Es ist 8.18 Uhr und gerade f&auml;hrt ein Bagger an meinem Fenster zum Garten vorbei. Der Mann der Vermieterin sitzt am Steuer und kurvt gekonnt zwischen Apfel- und Kirschenbaum sowie unserer jungen knapp 25 Zentimeter gro&szlig;en Tanne quer durch unsere Bienenwiese durch, um zum Dach &uuml;ber unserer zuk&uuml;nftigen Terrasse zu kommen. Offenbar sollen in der Schaufel des Gef&auml;hrts die alten Dachziegel Platz finden, die den neuen weichen m&uuml;ssen. Und dieser Vorgang des Vor- und Zur&uuml;ckschiebens wird wohl noch den Tag &uuml;ber anhalten. Auch die Fu&szlig;ballwiese unseres J&uuml;ngsten wird wohl darunter zu leiden haben, befindet sie sich doch genau vor jenem &Uuml;berdach. Ich muss meine feurigen Gedankenfl&uuml;ge unterbrechen, bemerke auch, dass ich hungrig bin und noch kein Fr&uuml;hst&uuml;ck im Bauch habe. Aber irgendwie ist mir ein wenig flau zu Mute. Auch hier gilt das Sprichwort &bdquo;Wo gehobelt wird, fliegen Sp&auml;ne!&ldquo; Ich hoffe, dass der Preis f&uuml;r das von uns ersehnte neue Dach nicht einen hohen Preis, n&auml;mlich einen verw&uuml;steten Garten, hat. Ich muss etwas essen.</em></font><br /><br /><font size="4">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; * * *</font><br /><br /><font size="4"><em>Vierundzwanzig Stunden sp&auml;ter sitze ich wieder an meinem Schreibtisch mit Gartenblick. Ich bin um viele Erfahrungen reicher und unser Kater steht derzeit &ndash; mit noch offenem Ende &ndash; unter Hausarrest. Unsere Blumenwiese ist flachgedr&uuml;ckt, die Fu&szlig;ballwiese unseres J&uuml;ngsten besteht zur H&auml;lfte nur noch aus schlammigen Baggerreifenspuren. Das Gef&auml;hrt, das diese &Uuml;beltat verrichtet hat, steht in unserer Hofeinfahrt und wartet auf seinen n&auml;chsten Einsatz, der wohl heute erfolgen wird. Die D&auml;cher sind abgedeckt, der Dachstuhl fast zur G&auml;nze entfernt. Gestern Nacht war ich mit meinem J&uuml;ngsten noch auf unserer durch die Renovierung kurzzeitig verf&uuml;gbaren &bdquo;Dachterrasse&ldquo; Sternderlschauen. Ich versuche nun, meine feurigen Gedanken wieder aufzugreifen und niederzuschreiben.</em></font><br /><br /><font size="4"><span>Meine Faszination f&uuml;r, aber ebenso die Furcht vor Feuer aller Arten wurde mir erst durch meine Liebste bewusst, die mir die chinesische Astrologie n&auml;her brachte. Ich erinnere mich noch an jenen Samstagvormittag, als wir gemeinsam in einer gro&szlig;en Wiener Buchhandlung ein Kompendium derselben erwarben und dann bei Kaffee und Kuchen in die beeindruckende Welt der fern&ouml;stlichen Charakterisierung von Menschen eintauchten. Dabei wurde ich als Feuerpferd &bdquo;gebrandmarkt&ldquo;, was mir so manche Erfahrung meines Lebens </span><span>erkl&auml;ren half. Wie ich mittlerweile wei&szlig; befinde ich mich in bester Gesellschaft, so sind etwa der ORF-Anchorman Armin Wolf oder die beiden Fu&szlig;balltrainer Peter St&ouml;ger und Franco Foda </span><span>Leidensgenossen</span><span>. Mein Spiel mit dem Feuer, das so manche Lebensphase pr&auml;gte, ist ein sprechender Ausdruck meiner Feuerphilie. </span><span>Nicht selten habe ich mir dabei mehr als die Finger verbrannt. Da ich auch gerne koche und backe, ziert so manche &bdquo;Erinnerung&ldquo; an eine zu intensive Begegnung mit Hitzequellen aller Arten meine H&auml;nde und Unterarme. Ich bin durch so manche innere H&ouml;lle gegangen &ndash; und werde wohl auch noch zuk&uuml;nftig die eine oder andere durchschreiten, weil es Teil meines Wesens ist, dem Feuer zu nah zu kommen. Wie gut, dass mir mittlerweile auch ein Regenerationsmechanismus zu eigen ist, der mich nach diesen brennenden Erlebnissen wieder zur&uuml;ck in die Spur bringt und mir bewusst macht, dass auch ein Leben ohne Feuer seinen Reiz hat. </span></font><br /><br /><font size="4"><span>U</span><span>nd auch der Name, den mir meine Eltern gegeben haben, zeigt einen Aspekt meines Charakters. Michael, der Erzengel mit dem Flammenschwert, dessen Name mit der Frage &bdquo;Wer ist wie Gott?&ldquo; aus dem Hebr&auml;ischen ins Deutsche &uuml;bertragen wurde, und der der Mythologie nach Gut und B&ouml;se scheidet, hat seine Auswirkungen in meinem und auf mein Leben. Ich ging oft und gehe auch heute - zwar weniger &ndash; aber immer wieder sehr hart mit mir und anderen ins Gericht. Ich durfte aber im Lauf der Jahre lernen, dass die Welt nicht nur aus schwarz und wei&szlig; besteht, sondern regenbogenbunt ist. Was f&uuml;r eine Erleichterung - </span><span>und paradox, dass Komplexit&auml;t genau jenes Gef&uuml;hl hervorruft. Gerade in Zeiten wie diesen, wo die Welt sich in Lagern zusammenfindet, die einander befeinden anstatt gemeinsam an guten L&ouml;sungen zu arbeiten, ist das aber enorm hilfreich. So kann ich der heutigen Schlagzeile der &Ouml;3-Nachrichten &bdquo;Corona spaltet &Ouml;sterreich&ldquo; nichts abgewinnen, weil es ja nicht der Virus ist, sondern der Umgang der Menschen damit und die gegenseitige Schuldzuweisung, die uns zunehmend in zwei Lager abdriften l&auml;sst. Und hier h&auml;tte Politiker*innen die Aufgabe zu einen und sich nicht auf die eine Seite zu schlagen. Das ist ein Grundfehler, der Gemeinschaften im Extremfall ins Verderben st&uuml;rzen kann, wie auch die Geschichte beweist. Leider dient diese nichts als Lehrmeisterin, jede Generation will offenbar ihre eigenen Erfahrungen machen. </span></font><br /><br /><font size="4"><span>D</span><span>ie ARTE-Serie Moloch, deren Titel sich auf die </span><span>Bezeichnung biblischer Kinderbrandopfer bezieht, erz&auml;hlte davon, dass Menschen </span><span>sich scheinbar grundlos einfach selbst entz&uuml;nden und verbrennen. Das ist der eine eher rei&szlig;erische Aspekt der Filme, der mich nicht bewogen h&auml;tte, insgesamt sechs Stunden durchzuhalten. Der andere Gesichtspunkt war f&uuml;r mich wesentlich bewegender: es ging um Schuld und S&uuml;hne, um Vergehen, Reue und Vergebung. Alles Lebensthemen, die so meine ich, wohl jeden Menschen umtreiben, mich jedenfalls ganz intensiv. Neben all dem, was ich verbockt habe, wo ich mich schuldig gemacht und andere damit verletzt habe (bewusst und unbewusst), gibt es einen roten Faden, der mich &ndash; der ich nur allzu gerne und allzu schnell Verantwortung &uuml;bernehme &ndash; immer wieder und nur allzu leicht zum S&uuml;ndenbock und zur Projektionsfl&auml;che gemacht hat mit zum Teil extremen Auswirkungen auf meine Existenz und die Existenz jener, die mit mir zusammenleb</span><span>(t)</span><span>en. </span><span>Aber bevor ich die f&uuml;r mich typischen Schuldgef&uuml;hle pflege, um meine selbstzerst&ouml;rerischen Phasen zu n&auml;hren, und damit auch jenen, die mich zu Unrecht zur Verantwortung ziehen wollen oder sogar beschuldigen, Z&uuml;ndstoff gebe &ndash; ein Teufelskreis &ndash;, setze ich hier einen Schlusspunkt, um mich auch den positiven Seiten meiner Feuer zuzuwenden: dem Feuer der Begeisterung beispielsweise, das mich immer wieder neu beginnen l&auml;sst, das mich die eine oder andere Initiative ergreifen l&auml;sst, &uuml;ber die andere nur reden </span><span>ohne zu handeln oder meine feurigen Worte in Texten und Reden, die andere mitrei&szlig;en und in Bewegung bringen. Tja, auch die &bdquo;Feuer-Medaille&ldquo; hat zwei Seiten.</span></font><br /><br /><font size="4"><em>Drau&szlig;en tobt weiterhin der Dachabriss-Sturm, Getrampel &uuml;ber meinem Kopf, Motors&auml;genkreischen und das Quietschen und Rumpeln der Dachbalken, die gerade entfernt werden. Einer der Balken hat beim Abwurf auf die Wiese unsere Tanne getroffen, wir werden sehen, wie &uuml;berlebensf&auml;hig sie schon ist, ist sie doch seit zwei Jahren unser lebender Weihnachtsbaum und heuer erstmals nicht im Topf sondern auf ihrem Platz auf der Wiese. Die Zimmerer werden wohl erst morgen kommen und nicht schon &ndash; wie urspr&uuml;nglich angek&uuml;ndigt &ndash; heute.</em></font><br /><br /><font size="4"><span>Zum Abschluss dieses Eintrags m&ouml;chte ich auch noch kurz auf die &auml;u&szlig;eren Ereignisse dieser Wochenend- und Wochenanfangstage eingehen.</span> <span> </span></font><br /><br /><font size="4">Am Freitag nahm ich mir die Freiheit, nach langer Zeit wieder einmal zum Gro&szlig;markt zu fahren, um Bio-Parmesan und Bio-H&uuml;hnerleber zu besorgen. Jener Parmesan ist laut Testberichten der einzige in &Ouml;sterreich im Handel befindliche, der die wenigste Schwer&ouml;lbelastung aufweist (woher die kommt, konnte ich im Rahmen meiner Recherchen leider nicht kl&auml;ren) und der auch nach Grana Padano-Kriterien gereift ist, die Leber, die ich immer ger&ouml;stet zubereite (so war sie schon in Kindertagen eine meiner Lieblingsspeisen), ist von Zeit zu Zeit nicht nur ein Leckerbissen f&uuml;r meine Liebste und mich, sondern nat&uuml;rlich auch unseren Kater Dario.</font><br /><br /><font size="4">Mittags klingelte dann der Postbote, um mir Neuigkeiten aus Linz zu bringen. Die werde ich demn&auml;chst an mich heranlassen, um die daraus resultierenden n&auml;chsten Schritte zu setzen. Dazu muss ich noch das dabei hochlodernde innere Feuer in konstruktive und nicht selbstzerst&ouml;rerische umlenken, hat doch diese in diesem Verfahren aufgew&auml;rmte Vergangenheit nichts mehr mit meinem Leben zu tun &ndash; und dabei darf ich ein gutes Gewissen haben und muss meine Schuldgef&uuml;hle, die der Realit&auml;t nicht ann&auml;hrend entsprechen, in die Tonne werfen.</font><br /><br /><font size="4">Das Wochenende war dann von Fu&szlig;ball gepr&auml;gt, am Samstagvormittag hatten mein Co und ich ein Training unserer U10-Mannschaft als Ersatz f&uuml;r die wetterbedingt abgesagten Mittwochseinheiten angesetzt, der Nachmittag war dann den Vorarbeiten f&uuml;r den am Montag beginnenden Dachumbau gewidmet. Sonntags spielten meine Fu&szlig;balljungs dann in Kirchberg/Wagram, wir waren von 9 bis 13 Uhr unterwegs und konnten nach 1:5-R&uuml;ckstand in H&auml;lfte zwei ausgleichen und nach einem 5:6 drei Minuten vor Schluss in allerletzter Minute noch den neuerlichen und hochverdienten Ausgleich erzielen. Ab 14.30 hielten wir uns zur Fu&szlig;balljause im Gasthaus unserer Fu&szlig;ballarena auf, mit dabei war auch meine Frau. Neben Debrezinern mit Geb&auml;ck gab es Kaffee und Kuchen und zwei Jugendspiele unseres Vereins. </font><br /><br /><font size="4">Abends dann ein sehenswerter <a href="https://tvthek.orf.at/profile/Tatort/2713749/Tatort-Zueri-braennt/14068510">Tatort &bdquo;Z&uuml;ri br&auml;nnt&ldquo;</a> mit dem neuen Schweizer Team, der die Seher*innen in bewegte schweizerische Zeiten Anfang der 80er-Jahre mit Stra&szlig;enschlachten und jeder Menge Gewalt f&uuml;hrte, die mir bislang unbekannt waren. Die Spannung hielt bis zuletzt, die Thematik gepr&auml;gt von Schuld und S&uuml;hne. Auch erfuhr ich, dass laut Schweizer Strafrecht Mord verj&auml;hren kann.</font><br /><br /><font size="4">Die Nacht auf Montag verlief traumreich, es waren nicht wirkliche Albtr&auml;ume, die mich heimsuchten, aber sehr stressige Ereignisse, die mich ersch&ouml;pft erwachen lie&szlig;en. Neben den schon beschriebenen Umbauma&szlig;nahmen wurden am Montagvormittag auch jene Versch&auml;rfungen pr&auml;sentiert, die die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Landehauptleuten im &bdquo;Kampf gegen Covid 19&ldquo; beschlossen hatte. Verbl&uuml;ffend f&uuml;r mich die weitere Reduktion von Zuschauerzahlen bei Fu&szlig;ballspielen im Freien unabh&auml;ngig von der Stadiongr&ouml;&szlig;e, das verpflichtende Tragen von &bdquo;Masken&ldquo; auch bei diesen Outdoorveranstaltungen trotz der ohnehin schon geltenden Anstandsregelungen und das allgemeine Verbot des Ausgebens von Speisen und Getr&auml;nken (auch bei Kultur- und Indoor-Events), womit die Wirtschaft wieder einmal runtergefahren wird, zu deren F&ouml;rderung man ja diese Schritte ja angeblich setzt. Widerspr&uuml;che &uuml;ber Widerspr&uuml;che und mehr Fragen als Antworten, die zu einem Gutteil nicht evidenzbasiert und wissenschaftlich fundiert sind.</font><br /><br /><font size="4">Das Leben geht dennoch weiter ...</font><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag # 211- #233]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-211-233]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-211-233#comments]]></comments><pubDate>Wed, 14 Oct 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-211-233</guid><description><![CDATA[Wenn du um 6.30 Uhr vom Radiowecker mit den Worten: &bdquo;...k&uuml;ndigte eine weitere Versch&auml;rfung der Coronama&szlig;nahmen schon in den n&auml;chsten Tagen an &hellip;&ldquo; geweckt wirst, dann sinkt die Motivation den Tag zu beginnen in ungeahnte Tiefen. Wie wohl du schon in den letzten Wochen damit zu leben gelernt hast, dass die sogenannten &bdquo;Zahlen&ldquo; nun wieder in Richtung exponentielles Wachstum tendieren und daher die Krankenhauskapazit&auml;ten zur Neige zu gehen droh [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Wenn du um 6.30 Uhr vom Radiowecker mit den Worten: &bdquo;...k&uuml;ndigte eine weitere Versch&auml;rfung der Coronama&szlig;nahmen schon in den n&auml;chsten Tagen an &hellip;&ldquo; geweckt wirst, dann sinkt die Motivation den Tag zu beginnen in ungeahnte Tiefen. Wie wohl du schon in den letzten Wochen damit zu leben gelernt hast, dass die sogenannten &bdquo;Zahlen&ldquo; nun wieder in Richtung exponentielles Wachstum tendieren und daher die Krankenhauskapazit&auml;ten zur Neige zu gehen drohen (wir reden derzeit von einer 20%igen Auslastung), bist du immer wieder &uuml;berrascht, was dir noch so alles bl&uuml;ht. Nun sind auch jene &bdquo;Masken&ldquo; in der Kritik, die seitlich nicht abschlie&szlig;en und daher keinen ausreichenden Schutz darstellen wie etwa Gesichtsvisiere und solche, die nur Mund und Nase bedecken. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Nun, das Leben ging und geht dennoch weiter &ndash; und ich bin froh schon seit Jahren mit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UqyIxjTpS24&amp;feature=youtu.be">Clemens Arvay</a> vernetzt zu sein, der diebez&uuml;glich differenzierte und fachlich fundierte Perspektiven vertritt, die er auch in seinem aktuellen Buch &bdquo;Wir k&ouml;nnen es besser&ldquo; gut dokumentiert und vor allem mit jeder Menge Quellenangaben zu Studien und wissenschaftlichen Erkenntnissen unterlegt hat. </font><br /><br /><span></span><font size="4">Mein neues Suhrkamp-Notizbuch (&bdquo;Chronik der laufenden Ereignisse&ldquo;) ist schon mit Erlebnissen aus 22 weiteren Lebenstagen vollgeschrieben, die noch keinen Eingang in meinen Blog gefunden haben. Bevor das nun hier zumindest in Ausz&uuml;gen passiert, m&ouml;chte ich noch erg&auml;nzen, dass auf der Buchr&uuml;ckseite ein anderes Zitat von Handke steht als jenes, das in der Bewerbung angef&uuml;hrt war. Es lautet: &bdquo;Schreiben: Es geht nicht ohne den Glanz.&ldquo; Und das in hellblau gl&auml;nzenden Buchstaben.</font><br /><br /><span></span><font size="4">Gerade eben hat sich auch Haus- und Hofkater Dario zu mir auf den Schreibtisch gesellt, ich habe extra f&uuml;r ihn die Schreibtischlampe angeknipst, damit er sie als W&auml;rmequelle nutzen kann. Bis kurz zuvor hat er seinen Spiel- und Jagdtrieb intensiv in den R&auml;umen unseres Hauses ausgelebt, nachdem drau&szlig;en seit Tagen ein echt feuchtes Sp&auml;therbstwetter, mit Regen, starkem Wind aus Nordwesten und unwirtlichen Bedingungen herrscht, das sogar ihm den Aufenthalt im Freien verg&auml;llt. Ach ja, dazu gleich die Information, warum der schwarze Kater mit den Titel &bdquo;Haus- und Hofkater&ldquo; geadelt wurde. Meine Frau und ich haben beschlossen, unser Landleben und unseren Versuch, selbstversorgt zu leben, auf social media zu dokumentieren. Schon geraume Zeit vorher hatten wir unseren Lebensort, der uns vor knapp drei Jahren zugefallen ist, den Namen &bdquo;Halme-Hof&ldquo; gegeben. (ich habe berichtet). Wir sind ja seit Jahren bem&uuml;ht, nachhaltig und minimalistisch zu leben, der Grundsatz von Heini Staudingers (von GEA) Oma ist uns Leitsspruch: &bdquo;Nie ist zu wenig, was gen&uuml;gt.&ldquo;</font><br /><br /><span></span><font size="4">Ansonsten war viel, viel Fu&szlig;ball im Spiel in diesen mehr als drei Wochen seit dem letzten Eintrag. Die U10-Meisterschaft l&auml;uft und meine Kindermannschaft hat nach einer aufstrebenden Phase, die mit einem Sieg und ansonsten guten Leistungen dokumentiert wurde, nun eine Krise &ndash; und zuletzt setzte es die erste zweistellige Schlappe noch dazu ohne ein Tor geschossen zu haben. Es war das immerhin dritte Spiel innerhalb von 10 Tagen (auch diese Planung ist der Corona-Krise geschuldet, da die Liga erst mit 14 Tagen Versp&auml;tung begonnen hatte und daher esrt Mitte November beendet sein wird. Die Freude an Trainings bei Sauwetter h&auml;lt sich bei einem Drittel meines Teams in Grenzen, zuletzt waren immer nur knapp mehr als die H&auml;lfte der Spieler*innen anwesend. Da kann sich nicht allzuviel weiterentwickeln. Auch unser Tormann geh&ouml;rt zu den &bdquo;Sch&ouml;nwetterfu&szlig;ballern&ldquo; und daher musste mein J&uuml;ngster schon zwei Spiele lang in seine Rolle schl&uuml;pfen, was er durchaus mit Bravour gemeistert hat.</font><br /><br /><span></span><font size="4">Das war die eine Seite des Fu&szlig;balls. Die andere bezog sich auf die Aktivit&auml;ten f&uuml;r den Verein an sich. PR-Arbeit (Vorberichte, Spielberichte, Newsletter, Facebook-Eintr&auml;ge, etc.) f&uuml;r Heim- und Ausw&auml;rtsspiele war angesagt, dann f&uuml;hrte die N&Ouml;. Landesregierung pl&ouml;tzlich eine &bdquo;Geisterspielverordnung&ldquo; ein, die es zu ver&auml;ndern galt. F&uuml;r Amateurklubs sind Matches ohne Publikum keine Option, da in diesem Fall nur Kosten entstehen, aber keine Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Kantinenerl&ouml;sen flie&szlig;en. Ich schrieb einen <a href="https://www.openpetition.eu/at/petition/online/fuer-amateurfussballspiele-vor-publikum-in-noe-auch-bei-coronaampelfarbe-orange#petition-main">Offenen Brief</a> an den Sportlandesrat und die Landeshauptfrau und lie&szlig; eine <a href="https://www.openpetition.eu/at/petition/online/fuer-amateurfussballspiele-vor-publikum-in-noe-auch-bei-coronaampelfarbe-orange#petition-main">Petition</a> folgen, die sich in den ersten Tagen pr&auml;chtig entwickelte und auch zu zahlreichen Medienreaktionen f&uuml;hrte. Demn&auml;chst wird es sogar einen <a href="https://www.noen.at/niederoesterreich/politik/niederoesterreich-neos-corona-restriktionen-fuer-vereine-muessen-fallen-niederoesterreich-corona-auswirkungen-corona-massnahmen-coronavirus-corona-ampel-indra-collini-werner-vogl-neos-noe-amateurfussball-228357140">Antrag im N&Ouml;. Landtag </a>geben, der der Argumentation meiner Petition folgt. Auch galt es eine Aktion f&uuml;r unsere Fu&szlig;baller umzusetzen: beim ersten Geisterspiel <a href="http://meinfussball.at/Bewerbe/Herren/2-Landesliga/West/Berichte/2-LLW1602347851557.html">&ouml;ffneten wir unsere Kantine als Gastst&auml;tte mit der Konzession der Frau unseres Obmanns</a>, was einen Teil der Einnahmenausf&auml;lle kaschierte und auch sozial ein guter Erfolg war.</font><br /><br /><span></span><font size="4">Auch f&uuml;r mein pers&ouml;nliches Wachstum brachten diese 22 Tage enorme Herausforderungen &ndash; und es f&auml;llt mir auch heute noch nicht leicht, diese Erfahrungen auf der Habenseite zu verbuchen, haben sie mich doch einer stetigen Gratwanderung ausgesetzt und mir am vergangenen Wochenende auch einen formidablen Absturz beschert, an dessen Auswirkungen ich auch 5 Tage sp&auml;ter noch laboriere. Das erkl&auml;rt auch meine Demotivation nach einer solchen Radiomeldung mit Freude aufzustehen. Ich suche die Perspektiven.</font><br /><br /><span></span><font size="4">Hier in aller K&uuml;rze und der Reihe nach:</font><br /><br /><span></span><font size="4">In der Serie <a href="https://www.zdf.de/serien/missing-lisa">&bdquo;Missing Lisa/GR 5&ldquo;</a> auf ZDF NEO wurden einem Protagonisten folgende Worte in den Mund gelegt: &bdquo;Wenn du den Riesen nicht t&ouml;ten kannst, dann musst du den Zwerg t&ouml;ten!&ldquo; Diese Worte r&uuml;hrten mich zu bitteren Tr&auml;nen. Geschuldet waren seine Ausf&uuml;hrungen dem sexuellen Missbrauch durch einen Priester in seiner Schulzeit, die sein gesamtes bisheriges Leben insofern beeinflusst hatten, als er sich immer wieder lebensgef&auml;hrlichen Situationen ausgesetzt hat und Beziehungen nur aus der Ferne zu f&uuml;hren im Stande war; eine innere Destruktivit&auml;t, die auch im &Auml;u&szlig;eren wirksam wird &ndash; und die so auch f&uuml;r emotionalen Missbrauch gilt.</font><br /><br /><span></span><font size="4">Am 212. Tag hatte ich einen Radio-Live-Auftritt als Moderator meiner neuen Sendereihe <a href="https://getbildung.wordpress.com/">&bdquo;Get Bildung &ndash; BildungsWandel im Gespr&auml;ch&ldquo;</a> auf Radio Orange, es galt eine Diskussionsrunde zur Wien-Wahl zu leiten. Es waren sehr spannende und tiefgreifende Gespr&auml;che, wobei die Umsetzung der Vorschl&auml;ge und Ideen, die entwickelt wurden, in den Sternen steht, haben sich doch SP&Ouml;, &Ouml;VP und FP&Ouml; dem Kommen entschlagen, es waren Vertreter*innen von LINKS, Gr&uuml;nen und NEOS anwesend.</font><br /><br /><span></span><font size="4">Am gleichen Tag k&auml;mpfte meine Liebste um das Wohl ihrer beiden S&ouml;hne, unserer &Auml;ltesten (ich berichtete). Aber auch an diesem Tag fiel keine Entscheidung &ndash; was die Situation ins Unertr&auml;gliche steigerte und letztlich mit zu dem von mir zuvor erw&auml;hnten Crash f&uuml;hrte. In der Causa bin ich seit Anbeginn der S&uuml;ndenbock und seit einigen Monaten auch &ndash; trotz meiner gesetzlichen Beistandspflicht &ndash; eine absolute Null, deren Stellungnahme und Sichtweise zur Situation nicht gew&uuml;nscht wird, was fu&szlig;ballerisch gesehen ein &bdquo;Rot-Foul&ldquo; ist. Die vom Kindervater angerufenen Gerichte haben hier kr&auml;ftig mitgewirkt und dazu beigetragen, dass das Zusammenleben vor allem mit Sohn Nr. 1 f&uuml;r alle Beteiligten nur noch eine Qual ist. Seinen Wunsch zum Vater zu ziehen ist er aber nicht bereit von sich aus in die Tat umzusetzen, h&auml;tte er schon jetzt die M&ouml;glichkeit, eine Woche bei und jede zweite Woche bei ihm in Berlin zu leben. Aber das tut er einfach nicht, weil er seit Monaten darauf wartet, dass ihm die Richterin das OK f&uuml;r den vollst&auml;ndigen Umzug gibt. Auch das zeigt aus meiner Sicht, dass an der ganzen Sache etwas faul ist &ndash; und zwar nicht wegen mir, dem S&uuml;ndenbock.</font><br /><br /><span></span><font size="4">Ber&uuml;hrend auch der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/WALL%C2%B7E_%E2%80%93_Der_Letzte_r%C3%A4umt_die_Erde_auf">Disney-Film &bdquo;wall.e&ldquo;</a>, der schon vor mehr als einem Jahrzehnt die Situation unserer Gesellschaft deutlich aufgezeigt hat. Die Menschen haben die von ihnen zerst&ouml;rte Erde verlassen und befinden sich seit Jahren auf einer Art Kreuzfahrtraumschiff, bewegen sich in fliegenden Fauteuils fort, haben einen Bildschirm vor Augen, der sie st&auml;ndig mit Werbung und virtuellen Erlebnissen versorgt, dementsprechend &uuml;bergewichtig sind sie in der Zwischenzeit. Der Aufr&auml;umroboter wall.e gelangt eines Tages von der Erde auf dieses Raumschiff &ndash; und von da an beginnt die Aktion zur Wiederbesiedlung der Erde und zur Vermenschlichung der Menschen. In der Realit&auml;t sind wir derzeit aber noch in der Phase, die der Film nicht beschreibt, Pr&auml;-wall.e sozusagen.</font><br /><br /><span></span><font size="4">Auch mein Namenstag, der &bdquo;Mikkelinp&auml;iv&auml;&ldquo; fiel in diese Wochen, wir feierten in der &ouml;rtlichen Pizzeria, nat&uuml;rlich drau&szlig;en, obwohl das Wetter schon sehr, sehr herbstlich war. Es war eine sch&ouml;ne Dreier-Zeit mit meiner Liebsten und unserem J&uuml;ngsten. </font><br /><br /><span></span><font size="4">Und &ndash; dann geschah noch ein &bdquo;Wunder&ldquo;: Unsere Vermieterin k&uuml;ndigte uns zum wiederholten Mal, diesmal aber mit der n&ouml;tigen Ernsthaftigkeit an, nun endlich die dringend n&ouml;tige Dachsanierung durchf&uuml;hren zu lassen. Dazu kamen sie und ihr Mann in Begleitung eines Fachmannes zu uns. Beschlossen wurde die Neudeckung des Daches &uuml;ber unserem Wohn- und B&uuml;robereich sowie &uuml;ber der Fl&auml;che, die schon seit 2 Jahren als Terrasse vorgesehen ist. Zudem sollen die jenen Bereich umgebenden Mauern verputzt werden. Ebenso wird unser Hoftor erneuert und eine neue Stiege zum Dachboden eingebaut. Der Umbau wird schon am kommenden Wochenbeginn starten und uns jedenfalls zwei Wochen besch&auml;ftigen. Ganz glauben kann ich es noch nicht, ist es doch schon der x-te Anlauf, diese Situation zu bereinigen. Wir sind also dachm&auml;&szlig;ig wieder einmal &bdquo;guter Hoffnung&ldquo; &ndash; und warten auf die Umsetzung. Ich werde berichten.</font><br /><span></span> </div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Offener Brief an LH Mikl-Leitner und LR Danninger zum Publikumsverbot für Amateur-Fußballligen]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/offener-brief-an-lh-mikl-leitner-und-lr-danninger-zum-publikumsverbot-fur-amateur-fussballligen]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/offener-brief-an-lh-mikl-leitner-und-lr-danninger-zum-publikumsverbot-fur-amateur-fussballligen#comments]]></comments><pubDate>Thu, 01 Oct 2020 09:33:56 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/offener-brief-an-lh-mikl-leitner-und-lr-danninger-zum-publikumsverbot-fur-amateur-fussballligen</guid><description><![CDATA[Dieser Aufruf kann gerne durch Eintrag des Namens im Kommentarfeld unterhalb des Beitrages unterst&uuml;tzt werden, ebenso ist es m&ouml;glich, diesen Brief zu kopieren und in eigenem Namen an die beiden Verantwortlichen zu senden:LH Mag.a Johanna Mikl-Leiter, lh.mikl-leitner@noel.gv.atLR Mag. Jochen Danninger, lr.danninger@noel.gv.at    Offener Brief anLandeshauptfrau Mag.a Johanna Mikl-Leitner und Sportlandesrat Mag. Jochen Danninger per E-MailBetreff: Publikumsverbot in den Amateurligen in n& [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<blockquote>Dieser Aufruf kann gerne durch Eintrag des Namens im Kommentarfeld unterhalb des Beitrages unterst&uuml;tzt werden, ebenso ist es m&ouml;glich, diesen Brief zu kopieren und in eigenem Namen an die beiden Verantwortlichen zu senden:<br />LH Mag.a Johanna Mikl-Leiter, <a href="mailto:lh.mikl-leitner@noel.gv.at">lh.mikl-leitner@noel.gv.at</a><br />LR Mag. Jochen Danninger, <a href="mailto:lr.danninger@noel.gv.at">lr.danninger@noel.gv.at</a><br /></blockquote>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph"><strong>Offener Brief an</strong><br /><strong>Landeshauptfrau Mag.a Johanna Mikl-Leitner <br />und Sportlandesrat Mag. Jochen Danninger per E-Mail</strong><br /><br /><em>Betreff: Publikumsverbot in den Amateurligen in n&ouml;. Bezirken mit oranger Ampelfarbe</em><br /><br />Sehr geehrte Frau Landeshauptfrau,<br />sehr geehrter Herr Sportlandesrat!<br /><br />Mit &Uuml;berraschung und Best&uuml;rzung musste ich von den von Ihnen mit G&uuml;ltigkeit vom kommenden Montag, 5.10.2020 versch&auml;rften Ma&szlig;nahmen f&uuml;r Fu&szlig;ball-Amateurvereine anl&auml;sslich der &bdquo;Corona-Pandemie&ldquo; in Nieder&ouml;sterreich erfahren. Dieser Schritt, in Bezirken mit oranger Ampelfarbe kein Publikum mehr zuzulassen, ist eine nicht nachvollziehbare Handlung, sie trifft Menschen und Gemeinschaften mit voller H&auml;rte.<br /><br />Wie Sie ja wissen, leben Fu&szlig;ballklubs im Amateurbereich vornehmlich von Sponsor*innen (u.a. Bandenwerbung, Patronanzen, Ballspenden, Werbejingles w&auml;hrend der Matches), Eintrittsgeldern und Kantinenerl&ouml;sen. Durch den Ausschluss von Zuschauer*innen fallen diese lebenswichtigen Ertr&auml;ge kurz- bzw. mittelfristig zur G&auml;nze weg, auch Unterst&uuml;tzer*innen, die auf die Gegenleistung der &ouml;ffentlichen Pr&auml;senz bzw. Bewerbung angewiesen sind, werden ihr Sponsoring &uuml;ber kurz oder lang sein lassen.<br /><br />Der von Ihnen angedachte Ersatz dieser Einnahmenentg&auml;nge ist angesichts der Situation eine selbstverst&auml;ndliche Aktion, soll ja der Spielbetrieb der Amateurligen weitergef&uuml;hrt werden, womit ein entsprechender Aufwand verbunden ist (u.a. Fixkosten f&uuml;r den Erhalt des Sportplatzes, die pauschale Reiseaufwandsentsch&auml;digung f&uuml;r Spieler und Trainer, etc.).<br /><br />Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die soziale Dimension von Fu&szlig;ballverein und Fu&szlig;ballplatz. Alle Vereine haben sich zuletzt redlich bem&uuml;ht, die von Ihnen bzw. der Bundesregierung aufgestellten Vorgaben bez&uuml;glich Hygiene, Abstandsregelungen und Mund-Nasen-Schutz zu erf&uuml;llen. Daf&uuml;r wurde uns im Gegenzug versprochen, dass wir den Spielbetrieb vor Publikum weiterf&uuml;hren k&ouml;nnen.<br /><br />Dass Sie nun angesichts von 90 Neuinfektionen, die dem Sportbetrieb (und nicht allein dem Fu&szlig;ball) zugeordnet wurden, eine derartige Versch&auml;rfung in Kraft setzen wollen, ist f&uuml;r mich nicht hinnehmbar. Es g&auml;be ja auch andere L&ouml;sungen, wie etwa die verst&auml;rkte Kontrolle von Veranstaltungen mit entsprechenden Konsequenzen, etwa einem Publikumsverbot f&uuml;r eine gewisse Anzahl an Spielen, oder eine positive Werbeaktion mit den entsprechenden Hinweisen auf die n&ouml;tigen Richtlinien zur Bewusstseinsbildung bei den Beteiligten.<br /><br />Daher fordere ich Sie dringend auf, diese Ma&szlig;nahmen noch vor dem 5.10.20 zur&uuml;ck zu nehmen, um den Fu&szlig;ball-Amateurvereinen das &Uuml;berleben zu sichern, ohne weitere &ouml;ffentliche Gelder aufbringen zu m&uuml;ssen und das soziale Leben in Dorfgemeinschaften und Vereinen nicht nachhaltig zu zerst&ouml;ren. Physical distancing unter bestimmten Umst&auml;nden wie diesen ja &ndash; social distancing aber ist ein No-Go, es bringt die Menschen auseinander und zerst&ouml;rt die Grundfesten unserer Republik. ,<br /><br />Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br /><br /><em>Dipl.-P&auml;d. Michael Karjalainen-Dr&auml;ger, Bed e.h.<br />Pers&ouml;nlichkeitstrainer, Dichter &amp; Publizist<br />Medienmanager, Platzsprecher und U10-Trainer beim FC Moser Medical Rohrendorf<br />mkd@karjalainen-draeger.at</em><br /><br />Rohrendorf bei Krems, 1.10.2020<br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag # 153 - #210]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-153-210]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-153-210#comments]]></comments><pubDate>Tue, 22 Sep 2020 11:08:38 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-153-210</guid><description><![CDATA[Wo anfangen, wenn ich seit Tag 153 und daher seit Samstag 25.7. - also fast zwei Monate lang &ndash; keinen Eintrag im Blog auf meiner Route 55 gemacht habe, nicht deswegen, weil nichts passiert w&auml;re. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Zum einen habe ich drei Texte geschrieben, einen f&uuml;r meine erste und wahrscheinlich einzige Lesung dieses Jahres vor dem Weltladen in Tulln (Titel: Ihre Lust ist Leben), einen f&uuml;r meine Liebste anl&auml;sslich unseres 10. Hochzeitstages (Titel: Ten y [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4"><span>Wo anfangen, wenn ich seit Tag 153 und daher seit Samstag 25.7. - also fast zwei Monate lang &ndash; keinen Eintrag im Blog auf meiner Route 55 gemacht habe, nicht deswegen, weil nichts passiert w&auml;re. Nein, das Gegenteil ist der Fall. </span><br /><br /><font><span>Z</span></font><font><span>um einen habe ich drei Texte geschrieben, einen f&uuml;r meine erste und wahrscheinlich einzige Lesung dieses Jahres vor dem Weltladen in Tulln (Titel: <a href="https://makarjalainen.weebly.com/short-storys/ihre-lust-ist-leben">Ihre Lust ist Leben</a>), einen f&uuml;r meine Liebste anl&auml;sslich unseres 10. Hochzeitstages (Titel: <a href="https://makarjalainen.weebly.com/short-storys/ten-years-ago-die-geschichte-eines-kugelschreibers">Ten years ago &ndash; die Geschichte eines Kugelschreibers</a>) und einen weiteren f&uuml;r den diesj&auml;hrigen Schreibwettbewerb der Stadtbibliothek Krems unter dem Motto &bdquo;Schreiben in Zeiten der Cholera&ldquo; (Titel: </span></font><font><span>Was vom Hasen &uuml;brigblieb &ndash; noch nicht ver&ouml;ffentlicht), </span></font><font><span>zum anderen m</span></font><font><span>ein Suhrkamp-Notizb&uuml;chlein in dieser Zeit ausgeschrieben, das </span></font><font><span>n&auml;chste, n&auml;mlich ein </span></font><font><span>Reclam Universalnotizbuch ist schon in Amt und W&uuml;rden. </span></font><font><span>Vorsorglich habe ich soeben ein neues Notizbuch von Suhrkamp mit dem Titel &bdquo;Chronik der laufenden Ereignisse&ldquo; bestellt. Der Titel ist sehr ansprechend, er bezieht sich auf ein gleichnamiges Werk von Peter Handke, das Zitat auf der R&uuml;ckseite des Covers zitiert den Nobelpreistr&auml;ger so: </span></font>&raquo;Schreiben, aufschreiben: Wirklich denken, wirklichdenken; was mir nur so durch den Kopf geht, denke ich nicht wirklich.&laquo; Nun ja, Handke eben.<br />Aber wozu f&uuml;r eine Chronik notieren und aufzeichnen, wenn es kein anderer au&szlig;er mir lesen kann? Daher ergibt sich die Notwendigkeit, diesem &bdquo;Blo&szlig;-ins-Notizbuch-Schreiben&ldquo; zu begegnen und endlich auch wieder am Computer Worte f&uuml;r den Blog zu machen.<br /><br />Also:<br /><font>Ich befinde mich jetzt am 210. Tag meines Weges durch mein 55. Lebensjahr, mehr als die H&auml;lfte der Distanz ist damit zur&uuml;ckgelegt, der Sommer trotz des heutigen Herbstbeginns zumindest tags&uuml;ber noch sp&uuml;rbar, die Abende, N&auml;chte und Morgen aber bereits der Jahreszeit entsprechend k&uuml;hl.</font><br /><br /><font>Was hat mich in der 57 Tagen seit meinem letzten Eintrag bewegt?</font><br /><br /><font>Es ist nur ein grober &Uuml;berblick m&ouml;glich, die Zeit fordert anderes von mir, als mich stunden-, vielleicht sogar einige Tage lang ausf&uuml;hrlich mit all dem Geschehenen zu besch&auml;ftigen:</font><br /><br /><font>Von den literarischen Ereignissen habe ich schon geschrieben, den Hochzeitstag mit meiner Liebsten am 18.8. haben wir in einer kleinen, feinen Freundesrunde beim Heurigen im Nachbarort gefeiert, wir wurden dabei reich beschenkt. </font><br /><br /><font>Fu&szlig;ball ist schon im Juli wieder intensiv in mein Leben getreten, das Training mit meiner Kindermannschaft der 9-J&auml;hrigen konnte ich im August unter ziemlich &bdquo;normalen&ldquo; Bedingungen wieder aufnehmen. Es waren vier Abg&auml;nge zu verzeichnen, aber im Lauf der letzten Wochen auch vier Neuzug&auml;nge, damit ist die Basis f&uuml;r diese Saison gelegt. Mein neuer Co-Trainer, den ich schon f&uuml;r die Fr&uuml;hjahrssaison engagiert hatte, die dann nicht stattgefunden hat, macht weiter, bislang haben wir uns schon erfolgreich f&uuml;r den Fortbestand der Mannschaft eingesetzt, uns mit der Kritik eines Vaters auseinandergesetzt, der ein kl&auml;rendes Gespr&auml;ch aber abgelehnt hat und lieber weiterhin vom Zuschauerrang seine Zwischenrufe und seine &ndash; wie er betont &ndash; freie Meinungs&auml;u&szlig;erung fortsetzen will (was das f&uuml;r seinen Sohn bedeutet &ndash; Stichwort: Loyalit&auml;tskonflikt) ber&uuml;hrt uns mehr als ihn, wir haben einen Intensiv-Trainingstag, zahlreiche Trainingseinheiten sowie ein Test- und drei Meisterschaftsspiele absolviert, dabei einmal gewonnen und dreimal verloren, jeweils nicht deswegen, weil die Gegner um so viel besser waren, sondern weil das Defensivverhalten zu l&ouml;chrig war und die zahlreichen Abschlussm&ouml;glichkeiten nicht in Torerfolg umgem&uuml;nzt werden konnten. </font><br /><br /><font>Famili&auml;r steht in dieser Woche die Entscheidung &uuml;ber die n&auml;chsten Schritte im Hinblick auf die W&uuml;nsche unserer &Auml;lteren an, dauerhaft zu ihrem Vater nach Berlin zu &uuml;bersiedeln. Das von diesem beantragte Gerichtsverfahren wird am Donnerstag mit einer Tagsatzung fortgesetzt. </font><br /><br /><font>Auch die weiteren Schritte im Unterhaltsverfahren, das der von mir als Sohn angenommene Bub meiner Ex-Lebensgef&auml;hrtin vor zwei Jahren angestrengt hat, werden zeitnah bekannt werden, die Begutachtung meiner finanziellen Situation sollte dem Gericht die Basis geliefert haben, was an Unterhalt m&ouml;glich ist. Der dort zust&auml;ndige Rechtspfleger erw&auml;gt jedenfalls ernsthaft eine solche Unterhaltsfestsetzung, obwohl dem Verfahren aus meiner Sicht die Grundlage fehlt, ist der junge Mann doch seit 2013 ausgebildeter Freizeitp&auml;dagoge und somit selbsterhaltungsf&auml;hig. Das 2016 von ihm begonnene Bachelorstudium zum Tanzp&auml;dagogen an einer teuren Privatuniversit&auml;t wird weder seine berufliche noch finanzielle Entwicklung st&auml;rken. Zudem ist es mir an einer au&szlig;ergerichtlichen L&ouml;sung gelegen, da dieses Verfahren von seiner Seite auf einer falschen Grundannahme fu&szlig;t, dass n&auml;mlich ich das &bdquo;Arschloch&ldquo; bin, das sich nicht um ihn gek&uuml;mmert hat. Sehr zahlte ich bis zu seiner Vollj&auml;hrigkeit seinen Unterhalt, auch habe nicht ich den Kontakt mit ihm abgebrochen sondern er &ndash; oder, meiner Vermutung nach, seine Mutter f&uuml;r ihn. In all den Jahren, den ich ihn begleiten durfte, habe ich viel zu seiner Weiterentwicklung beigetragen, ihn aus finanziell und auch erzieherisch prek&auml;ren Verh&auml;ltnissen &bdquo;gerettet&ldquo;. Nun ja, das Leben ist manchmal echt arg, aber es bietet einem dadurch auch jede Menge Entwicklungsm&ouml;glichkeiten. Mal sehen, wie meine angespannten Nerven diesen Dauerbrenner bew&auml;ltigen.</font><br /><br /><font>Beruflich hatte ich gl&uuml;cklicherweise ab Mitte August auch jede Menge Auftr&auml;ge und konnte so die finanzielle L&uuml;cke, die sich durch den Lockdown im M&auml;rz und April aufgetan hat, nun endlich einigerma&szlig;en schlie&szlig;en. Herausfordernd bleiben die Zahlungen an die SVA, die ich stunden lie&szlig; und die nun nachzuzahlen sind. Unterst&uuml;tzung von der &ouml;ffentlichen Hand habe ich &ndash; nach dem Tauziehen um meine Anspruchsberechtigung (ich habe davon berichtet) &ndash; keine mehr beantragt. In meinen Seminaren f&uuml;r die Freizeitp&auml;dagog*innen an Wiener Schulen durfte ich mich mit dem Thema Zivilcourage besch&auml;ftigen, in der Arbeit mit elemetarp&auml;dagogischen Fachkr&auml;ften ging es um Spielen, Sprachentwicklung, Schulvorbereitung und zuletzt um mathematische Fr&uuml;hf&ouml;rderung.</font><br /><br /><font>Um diesbez&uuml;glich flexibler zu sein und die &Ouml;ffis in Wien zu vermeiden, habe ich mir zur H&auml;lfte meines neuen Lebensjahres &uuml;ber einen bekannten Internetflohmarkt ein g&uuml;nstiges Klapprad organisiert.</font><br /><br /><font>Dazu habe ich am 30.8. Folgendes notiert:</font><br /><br /><strong><font>Tag #187:</font></strong><br /><font>Steyr &ndash; Klapprad</font><br /><font>Starkregen</font><br /><font>Fu&szlig;marsch</font><br /><font>Umwege</font><br /><font>dann kommt die Sonne</font><br /><font>4 km zum Bahnhof mit dem neuen Drahtesel</font><br /><font>Pizza bei Denis auf Bahnsteig 1 des Bahnhofs St. Valentin</font><br /><font>Das ist die Kurzfassung. Hier nun die Langfassung:</font><br /><br /><font>An jenem Sonntag machte ich mich fr&uuml;hmorgens auf den Weg, der Tag begann in meiner Heimat mit Regen. F&uuml;r Steyr, den Geburtsort meines besten Freundes, war der erst f&uuml;r den Nachmittag vorausgesagt, also zu einer Zeit, in der ich meinen Zielort schon wieder verlassen haben wollte. Auf der Fahrt musste ich zweimal umsteigen, der Regen aber lie&szlig; nicht nach, er wurde sogar noch intensiver. Mit Hilfe meines Handy-Navis hatte ich den besten Weg vom Bahnhof zur rund vier Kilometer entfernten Tankstelle, an der die &Uuml;bergabe stattfinden sollte, ausgekundschaftet. Aber es waren eben vier Kilometer &ndash; und das bei Starkregen. Aber, ich hatte es mir in den Kopf gesetzt, das Rad schaute auf den Fotos neuwertig oder zumindest sehr gut in Schuss aus und der Preis war daf&uuml;r wohlfeil. Ich durchwanderte eine mit Wasserl&auml;ufen gesegnete und an der einen oder anderen Stelle immer wieder mittelalterliche Stadt. Ich kam an einem Steyr-Werksgel&auml;nde vorbei, an weiteren oftmals leerstehenden Fabrikshallen. Ich wanderte die Fl&uuml;sse entlang, die alle knapp an der Hochwassergrenze waren, und hoffte, dass sie bis nach meinem R&uuml;ckweg ihr Wasser halten konnten. Mit einem Mal stand ich vor einer un&uuml;berwindlichen Baustelle. Der Weg war einfach unterbrochen und es gab keine Seitengassen in der N&auml;he, die ein Umrunden zugelassen h&auml;tten. Ich befragte meine Navi, diesmal gl&uuml;cklicherweise, denn der von mir ins Auge gefasste Wege h&auml;tte in einer weiteren Sackgasse gem&uuml;ndet. So musste ich doch einige hundert Meter zur&uuml;ckgehen, ehe ich die Abzweigung fand, die mich leider im Gro&szlig;teil ihrer Strecke auf der stark befahrenen Bundesstra&szlig;e &ndash; allerdings mit Fu&szlig;weg &ndash; zum Ziel kommen lie&szlig;. Die letzten Meter vor der Tankstelle bescherten mir einen weiteren Umweg, da der Treffpunkt von der Stra&szlig;enseite her nur mit dem Auto oder eben durch eine Gehen auf der Fahrbahn &ndash; was ob des Verkehrs wenig attraktiv war &ndash; zu erreichen war. Ich nahm also eine Seitenstra&szlig;e zur Hinterseite der Tanke und hoffte, dass es auch einen Hintereingang g&auml;be. Und es gab ihn. Vor Ort schaute ich mich nach einem zum Klapprad passenden Menschen um, ich fand ihn in einem Kastenwagen. Herzliche Begr&uuml;&szlig;ung, kurzer Austausch zu meinem Wohnort, meiner Reise und meinem Fu&szlig;weg bei Regen. Dann Check des Fahrrads (wirklich perfekter Zustand), eine kurze Geschichte seines bisherigen Daseins, Geld&uuml;bergabe, ein weiterer &bdquo;Handschlag&ldquo; (also Faust gegen Faust) und ich verschwand mit dem Klapprad durch jene Hintert&uuml;re, durch die ich gekommen war. Das Wetter war mir auf dem R&uuml;ckweg gn&auml;dig. Der Nass vom Himmel versiegte, die Sonne brach sich von Zeit zu Zeit dutrch die Wolken. Der Weg zum Bahnhof gelang &ndash; nach dem fast einst&uuml;ndigen Fu&szlig;marsch &ndash; mithilfe des Drahtesels in einer guten Viertelstunde. (Was ich noch nicht erw&auml;hnt habe: die Temperatur war trotz Regens angenehm, so um die 22 Grad Celsius, also musste ich w&auml;hrend meiner Reise jedenfalls niemals fr&ouml;steln.) Ich erreichte die Station so, dass ich wenige Minuten vor Abfahrt des n&auml;chsten Zuges in Richtung Heimat ankam. Ich hatte jetzt noch die Wahl, gleich diesen Anschluss zu nehmen und in St. Valentin Zwischenstopp zu machen, oder mich noch eine Stunde in Steyr aufzuhalten. Ich entschied mich f&uuml;r ersteres, vor allem auch deshalb, weil ich noch nie in St. Valentin war &ndash; und weil dieser Ort beim Zugspielen in meiner Kindheit eine Bedeutung gehabt hatte. Nach kurzer Fahrt dort angekommen, schaute ich mich nach einer passenden M&ouml;glichkeit f&uuml;r einen kleinen Mittagsimbiss um und wurde sogleich auf Bahnsteig 1 f&uuml;ndig. Dort konnte ich einen engagierten t&uuml;rkischen Pizzab&auml;cker beobachten. W&auml;hrend ich meinen Snack zu mir nahm, sah ich ihn mit Hingabe eine Pizza Calzone zubereiten, und zwar auf eine solche Weise, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. In unserer &ouml;rtlichen Pizzeria kommt sie mal ganz einfach zusammengeklatscht oder manchmal auch mit Einschnitten und einer Olive, die den R&uuml;cken und das Auge eines Fisches darstellen sollen, auf den Teller. Aber an jenem Ort wurden nach dem Belegen und Zusammenlegen mit Liebe und Geduld Flossen in den Teig geschnitten, das Schwanzende wurde durch eine kleine Flechtarbeit geformt und als Auge diente eine halbe Olive, in deren Einkerbung noch eine kleine Erbse Platz fand. Genial! Als die Pizza fertig gebacken war, erbat ich mir vom B&auml;cker die Erlaubnis, das Meisterwerk zu fotografieren.</font><br /><br /><font>Und siehe da:</font></font><br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://makarjalainen.weebly.com/uploads/2/6/1/4/26149616/published/calzone-stvalentin.jpg?1600773314" alt="Bild" style="width:447;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><font size="4">Was m&ouml;chte ich sonst noch erw&auml;hnen:</font><br /><br /><font size="4">den einen oder anderen inneren Kampf mit dem Umstand, das wir auch heuer nicht nach Finnland fahren konnten und mein Wunsch, es doch f&uuml;r die eine oder andere Woche zu versuchen, was ich dann aber aufgrund der geltenden Quarant&auml;nebestimmungen nicht wahr machte; der Besuch bei meiner j&uuml;ngeren Tochter anl&auml;sslich ihres Drei&szlig;igers mit Wirtshausbesuch in Leitzersdorf und anschlie&szlig;ender Jause bei ihr zuhause, gleichzeitig das pers&ouml;nliche Kennenlernen ihre Verlobten, gutes Essen, gute Gespr&auml;che, eine wunderbare Atmosph&auml;re und ein &bdquo;Sprung&ldquo; ins Pool mit meinem J&uuml;ngsten; das eine oder andere Buch, das ich aus der Bibliothek geborgt und gelesen habe; der eine oder andere Film, den wir geliehen haben; ganz viele Fu&szlig;ball&uuml;bertragungen aus den Finalphasen von Europa und Champions League, gemeinsam mit meinem J&uuml;ngsten; die Kastration von Dario, der uns durch sein Markieren im Haus, auf Teppichen und auf gewissen Schuhen eindr&uuml;cklich auf diese Notwendigkeit aufmerksam gemacht hatte, dabei wurde vom behandelnden Tierarzt FORL diagnostiziert, eine Autoimmunerkrankung, die Kalziummangel und damit den Verfall der Z&auml;hne bewirkt und bei der zur Vermeidung von unn&ouml;tigen Schmerzen beim Tier die Entfernung s&auml;mtlicher Z&auml;hne empfohlen wird, was nicht nur sauteuer ist sondern auch ziemlich barbarisch wirkt, womit wir dem Vorschlag vorerst &ndash; auch nach Befragung unseres Katers &ndash; nicht n&auml;her treten werden; der Umgang mit den Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung zur Eind&auml;mmung der &bdquo;Corona-Pandemie&ldquo;, die meines Erachtens an der falschen Stelle ansetzt, wo es doch sinnvoller w&auml;re, Immunsystem zu st&auml;rken und die Lebensbedingungen f&uuml;r die Menschen stressfrei und gesund zu gestalten, was nat&uuml;rlich wesentlich aufwendiger ist, als Mund-Nasenschutz zu verordnen und Verhaltensregeln zu erlassen. </font><br /><br /><font size="4">In K&uuml;rze werde ich eine weitere Reise nach Wien antreten, um mich mit meinem Supervisor zu treffen und den zweiten Teil meines Mathematik-Workshops an die elemetarp&auml;dagogischen Fachkr&auml;fte zu bringen. Da stehen mir wieder zwei etwa zweist&uuml;ndige Zugreisen bevor, bei denen mich mein Klapprad begleiten wird. Auf den Reisen selbst werde ich chillen und lesen und mich hinter meinem Cowboy-T&uuml;chel so gut wie es geht vor dem Virus verstecken.</font><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #146 - #152]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-146-152]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-146-152#comments]]></comments><pubDate>Thu, 23 Jul 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-146-152</guid><description><![CDATA[Ein Urlaub daheim stellt f&uuml;r mich eine gro&szlig;e Herausforderung dar, weil ich ja dem All-t&auml;glichen entfliehen m&ouml;chte und es dennoch Tag f&uuml;r Tag vor der Nase habe. Zudem bedingt der mir selbst gestellte Auftrag f&uuml;r diese Zeit der &bdquo;holy days/holidays&ldquo; eine Absenz von genau jenem, das ich zumindest beim Aufwachen und beim Zubettgehen vor Augen habe &ndash; meinem Zuhause. Die Quadratur des Kreises m&uuml;sse dennoch gelingen, sagte ich mir. Und fand in diesen [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Ein Urlaub daheim stellt f&uuml;r mich eine gro&szlig;e Herausforderung dar, weil ich ja dem All-t&auml;glichen entfliehen m&ouml;chte und es dennoch Tag f&uuml;r Tag vor der Nase habe. Zudem bedingt der mir selbst gestellte Auftrag f&uuml;r diese Zeit der &bdquo;holy days/holidays&ldquo; eine Absenz von genau jenem, das ich zumindest beim Aufwachen und beim Zubettgehen vor Augen habe &ndash; meinem Zuhause. Die Quadratur des Kreises m&uuml;sse dennoch gelingen, sagte ich mir. Und fand in diesen ersten sieben Tagen kein wirkliches Rezept daf&uuml;r. Ich schwamm in der eigenen Suppe und fand keine Postion &uuml;ber den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Das machte mich unwirsch &ndash; mir selbst und auch meinen N&auml;chsten gegen&uuml;ber, die das zu sp&uuml;ren bekamen und diesem Zustand mit wenig Gelassenheit begegneten. Es regnete also Konflikte, mit meinen Jungs, mit meiner Liebsten und mit den Kollegen aus dem Fu&szlig;ballklub.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Wobei die letzteren auch ohne meine aktuelle Stimmung ihr Fett abbekommen h&auml;tten, denn dieser Zwist zieht sich nun schon ein gutes halbes Jahr dahin, ich glaube, ich habe schon fr&uuml;her mal dar&uuml;ber berichtet. Dennoch m&ouml;chte ich die Geschichte noch einmal replizieren:</font><br /><span></span><font size="4">Vor einem Jahr wurde ich zum Trainer einer Kinderfu&szlig;ballmannschaft bef&ouml;rdert, ich machte dann im September des Vorjahres dann auch die n&ouml;tige einw&ouml;chige Ausbildung im Sportzentrum Lindabrunn, absolvierte die praktische und theoretische Pr&uuml;fung und legte fristgerecht meine Trainingsdokumentation vor, so dass ich im April dieses Jahres meine Trainercard in H&auml;nden hielt.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Mein Co-Trainer, im Alter meiner j&uuml;ngeren Tochter, hatte von Anfang an ein Problem mit seiner Rolle. Dazu noch Folgendes: Wir waren bis zu diesem Zeitpunkt schon ein halbes Jahr lang ein Gespann gewesen, er Haupt- und ich Co-Trainer einer altersm&auml;&szlig;ig bunt gemischten Gruppe aus 5-8-j&auml;hrigen. Aufgrund der F&uuml;lle an Kids (n&auml;mlich 22) wurde beschlossen, dass wir die Teams in zwei Altersgruppen teilen, n&auml;mlich die 8-J&auml;hrigen und alle J&uuml;ngeren. Ich sollte die &Auml;lteren &uuml;bernehmen und er mich als Co unterst&uuml;tzen, und bei den J&uuml;ngeren hatten wir die Rollen genau gegenverkehrt angelegt. Flexibel wie ich bin hatte ich kein Problem, seinem Trainingsweg in seiner Gruppe zu folgen. Umgekehrt aber verlief es vom ersten Tag an schief, denn meines Co&lsquo;s Plan war es &ndash; das hatte ich schon vergessen -, in beiden Teams den Haupttrainer zu geben, obwohl das de iure nicht m&ouml;glich ist. Dennoch war es offensichtlich sein Ansinnen, denn seine Unterst&uuml;tzung endete innerhalb k&uuml;rzester Zeit in Opposition zu meinen Trainingspl&auml;nen und -methoden. Die Situation gipfelte darin, dass er im Gro&szlig;vater eines Jungen, der in meiner Mannschaft spielte (und den ich unvorsichtiger Weise und ohne seine fu&szlig;ballerische Vita zu kennen als Unterst&uuml;tzung f&uuml;r das Tormanntraining gewinnen hatte k&ouml;nnen), einen Unterst&uuml;tzer f&uuml;r seine Sichtweise auf mein Training fand. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Eines Abends, als ich gerade einen Workshop f&uuml;r Elementarp&auml;dagog*innen in Wien leitete, rief mich mein J&uuml;ngster an, um mir mitzuteilen, dass jener Junge ihm beim Training zu verstehen gegeben habe, dass sein Gro&szlig;vater meine, ich w&auml;re ein total schlechter Trainer. Von mir zur Rede gestellt, leugnete dieser Mann seine kolportierte Aussage und schob seinem Enkel die Verantwortung in die Schuhe (Sie h&auml;tten momentan eine schwierige Zeit und der Junge h&auml;tte ihm damit eins auswischen wollen). M&ouml;ge sich jede*r einen Reim darauf machen.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Und prompt ging es weiter: nach einer verpatzten Herbstsaison mit einigen haushohen Niederlagen gingen die Wogen hoch. Die Verantwortung daf&uuml;r wurde mir alleine in die Schuhe geschoben, mein Co und jener Gro&szlig;vater, die Teil des Trainerteams waren, spannen eine Intrige, die darauf hinaus lief, dass mich der Jugendleiter im Beisein meins Co&lsquo;s dar&uuml;ber in einem Gespr&auml;ch in der &ouml;rtlichen Pizzeria informierte, dass vier Kinder vor dem Absprung st&uuml;nden und meine Mannschaft daher vor dem Zerfallen w&auml;re. Daher wurde mir ein Trainerwechsel vorgeschlagen, die beiden Teams sollten wieder zusammen gef&uuml;hrt und mein Co als Haupttrainer und ich als Co installiert werden. Man wolle mir so den R&uuml;cken st&auml;rken und mich aus der Schusslinie nehmen. Auf meine Frage, wer denn hier Probleme h&auml;tte, wollte man mir keine Namen nennen.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Ich akzeptierte nicht, vielmehr f&uuml;hrte ich mit allen Eltern &ndash; au&szlig;er jenem Gro&szlig;vater - Gespr&auml;che, in denen sich &uuml;berraschenderweise alle zufrieden zeigten. F&uuml;r die Fr&uuml;hjahrssaison im heurigen Jahr gelang es mir, einen erfahrenen Co-Trainer zu engagieren (der schon einmal ein Kinder- und Jugendteam von der U 9 bis zu U 17 gecoacht hatte) und mich von meinem Co zu trennen, was dieser nur unwillig zur Kenntnis nahm.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Doch der Zwist ging weiter. Aufgrund der Regierungsauflagen f&uuml;r das Fu&szlig;balltraining bez&uuml;glich der aktuell weltweit herrschenden Situation war kein normaler Betrieb m&ouml;glich, es gab auch eine lange trainingsfreie Zeit. Zwei Jungs sprangen ab, weil sie lieber Tennis spielen wollten, einer hatte die Lust verloren (er hatte in diesen Wochen auch gewichtsm&auml;&szlig;ig deutlich zugelegt) und der Enkel jenes Gro&szlig;vaters sollte auf dessen Gehei&szlig; in das Team seines neuen Wohnortes &uuml;bersiedeln. Es folgte eine weitere Krisensitzung in der &ouml;rtlichen Pizzeria, ich bestand darauf, dass mein neuer Co anwesend w&auml;re. So verschob sich der Termin um eine ganze Woche. Und dann wurden die alten Z&ouml;pfe wieder ausgepackt, wieder wurde mir mitgeteilt, dass ein Spieler nicht mehr k&auml;me, weil er mit mir nicht k&ouml;nne. Ich quittierte dieses Meldungen letztlich mit einem genervten &bdquo;Es geht&lsquo;s ma am Oasch&ldquo; und unterbreitete einen Gegenvorschlag, der keine Zustimmung beim Jugendleiter und meinem Ex-Co, der in der Zwischenzeit zum stellvertretenden Jugendleiter bef&ouml;rdert worden war. Einmal mehr blieb alles beim Alten, was dazu f&uuml;hrte, dass ich vor kurzem vom Jugendleiter davon informiert wurde, dass nun neuerlich eine Beschwerde &uuml;ber mich g&auml;be: ich h&auml;tte jemanden aus der Whatsapp-Gruppe meiner Mannschaft gel&ouml;scht, so sei ihm von meinem Ex-Co zugetragen worden. Wie w&auml;r&lsquo;s mit direkter Kommunikation, Leute? Ich sprach meinen ehemaligen Co an, er wollte aber keine Namen nennen. Kindergarten. F&uuml;hrungsqualit&auml;ten sehen anders aus. Urlaub auch.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Auch innerfamili&auml;r kochten alte Konflikte wieder auf. Ich nahm mich - nachdem ich den Fehler gemacht hatte, meiner Liebsten bei einer Attacke ihres &auml;lteren Sohnes beizustehen und dabei jede Menge abzukriegen, so gut es ging aus dieser Sache raus. Allerdings verwickelte mich meine Empathie f&uuml;r die Sorgen meiner Frau wieder st&auml;rker als gew&uuml;nscht in Vergangenes, das die Gegenwart und unsere Beziehung seit mehr als zehn Jahren belastet. Ich drohte an der Spannung zwischen meinem Wunsch zur Entspannung und jenem, sie nicht alleine zu lassen, zu zerrei&szlig;en &ndash; und ich zerriss; besser gesagt meine Nerven. So floh ich nach lautstarken und tiefgreifenden Auseinandersetzungen in mich selbst, wo es aber auch kaum auszuhalten war. An einem Nachmittag nahm ich den n&auml;chsten Zug und fuhr ein paar Orte weiter, um mich zu regenerieren. Anderntags verschrieb ich mir ein hom&ouml;opathisches Mittel, um meine Fassung wieder zu gewinnen. Um diese ringe ich zwar immer noch, aber immerhin auf anderem Niveau. Wir werden diesen Konflikt im Sinne unseres famili&auml;ren Zusammenlebens l&ouml;sen, es braucht aber sehr viel mehr Klarheit und Bewusstheit f&uuml;r unsere Situation, f&uuml;r das diesbez&uuml;gliche Empfinden eines jeden und das, was daher erforderlich ist, um so heil wie m&ouml;glich durch bzw. raus zu kommen. Mehr m&ouml;chte ich an dieser Stelle dazu nicht sagen, obwohl es genau diese ungel&ouml;ste Angelegenheit im Hinblick auf die S&ouml;hne meiner Frau (unsere Buben Nr. 1 und 2) ist, die auf unser Leben und meine holy days einen breiten Schatten wirft.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Doch wo viel Schatten, da auch viel Licht. So mit Sohn Nr. 3, unserem J&uuml;ngsten, der die Ferienzeit mit vollen Z&uuml;gen genie&szlig;t, sich Fu&szlig;ball, Detektivspielen und kreativem Gestalten widmet oder mit unserem Kater Dario, der langsam aber sicher ein richtiger Kater mit Ambitionen auf Ausweitung seines Reviers wird (der Dachboden ist interessant und auch das, was hinter dem Gartenzaun ist &ndash; den ich nun mit einem Gitteraufsatz vor einem &Uuml;berspringen gesichert habe), aber ansonsten verschmust wie eh und je ist, oder mit den raren Stunden, in denen meine Liebste und ich zueinander finden, weil es uns gelingt, den Alltag beiseite zu schieben und uns auf das zu konzentrieren, was uns vor mehr als zehn Jahren zusammen gef&uuml;hrt hat.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Meine Fluchten vor und zu mir selbst f&uuml;hrten mich in dieser ersten Urlaubswoche zum Fu&szlig;ball auf der Mattscheibe meines Laptops, in die Hauptstadt zu einem wunderbaren Essen mit meinem &auml;ltesten Freund, bei dem wir &uuml;ber mehr als zwei Stunden &uuml;ber Gott und die Welt plauderten und die Kraft unserer Freundschaft feierten, sowie in meinen Garten, wo es wie immer jede Menge zu tun gibt, wof&uuml;r im Normalbetrieb kaum oder nur gehetzte Zeit ist. Ebenso widme ich mich Filmen (Nachtzug nach Lissabon, Wim Wenders &bdquo;Lisbon Story&ldquo;, Halbblut) und B&uuml;chern (Nachtzug nach Lissabon, Education for future, Das Handwerk der Freiheit, Achtsames Wirtschaften) sowie dem Schreiben (zwei Texte sind im Entstehen: die Kurzgeschichte &bdquo;Der Kugelschreiber&ldquo; und der Blogbeitrag f&uuml;r &bdquo;Nie mehr Schule&ldquo; mit dem Titel &bdquo;Verkehrte Welt&ldquo;). Auch habe ich einen fair produzierten Fu&szlig;ball erworben und meine Idee, fair produzierte Fu&szlig;ball-Ausr&uuml;stung aufzutreiben, wieder aufgegriffen.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Folgende Gedanken aus den von mir gelesenen B&uuml;chern wurden mir in dieser Woche wichtig:<br /></font><br /><span></span><font size="4">&bdquo;<font>Man kann nicht etwas &auml;ndern ohne alles zu &auml;ndern.&ldquo; (Martin Buber zitiert von Richard David Precht in &bdquo;Hirten, J&auml;ger, Kritiker&ldquo;)</font><br /></font><br /><span></span><font size="4">&bdquo;<font>Vergeh dich ruhig, vergeh dich an dir selbst und tu dir Gewalt an, meine Seele; doch sp&auml;ter wirst du nicht mehr Zeit haben, dich zu achten und zu respektieren. Denn ein Leben nur, ein einziges, hat jeder. Es aber ist f&uuml;r dich fast abgelaufen, und du hast in ihm keine R&uuml;cksicht auf dich selbst genommen, sondern hast getan, als ginge es bei deinem Gl&uuml;ck um die anderen Seelen &hellip; Diejenigen aber, die die Regungen der eigenen Seele nicht aufmerksam verfolgen, sind zwangsl&auml;ufig ungl&uuml;cklich.&ldquo; (Marc Aurel zitiert in &bdquo;Nachtzug nach Lissabon&ldquo;, S. 43)</font><br /></font><br /><span></span><font size="4">&bdquo;<font>Wenn die Diktatur eine Tatsache ist, ist die Revolution eine Pflicht.&ldquo; (ebd. S. 88)</font><br /></font><br /><span></span><font size="4">&bdquo;<font>Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben k&ouml;nnen, was in uns ist, was geschieht mit dem Rest?&ldquo; (ebd. S. 29)</font><br /></font><br /><span></span><font size="4">&bdquo; &hellip; <font>weil wir, oft ohne es zu wissen, auf eine solche Ganzheit hin leben und weil jeder Augenblick, der uns als lebendiger gelingt, seine Lebendigkeit daraus bezieht, dass er ein St&uuml;ck im Puzzle jener unerkannten Ganzheit darstellt.&ldquo; (ebd. S. 243) </font><br /></font><br /><span></span><font size="4">Zum letzten Zitat m&ouml;chte ich bemerken, dass f&uuml;r mich das Bild des Lebens nicht das eines Puzzles ist, f&uuml;r das wir Tag f&uuml;r Tag einen Stein nach dem anderen suchen finden, einsetzen und im Idealfall letztlich das ganze Bild vor Augen haben, sondern eher das eines Mosaik, in das wir Stein um Stein einf&uuml;gen und das immer auch ein Ganzes ist, egal wann und wie es endet.</font><br /><br /><span></span> </div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #145]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-145]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-145#comments]]></comments><pubDate>Thu, 16 Jul 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-145</guid><description><![CDATA[Am Beginn dieses neuen Lebenstages glitt ich von meinem letzten Auftrag mit Mitarbeiterinnen eines Kindergartens in Simmering direkt in meine Holidays, die ich in diesem Jahr tats&auml;chlich als holy days gestalten will. Damit der &Uuml;bergang gut gelingen mochte, hatte ich schon vor dem vierst&uuml;ndigen Werkshop mit den Kinderg&auml;rtnerinnen eine Flasche feines Zwicklbier erworben und in meinen Koffer gepackt, jenem Papp-Ding, das ich im Carla-Shop in der Bezirkshauptstadt vor rund zwei J [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Am Beginn dieses neuen Lebenstages glitt ich von meinem letzten Auftrag mit Mitarbeiterinnen eines Kindergartens in Simmering direkt in meine Holidays, die ich in diesem Jahr tats&auml;chlich als holy days gestalten will. Damit der &Uuml;bergang gut gelingen mochte, hatte ich schon vor dem vierst&uuml;ndigen Werkshop mit den Kinderg&auml;rtnerinnen eine Flasche feines Zwicklbier erworben und in meinen Koffer gepackt, jenem Papp-Ding, das ich im Carla-Shop in der Bezirkshauptstadt vor rund zwei Jahren erworben hatte, das ich auf der Vorderseite mit Bieretiketten verziert hatte und das innen drin jede Menge Raum bietet, um all meine Habseligkeiten auf meinen Touren zu meinen Kund*innen zu beherbergen. F&uuml;r die stylische Flasche Bier war nat&uuml;rlich auch noch Platz. </font><br /><br /><font size="4">Nun wanderte ich also knapp nach 21 Uhr ein St&uuml;ck durch die gleichnamige Hauptstra&szlig;e des n&auml;chtlichen Stadtteils zum lokalen Bahnhof, an dem auch mein Zug in den Westen der Bundeshauptstadt losfahren sollte, wo ich dann den ersten der beiden Z&uuml;ge , die mich nachhause bringen w&uuml;rden, besteigen konnte. Um mich in die Holidaystimmung zu versetzen, gab ich mir die extended version von <a href="https://www.youtube.com/watch?v=EaDjbmWTjy8">Madonnas Holiday</a> (&hellip; it&lsquo;s time for the good times &hellip; holiday &hellip; celebrate) und spazierte mit jedem Schritt fr&ouml;hlicher werdend bis zum Bahnhstieg. Dort wurde ich positiv &uuml;berrascht. Ich hatte damit gerechnet, rund eine halbe Stunde auf meine Fahrtgelegenheit warten zu m&uuml;ssen, doch auch um diese Zeit fuhren die Z&uuml;ge auf dieser Strecke noch halbst&uuml;ndlich. So hatte ich dann halt an meinem ersten Umsteigebahnhof eine l&auml;ngere Wartezeit, was mir aber sehr entgegen kam, da ich diesen Ort sympathischer finde als jenen Bahnsteig im Osten der Bundeshauptstadt. Der Biergenuss musste also noch ein wenig warten, aber zwanzig Minuten sp&auml;ter war es dann endlich so weit. Und w&auml;hrend Madonna mir zum vierten Mal ihre Zehn-Minuten-Fassung von Holiday in die Ohren tr&auml;llern durfte, zwitscherte ich meinen ersten Urlaubsdrink Schluck f&uuml;r Schluck mit wachsender Entspannung und Freude.</font><br /><br /><font size="4">Als ich knapp vor Mitternacht in der Bezirkshauptstadt ankam, erwartete mich &ndash; wie schon bei der Hinfahrt &ndash; Regen. Er war zwar nicht mehr so intensiv, dennoch hielt sich meine Begeisterung auf eine n&auml;chtliche rund sieben Kilometer lange Radfahrt bei diesen Bedingungen in Grenzen. Ich sattelte meinen Drahtesel, packte mich in mein Regenzeug und den Papp-Koffer in seines und radelte mit gutem Tempo los, um diese unwillkommene Dauerdusche rasch hinter mich zu bringen. Wie sich herausstellte konnte auch dieses Wetter meine mittlerweile schon gute Stimmungslage nicht nachhaltig tr&uuml;ben und nach einer l&auml;ngeren hei&szlig;en Dusche fiel ich zufrieden und m&uuml;de ins Bett in einen traumlosen Schlaf.</font><br /><br /><font size="4">Am n&auml;chsten Morgen ging ich es langsam an, ich nahm mir Zeit f&uuml;r ein reichliches Fr&uuml;hst&uuml;ck, ich heizte den K&uuml;chenherd, auch um der regnerischen und k&uuml;hlen Wetterlage, die sich schon am Tag zuvor eingestellt hatte und die &uuml;ber die n&auml;chsten Tage anhalten sollte, etwas Positives entgegen zu setzen. Knapp vor 11 brachen mein J&uuml;ngster und ich dann zur B&uuml;cherei auf, um DVDs zur&uuml;ckzubringen und uns mit neuen Medien f&uuml;r die n&auml;chsten beiden Wochen zu versorgen. Da ich noch genug Lesenswertes zuhause hatte (Salman Rushdies &bdquo;Quichotte&ldquo; und Prechts &bdquo;J&auml;ger, Hirten, Kritiker&ldquo;) entschied ich mich f&uuml;r 3 DVDs (Nachtzug nach Lissabon, Michael Kohlhaas, The Road), w&auml;hrend Sohn Nr. 3 sich mit CDs, B&uuml;chern und DVDs eindeckte.</font><br /><br /><font size="4">Zuhause erwarteten uns schon die von meiner Liebsten zubereiteten B&auml;renbutternudeln &aacute; la Janosch, danach ging&lsquo;s in die Mittagspause, die ich mit Lesen von Precht und einem Powernap verbrachte. Sein Buch ist absolut lesenswert. Ausgehend von einer Utopie von Karl Marx, die dann im realen Kommunismus zu ihrem Gegenteil verkommen ist, in der es darum geht, dass niemand mehr als &bdquo;Lohnsklave&ldquo; arbeiten muss, um die pers&ouml;nliche Existenz zu sichern, sondern jede*r zu jeder Zeit entscheiden kann, ob sie*er lieber J&auml;ger, Hirte oder Kritiker ist, stellt der Autor dar, dass wir in einer Zeit angekommen sind, in der das Bestehende verwaltet wird &ndash; und zwar auf allen Ebenen, den pers&ouml;nlichen genauso wie den politischen -, um dann vehement zu fordern, dass es wieder Visionen und Utopien geben m&ouml;ge. Auch zitiert er eine Satz des j&uuml;dischen Philosophen Martin Buber, der folgendes meinte: &bdquo;Man kann nicht etwas &auml;ndern ohne alles zu &auml;ndern!&ldquo; Diese Weisheit best&auml;tigt sich allt&auml;glich, wie ich meine. Wenn ich an der einen oder anderen Schraube drehe, werden sich entweder andere Schrauben mitdrehen (Ich denke da gerade an Frederik Vesters kybernetisches Gesellschaftsspiel &bdquo;&Ouml;kolopoly&ldquo;, wo die Bewegung eines Zahnrades tats&auml;chlich zur Folge hat, dass sich andere R&auml;der auch bewegen und damit Ver&auml;nderung passiert), oder aber es ist notwendig, dass ich tats&auml;chlich an allen Ecken und Enden &auml;ndere, damit sich nachhaltige Ver&auml;nderung, ja Wandel einstellt. Mit diesem einfachen, aber so weisen Satz Bubers, erkl&auml;rt sich mir, warum sich so wenig &auml;ndert, sowohl bei mir pers&ouml;nlich als auch im Gro&szlig;en. Immer fehlt mir der Mut f&uuml;r den gro&szlig;en Wurf, immer denke ich kleinm&uuml;tig und hoffe, dass die eine oder andere &bdquo;Schraubendrehung&ldquo; gen&uuml;gt, um das gro&szlig;e Ganze in Bewegung zu bringen. Nach fast f&uuml;nfeinhalb Lebensjahrzehnten sollte ich endlich zu Erkenntnis gelangt sein, dass das nicht wirkt.</font><br /><br /><font size="4">So w&auml;chst in dem Moment, da ich ihn lese, aus diesem Satz ein unb&auml;ndiges Sehnen nach einem Neubeginn. Ein guter Auftakt f&uuml;r eine Zeit, in der ich auftragslos ganz meinem Lebensauftrag auf den Grund kommen m&ouml;chte &ndash; um als dadurch Gel&auml;uterter mir und meinem Leben neu zu begegnen. Ein gro&szlig;es Ziel, aber ein not-wendiges. Es gilt daher aber ganz konsequent diesen Fokus zu halten, was f&uuml;r mich sicher eine gro&szlig;e Herausforderung darstellen wird, da ich es gewohnt bin, mich als &bdquo;puppet-on-a-string&ldquo; bis aufs &Auml;u&szlig;erste flexibel zu geben und dabei dem Meinen zu entsagen.</font><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #136 - #144]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-136-144]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-136-144#comments]]></comments><pubDate>Wed, 15 Jul 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-136-144</guid><description><![CDATA[Auch an diesen Tagen ist jede Menge passiert auf dem Weg durch mein 55. Lebensjahr. Davon wird zu gegebener Zeit berichtet werden. Vorweg nur schon so viel:   	 		 			 				 					 						          					 								 					 						          					 							 		 	  [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph">Auch an diesen Tagen ist jede Menge passiert auf dem Weg durch mein 55. Lebensjahr. Davon wird zu gegebener Zeit berichtet werden. Vorweg nur schon so viel:<br /></div>  <div><div class="wsite-multicol"><div class="wsite-multicol-table-wrap" style="margin:0 -15px;"> 	<table class="wsite-multicol-table"> 		<tbody class="wsite-multicol-tbody"> 			<tr class="wsite-multicol-tr"> 				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://makarjalainen.weebly.com/uploads/2/6/1/4/26149616/img-20200719-104410_orig.jpg" alt="Bild" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>   					 				</td>				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://makarjalainen.weebly.com/uploads/2/6/1/4/26149616/img-20200719-104404_orig.jpg" alt="Bild" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>   					 				</td>			</tr> 		</tbody> 	</table> </div></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #125 - #135]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-125-135]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-125-135#comments]]></comments><pubDate>Mon, 06 Jul 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-125-135</guid><description><![CDATA[Die letzten Tage glichen einer Achterbahn &ndash; und das gleich auf mehreren Ebenen. Wenn ich in mein gelbes Notizbuch schaue, dann habe ich hier zahlreiche Ereignisse und Gef&uuml;hlslagen notiert, wie etwa den neunten Geburtstag meines J&uuml;ngsten oder die eine oder andere Auseinandersetzung um mein Bed&uuml;rfnis nach Raum und Ruhe oder auch die Gedanken, die ich beim Lesen der von mir in der Stadtb&uuml;cherei entliehenen B&uuml;cher. Im Innen und im Au&szlig;en war kaum Zeit zum Verschna [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Die letzten Tage glichen einer Achterbahn &ndash; und das gleich auf mehreren Ebenen. Wenn ich in mein gelbes Notizbuch schaue, dann habe ich hier zahlreiche Ereignisse und Gef&uuml;hlslagen notiert, wie etwa den neunten Geburtstag meines J&uuml;ngsten oder die eine oder andere Auseinandersetzung um mein Bed&uuml;rfnis nach Raum und Ruhe oder auch die Gedanken, die ich beim Lesen der von mir in der Stadtb&uuml;cherei entliehenen B&uuml;cher. Im Innen und im Au&szlig;en war kaum Zeit zum Verschnaufen und ich bin heute, da ich diese Erlebnisse niederzuschreiben beginne, in einem Zustand geistiger, emotionaler und k&ouml;rperlicher Ersch&ouml;pfung. Psyche und Physis schmerzen. Auch Kater Dario leidet in diesen Tagen am Zahnen, er maunzt auff&auml;llig oft, ist unwirsch und frisst nur sporadisch. Gerne kommt er auf eine Kuscheleinheit vorbei, um nach wenigen Minuten wieder im Garten zu verschwinden &ndash; und seine Ruhe zu haben. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Das w&auml;re auch f&uuml;r mich eine ad&auml;quate L&ouml;sung, doch fordert mich Allt&auml;gliches auch noch in den n&auml;chsten sieben, acht Tagen. Und abends falle ich h&auml;ufig ersch&ouml;pft ins Bett ohne einen guten Schlaf zu finden. In vielen Tr&auml;umen schreit meine Seele um Hilfe, ich h&ouml;re zwar, sehe aber noch keine M&ouml;glichkeit, diesem eindringlichen Rufen gerecht zu werden.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Um mich nun einmal von dem einen oder anderen Ereignis und Gef&uuml;hl verabschieden zu k&ouml;nnen, meinen Lebensrucksack quasi zu leeren bzw. auszumisten, nehme ich mir in den Morgenstunden des heutigen Tages endlich Zeit, diese Lebensphase der letzten zehn Tage zu reflektieren und mir Wesentliches niederzuschreiben. Sohn Nr. 1 ist schon auf den Weg in einen weiteren Schnuppertag einer m&ouml;glichen Ausbildung, die er im Herbst beginnen k&ouml;nnte (wenn er denn wollte). Sohn Nr. 2 und 3 schlafen noch, auch meine Liebste hat sich schon auf den Weg in die Hauptstadt gemacht, um eine weitere H&uuml;rde in ihrem gro&szlig;teils kafkaesken Einb&uuml;rgerungsverfahren zu nehmen. Kater Dario hat nach einem kurzen Morgenschmusen im Garten das Weite gesucht. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Das herausfordernste an Lebensphasen wie diesen ist f&uuml;r mich die H&auml;ufung der &Auml;ngste und das schwindende Vertrauen in mich und mein Dasein. Selbstzweifel und Sinnleere bestimmen jene Stunden, in denen ich mich nicht mit &auml;u&szlig;eren Herausforderungen besch&auml;ftigen muss. Sie sind daher zum einen willkommene Ablenkung, um nicht in den S&uuml;mpfen der Traurigkeit (Michael Ende, Die unendliche Geschichte) zu versinken, zum anderen werden sie aber zum Hemmschuh, dem Leben neuen Schwung zu geben.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Wo nun beginnen beim Sortieren und Ausmisten?<br /></font><br /><span></span><font size="4">Ich starte mal chronologisch. Das Geburtstagswochende f&uuml;r meinen J&uuml;ngsten hatte Licht und Schatten, es begann mit einer langen Diskussion mit meiner Liebsten zu mir notwendig erscheinenden &Auml;nderungen in unseren Alltagsstrukturen und im innerfamili&auml;ren Umgang, dessen positive Entwicklungen in den Wochen nach dem Shutdown wieder in alten Mustern zu versanden drohen und in mir wachsenden Unmut und wachsende Ungeduld hervorrufen. Muss man sich als Pubertierender tats&auml;chlich wie ein Arschloch verhalten? Obwohl man (soziale) Eltern hat, die zu jeder Auseinandersetzung bereit und f&uuml;r jede gute Idee bzgl. Ver&auml;nderung zu haben sind? Muss man sich st&auml;ndig von einem nicht anwesenden leiblichen Vater telefonisch und per whatsapp das Leben diktieren lassen und nur auf Missst&auml;nde und Fluchtwege schauen anstatt auf das, was da und m&ouml;glich ist? Ich sage NEIN. Aber dieses Nein f&uuml;hrt zu weiteren Spannungen, die von Zeit zu Zeit eskalieren. Wie sch&ouml;n w&auml;re es, wenn sich Erwachsenwerden in unserem Kulturkreis nicht blo&szlig; durch Rebellieren, Saufen, Rauchen und Sex ausdr&uuml;cken w&uuml;rde, sondern (auch) durch Sich-Bew&auml;hren in herausfordernden Situationen, durch soziales Engagement beispielsweise. Tagtr&auml;ume, sonst nichts.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Nun gut, meine Liebste und ich sa&szlig;en bis drei Uhr morgens ohne einen gemeinsamen Weg zu finden. Neun Jahre fr&uuml;her waren wir abends noch essen gewesen und dann in den fr&uuml;hen Morgenstunden ins Spital aufgebrochen, um gemeinsam die Geburt unseres J&uuml;ngsten zu erleben. Diesmal schliefen wir l&auml;nger &ndash; und dennoch weckte mich eine innere Uhr, galt es doch den Geburtstagsplatz an unserem Esstisch f&uuml;r das Geburtstagskind vorzubereiten, auch war noch der gew&uuml;nschte &bdquo;Kalte Hund&ldquo; herzustellen und der eine oder andere Einkauf zu machen. Ich war zwar zeitgerecht aber vollkommen ger&auml;dert aufgewacht, ein Traum besch&auml;ftigte mich auch nach dem Wachwerden, eine gro&szlig;e Flutwelle, tsunami-&auml;hnlich, war nachts &uuml;ber mich hereingebrochen. Mit diesem Schrecken in den Gliedern begann ich diesen Tag.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Die Nachmittagsjause wurde feierlich gestaltet, es gab den Kalten Hund und die Geschenke und der Jubilar hatte auch noch eine Party f&uuml;r die Familie vorbereitet, die bis in die Nachtstunden dauerte. Auch diesen Wunsch erf&uuml;llten ihm meine Frau und ich. Diesem ersten hei&szlig;en Sommertag folgte ein weiterer, um zehn Uhr vormittags Sommerzeit (also 9 Uhr Normalzeit) zeigte das Thermometer bereits 30 Grad Celsius im Schatten. Am Nachmittag dieses Sonntags hatte das Geburtstagskind zwei G&auml;ste eingeladen, die auch p&uuml;nktlich um 15.30 Uhr erschienen. Es gab kein festgelegtes Programm, aber es war ein gelungenes Feiern, das zum Ende hin zu einem Konflikt f&uuml;hrte. Die eingeladene etwa gleichaltrige Freundin wurde p&uuml;nktlich abgeholt und es entstand bei unserem J&uuml;ngsten der sehnliche Wunsch mit ihr noch weitere Zeit zu verbringen und zum Schwimmen bei deren Gro&szlig;mutter mitzukommen. Nun kann er noch nicht gut genug schwimmen und weder meine Frau noch ich wollten mitgehen. Es war ein harter Kampf, der letztlich durch die Gro&szlig;mutter der jungen Dame entschieden wurde, da sie den Kids via Handy mitteilte, dass es an diesem Abend keine M&ouml;glichkeit zum Schwimmen mehr gab. Unser Junior feierte dann mit seinem &auml;ltere Freund noch weitere eineinhalb Stunden und die Lage entspannte sich. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Der Morgen nach diesem intensiven Geburtstagswochenende begann mit einem Trojanerangriff auf meinen Laptop, der damit endete, dass mein Virenschutzprogramm ausgeschaltet wurde. Ich war rund zwei Stunden damit besch&auml;ftigt, das Problem zu beheben und eine neue Virenschutzsoftware zu installieren, wobei ich die Seiten wechselte: Amerika raus, Russland rein.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Auch geschrieben werden musste so manches, zum einen ein Beitrag f&uuml;r die Homepage bzw, den Newsletter des Fu&szlig;ballvereins, dann auch noch die &Uuml;berarbeitung des politischen Blogs meiner Frau. In diesen Tagen sp&uuml;rte ich eine zunehmende M&uuml;digkeit, die mich dazu veranlasste, mich lesend in meine B&uuml;cherwelt zur&uuml;ckzuziehen. Das Phantasien-Lexikon war eines der Werke, das ich zur Hand nahm, in dem ich schm&ouml;kerte, weiters las ich zwei B&uuml;cher von Henning Mankell, n&auml;mlich &bdquo;Der Sprengmeister&ldquo; und &bdquo;Tiefe&ldquo;, beide sehr ber&uuml;hrend bzw. aufw&uuml;hlend, dann bl&auml;tterte ich im Kriegstagebuch (&bdquo;Das Blaue Buch&ldquo;) von Erich K&auml;stner. Und nach einem weiteren Besuch in der Stadtb&uuml;cherei vertiefte ich mich in Karl-Heinz Ott&lsquo;s &bdquo;Und jeden Morgen das Meer&ldquo; (das mit folgenden Worten am hinteren Buchdeckel beschrieben wird: &bdquo; Mit Karl-Heinz Ott zu verzweifeln ist besser als ohne ihn gl&uuml;cklich zu sein.&ldquo;) sowie in die Biografie von Michael Ende und Salman Rushdies &bdquo;Quixotte&ldquo; (im englischen Original). Diese literarischen Fluchten brachten mich zwar ein wenig aus dem Alltag, dennoch stie&szlig;en sie mich auch von Zeit zu Zeit auf genau jene Schmerzpunkte, denen ich zu entkommen gedachte. Weiter brachte sie mich allerdings nicht.<br /></font><br /><span></span><font size="4">F&uuml;r den ersten Tag des neuen Monats war abends die n&auml;chste Gemeinderatssitzung angesetzt, ich hatte den Wunsch, diesmal wieder unter den Zuschauer*innen zu sein. Nach einer weiteren in meinen Augen sinn-losen Auseinandersetzung mit Sohn Nr. 1 und seiner Mutter, meiner Liebsten, verging mir aber die Lust auf weitere solcher Konflikte, die ja auch die Arbeit des &ouml;rtlichen Gemeinderats pr&auml;gen. Unser Alleinherrscher B&uuml;rgermeister und seine 16 Getreuen aus 2 Fraktionen gegen 4 Oppositionspolitiker*innen, darunter meine Frau. N&ouml;, dazu fehlte mir eindeutig die Lust und meine masochistische Phase hatte ich schon viele Jahre hinter mir gelassen.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Was in diesen Tagen auch zu meiner Fluchtstrategie geh&ouml;rte, waren die Fu&szlig;ballspiele auf DAZN. Mein J&uuml;ngster hatte vor kurzem, inspiriert von diesem Namen, den man ja mit &bdquo;Dasoun&ldquo; ausspricht, und seiner N&auml;he zu Katzen den Sender TAZN gegr&uuml;ndet (den man so ausspricht, wie er geschrieben wird), was ich als geniale Idee einstufte. In DAZN gibt es nach den Spielen der deutschen Bundesliga eine Post-Match-Show, auf TAZN eine &bdquo;Nu&szlig;ball-Show&ldquo; (weil Kater Dario, der zum TAZN-Chef auserkoren wurde) gerne mit N&uuml;ssen spielt. Dazu brauchte es eben auch die Videokamera, die der J&uuml;ngste zum Geburtstag bekommen hat.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Die Spiele auf DAZN, die ich sah, waren besser oder schlechter, sie brachten mich f&uuml;r 90 oder mehr Minuten zumindest phasenweise aus meinen Gedanken. Auch der Putztag, der in dieser Woche auch wieder donnerstags stattfand (weil die gro&szlig;en Jungs zum ersten Mal seit M&auml;rz f&uuml;r das kommende Wochenende den Besuch ihres Vaters erwarteten), nutzte ich zu einer kleinen Alltagsflucht, ebenso den beruflich bedingten Ausflug in die Hauptstadt., zu dem ich mit dem Cowboyhut meiner Liebsten und meinem &bdquo;Cowboy-Halst&uuml;chel&ldquo; als Mund-Nasenschutz aufbrach. Auf der Fahrt recherchierte ich erstmals zum Namen des Sportsenders, dessen Abo ich mir zum Geburtstag geschenkt hatte. Er sei ein Anklang an den englischen Begriff &bdquo;The Zone&ldquo;, stand da zu lesen, der soviel hei&szlig;t wie &bdquo;volle Konzentration auf das Spiel&ldquo;. Die deutsche &Uuml;bertragung mit &bdquo;Tunnelblick&ldquo; &uuml;berzeugte mich weniger, ich machte daher einen eigenen Versuch, in dem ich den Begriff mit &bdquo;Fokussierung&ldquo; &uuml;bersetzte, was f&uuml;r mich eindeutig positiver r&uuml;berkommt.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Am Freitag hatte ich eine sch&ouml;ne Zeit mit meinem J&uuml;ngsten, wir fuhren mit dem Rad in die Bezirkshauptstadt, erledigten Eink&auml;ufe und versorgten uns (wie schon weiter oben ausf&uuml;hrlicher beschrieben) mit geistiger Nahrung in Form von B&uuml;chern, CDs und DVDs. Die Gro&szlig;en hatten sich f&uuml;r die n&auml;chsten Tage zu ihrem Vater verabschiedet und in mir machte sich mit einem Mal ein wunderbares Gef&uuml;hl der Entspannung breit.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Diese Leichtigkeit, die mich auch wieder zur&uuml;ck zu meinem Humor brachte, was meiner Liebsten und meinem Sohn angenehm auffiel w&auml;hrte allerdings nur bis Sonntag Mittag.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Wir hatten uns entschieden den Sonntagvormittag im Kampbad in Langenlois zu verbringen, die dortigen Gr&uuml;nen luden zum Fr&uuml;hst&uuml;ck. In der Hoffnung, dass wir an diesem hei&szlig;en Tag auch ein H&uuml;pfer in den Fluss machen k&ouml;nnten, verlie&szlig;en wir unsere Heimat, mussten aber feststellen, dass die Wassertiefe vor Ort rund 2,20 m betrug und daher f&uuml;r Schwimmenlernde wie unseren J&uuml;ngsten nicht geeignet war. Auch hatten wir keinen Ball dabei, denn dann h&auml;tten wir die weitl&auml;ufige Sportanlage mit zwei Fu&szlig;ballfeldern nutzen k&ouml;nnen. Auch das Fr&uuml;hst&uuml;ck war sehr schmalspurig, es gab Kaffee und Kuchen. Die Stimmung kippte. Junior Nr. 3 kriegte die Krise und ich konnte ihn trotz aller Bem&uuml;hungen nicht rausholen, sondern wurde mit hineingezogen. Zudem wurde ich Ohrenzeuge eines Smalltalks meiner Liebsten mit einer ihrer Bekannten, der sie von dem am vergangenen Freitag von ihr versuchten Erziehungsberatungsgespr&auml;ch mit ihrem Ex berichtete. Was ich da h&ouml;rte, machte mich aber so etwas von w&uuml;tend. Ihren Worten nach war au&szlig;er Vorw&uuml;rfen und Drohungen nichts dabei, was konstruktiv und im Sinne unserer Gro&szlig;en gewesen w&auml;re. Vielmehr hatte er sie aufgefordert, sich von ihren Jungs zu verabschieden, da er sie zeitnah aus diesen untragbaren Verh&auml;ltnissen bei uns befreien w&uuml;rde. In diesem Moment meldete sich pl&ouml;tzlich mein Trigeminusnerv in der linken Gesichtsh&auml;lfte. Diesen hatte ich schon lange nicht mehr gesp&uuml;rt. Ich konnte von da an meinen Kopf nicht mehr schmerzfrei bewegen und auch das Schlucken fiel mir schwer, da der Schmerz bis in den Hals ausstrahlte. Angesichts zweier schwerer und langer Arbeitstage, die mir zu Wochenbeginn bevorstanden, war das so etwas wie der Super-Gau. <br /></font><br /><span></span><font size="4">Der Rest des Tages war entsprechend eingef&auml;rbt, ich hatte M&uuml;he meine Gedanken auf Vordermann zu bringen und mich &uuml;ber Wasser zu halten. Da ich am n&auml;chsten Morgen schon um 5 Uhr fr&uuml;h Tagwache hatte, um den Zug um sechs zu erreichen, damit ich um 8 Uhr meinen Job als Leiter der Zivilcourageworkshops f&uuml;r Freizeitp&auml;dagog*innen in der Hauptstadt antreten konnte, ging ich um neun zu Bett, konnte aber nur sehr schlecht ein- und durchschlafen. Der n&auml;chste Morgen war entsprechend m&uuml;hsam, ich hatte mir die Suppe nat&uuml;rlich selbst eingebrockt, da ich auf die zur&uuml;ckliegenden Ereignisse so und nicht anders reagiert hatte. Dieses Mich-Hineinziehen-Lassen in die R&auml;nke anderer ist eine der gr&ouml;&szlig;ten und gef&auml;hrlichsten Schw&auml;chen meiner Pers&ouml;nlichkeit. Sie hemmt mich, sie kostet mich auch jene Kraft, die ich f&uuml;r meine Projekte br&auml;uchte und sie st&auml;rkt blo&szlig; jene, die mir mein Leben schwer machen wollen, weil ich mir von ihnen mein Leben tats&auml;chlich schwer machen lasse und ihnen somit die Macht &uuml;ber mich und mein Dasein &uuml;bertrage. Arghhhh!<br /></font><br /><span></span><font size="4">Die wundervolle Erkenntnis aus dieser Reflexion allerdings ist es, dass ich es selber in der Hand habe. Frankl schau oba! Dennoch f&auml;llt es mir leichter, mich in den destruktiven Strudel dieser alten und unbrauchbaren Muster zu verstricken, als neue und Neues aufzubauen. Daran gilt es zu arbeiten, allt&auml;glich, und vor allem in der von mir geplanten Sommer-Urlaubszeit zwischen Mitte Juli und Mitte August.<br /></font><br /><span></span><font size="4">Die beiden Tage an der Volkshochschule in Favoriten verliefen zufriedenstellend, ich machte in all meiner Z&auml;higkeit und Ausdauer meinen Job und das &ndash; trotz der gro&szlig;teils eher unwilligen Beteiligten, die ihre hei&szlig; ersehnten Sommerferien mit einer Weiterbildung beginnen mussten &ndash; wie immer gut. Zwei Mal vier Stunden durfte ich die Teilnehmenden zu Zivilcourage bilden &ndash; und das an beiden Tagen, am zweiten kam auch noch eine dreist&uuml;ndige Abendeinheit mit meiner Maturagruppe dazu. Danach war ich platt. Die Schmerzen hatten zwar nachgelassen, die seelischen Qualen, die ich mir auferlegen hatte lassen, waren aber kaum gemildert. Auch die Nacht zwischen diesen Arbeitstagen bot keine Entspannung und so hoffte ich auf einen positiven Effekt in der diesen folgenden Nacht. Vergeblich.</font><br /><br /><span></span> </div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #120 - #124]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-120-124]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-120-124#comments]]></comments><pubDate>Thu, 25 Jun 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-120-124</guid><description><![CDATA[Nach den Anstrengungen des Wochenendes hatte ich Lust auf eine Zeit f&uuml;r mich au&szlig;er Haus. Ich entschied, mein Fahrrad mit dem &bdquo;Patschen&ldquo; am Hinterrad doch nicht erst am Ende der Woche in die Hauptstadt in meine Lieblingsfahrradwerkstatt zu bringen, sondern doch in die Bezirkshauptstadt, hatte ich doch am Abend zuvor gro&szlig;e Lust auf eine Fahrradrunde bekommen, um mir den Frust von der Seele zu strampeln. Also pumpte ich das Hinterrad nochmals kr&auml;ftig auf, um zum Ba [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Nach den Anstrengungen des Wochenendes hatte ich Lust auf eine Zeit f&uuml;r mich au&szlig;er Haus. Ich entschied, mein Fahrrad mit dem &bdquo;Patschen&ldquo; am Hinterrad doch nicht erst am Ende der Woche in die Hauptstadt in meine Lieblingsfahrradwerkstatt zu bringen, sondern doch in die Bezirkshauptstadt, hatte ich doch am Abend zuvor gro&szlig;e Lust auf eine Fahrradrunde bekommen, um mir den Frust von der Seele zu strampeln. Also pumpte ich das Hinterrad nochmals kr&auml;ftig auf, um zum Bahnhof zu kommen, fuhr mit dem Zug weiter und legte die letzten Meter nochmals mit dem Rad, dessen Hinterreifen die Luft immer noch behalten hatte zum Radladen. Dort wurde mir zugesagt, dass ich meinen Drahtesel schon nachmittags &ndash; und damit gerade so, um rechtzeitig wieder zuhause zu sein und das Fu&szlig;balltraining mit meiner U9-Mannschaft leiten zu k&ouml;nnen &ndash; abholen k&ouml;nne. Ich entschied mich, in der Stadt zu bleiben, obwohl es doch knappe f&uuml;nf Stunden waren, aber immerhin f&uuml;nf Stunden f&uuml;r mich. Zuerst spazierte ich zum Einkaufszentrum, dort wartete schon seit Wochen das nunmehr zum zweiten Mal reparierte Handy meiner Frau. Danach wanderte ich zur&uuml;ck in die Innenstadt, ging in mein Lieblingscafe, das zwar den Besitzer und den Namen (der mich nicht besonders anspricht), aber weder Personal noch Angebot und Atmosph&auml;re gewechselt hatte. Die ehemalige Eigent&uuml;merin hatte sich vom neuen Besitzer anstellen lassen, womit f&uuml;r Kontinuit&auml;t gesorgt war. Ich g&ouml;nnte mir den Tagesteller und ein kleines Bier, arbeitete ein wenig am mitgenommenen Laptop und genoss die Freizeit.</font><br /><br /><font size="4">Danach ging ich weiter zur Stadtb&uuml;cherei, um einerseits zwei DVDs f&uuml;r meinen J&uuml;ngsten zu borgen, andererseits wollte ich auch f&uuml;r mich zwei, drei B&uuml;cher leihen. Ich fand sowohl die beiden vom Sohnemann begehrten &bdquo;Kunststoffscheiben&ldquo; als auch die zwei von mir gew&uuml;nschten B&uuml;cher &ndash; und noch ein drittes. Mit Erich K&auml;stner&lsquo;s &bdquo;Blauem Buch&ldquo; (sein &bdquo;geheimes&ldquo; Kriegstagebuch) und zwei Werken von Henning Mankell (seinem nunmehr ins Deutsche &uuml;bersetzten ersten Roman aus 1973 &bdquo;Der Sprengmeister&ldquo; und einem Werk aus 2004 mit dem Titel &bdquo;Tiefe&ldquo;) setzte ich mich wenige Meter weiter auf eine Bank unter einen wundersch&ouml;nen, gro&szlig;en und schattenspendenden Linde, wo ich die Zeit bis zum Fahrradabholen lesend (im &bdquo;Sprengmeister&ldquo;) und sinnierend verbrachte.</font><br /><br /><font size="4">Beim Fahrrad waren in der Zwischenzeit Schlauch und Mantel getauscht worden, ich erwarb noch einen Vorderstrahler sowie ein Putzmittel, um das bis dato trotz seines Alters so gut gepflegte Rad weiterhin so gut in Schuss zu halten.</font><br /><br /><font size="4">Zuhause dann leichte Hektik, da das Kinderfu&szlig;balltraining anstand, aber auch da ging alles gut und ich musste mich nicht stressen.</font><br /><br /><font size="4">Abends dann holte ich mit einem r&uuml;hrigen Bekannten, der ein Auto samt Anh&auml;nger hatte, die Minitore aus dem Turnsaal der Volksschule in der Nachbargemeinde ab, die dort seit dem Ende der Hallentrainingssaison Mitte M&auml;rz gewartet hatten. Ich lud ihn danach noch auf ein Glas Wein zu uns nachhause ein, wir plauderten noch eine ganze Stunde lang, so lange bis uns die Nachbarin knapp vor zehn mit einer Klage drohte. Von unseren Nachbarn mit der Tochter Ronja, die jeden Morgen ab 5 Uhr ihr Schreikonzert veranstaltet, habe ich schon berichtet. Wir gut haben es die drei mit uns, weil wir so geduldig sind und nicht einmal im Traum an eine diesbez&uuml;gliche Klage gedacht haben.</font><br /><br /><font size="4">Der n&auml;chste Morgen brachte mich einmal mehr um 5.30 Uhr aus den Federn, in der Hauptstadt warteten an die 40 Menschen aus dem Pflichtschulabschlusslehrgang in der VHS Gro&szlig;feldsiedlung, um ihre Berufsorientierungs-Pr&auml;sentation zu absolvieren. Von 8.30 bis 15.45 war ich vor Ort, h&ouml;rte, fragte und motivierte, danach ging es wieder zur&uuml;ck in meine Heimat, wo ich gegen 18 Uhr noch Kurzinterviews mit den drei Neuzug&auml;ngen unserer Fu&szlig;ballklubs zur Ver&ouml;ffentlichung auf der Homepage f&uuml;hrte. Erst dann begab ich mich in den wohlverdienten Feierabend, an dem ich nach dem Abendessen und dem Zubettbringen meines J&uuml;ngsten noch die letzten beiden Folgen der ZDF-Serie Mirage anschaute &ndash; mit einem erwartbaren und durchaus &auml;rgerlichen Ende.</font><br /><br /><font size="4">Am Vormittag des folgenden Tages fuhr ich nochmals in die Bezirkshauptstadt, ich hatte ein Treffen zur &Uuml;bergabe einer Videokamera als Geburtstagsgeschenk zu seinem am kommenden Samstag bevorstehenden Ehrentag ausgemacht und mir vor wenigen Tagen online ein Buch zur Abholung in der Buchhandlung bestellt. Das Phantasien-Lexikon, das ich mir vom Geburtstagsgutschein meiner j&uuml;ngeren Tochter kaufte, sollte meinen Horizont im Hinblick auf Michael Endes &bdquo;Unendliche Geschichte&ldquo; erweitern, die ja so voller Symbolik und Tiefgr&uuml;ndigem ist, das es zu erforschen gilt. Beide Termine absolvierte ich &bdquo;in time&ldquo; und so war ich schon am sp&auml;ten Vormittag wieder zuhause. Die restliche Zeit bis zum Mittagessen nutzte ich mit Reparaturarbeiten im Garten (das Hochbeet hatte durch den anhaltenden und starken Regen der letzten Tage zwei seiner Bretter &bdquo;verloren&ldquo;, die zu kurzen Schrauben, die ich zu deren Fixierung verwendet hatte, hatten ihren Dienst aufgegeben) und zum Putzen der Fahrr&auml;der.</font><br /><br /><font size="4">Am Nachmittag stand eine weiteres U9-Training mit meiner Kinderfu&szlig;ballmannschaft an, das Wetter hielt, obwohl es anfangs ein wenig nieselte. Mein Co-Trainer war auch mit von der Partie und zum Ende hin gab es nach langer Zeit wieder einmal &Auml;rger mit meinem J&uuml;ngsten, der sich ob seiner zwei verschossenen Elfmeter so gr&auml;mte, dass er den Ball durch die Gegend schoss und sich vom Co-Trainer partout nicht verabschieden wollte, was ihm eine Moralpredigt meinerseits einbrachte.</font><br /><br /><font size="4">Gl&uuml;cklicherweise hatte er sich &ndash; ein ausgiebiges Abendessen sp&auml;ter &ndash; bis zum Beginn der Bundesliga-Begegnung zwischen seinem Lieblingsclub Rapid und dem Serienmeister der letzten Jahre aus Salzburg wieder beruhigt. Und daf&uuml;r brauchte er gute Nerven, denn nach der &uuml;berraschenden F&uuml;hrung f&uuml;r seine Mannschaft, spielte nur noch der Gegner und am Ende musste eine 2:7-Niederlage verdaut werden. Er trug es mit Fassung &ndash; ich sowieso, hatte ich doch meine Hardcore-Fanzeiten schon lange hinter mir und die waren dem Erzfeind Rapids, der Wiener Austria, gewidmet gewesen.</font><br /><br /><font size="4">Die Nacht verlief unruhig, ich stand schon um 6.30 auf, erledigte diverse &bdquo;B&uuml;roarbeiten&ldquo;, schrieb an meinem Blog und plante den ersten Umbauschritt des Wohn-Arbeitsbereiches, war ich doch am wegen der Geburtstagsfeierlichkeiten f&uuml;r unseren J&uuml;ngsten am kommenden Wochenende auf diesen Tag vorverlegten Putztag f&uuml;r die Reinigung eben jenes Bereiches zust&auml;ndig.</font><br /><br /><font size="4">Meine Liebste hatte mit unserem &Auml;ltesten einen Termin f&uuml;r seinen n&auml;chsten Ausbildungsschritt einige Kilometer weiter n&ouml;rdlich, so hatte ich sturmfreie Bude, um den auch ihr schon angek&uuml;ndigten &bdquo;Umbauschritt&ldquo; zu setzen, bei dem ich mir einen Bereich schaffen wollte, in dem ich ungest&ouml;rt und f&uuml;r mich sein konnte, so oft ich wollte. Da dieser aber nur durch einen Vorhang vom Rest des Hauses getrennt sein w&uuml;rde, war dennoch Achtsamkeit und Respekt der anderen Familienmitglieder notwendig. Dennoch sp&uuml;rte sich die Sache sehr, sehr gut an. Die Aktion beanspruchte mich mehr als erwartet, ich musste unterbrechen, um Mittagessen zu kochen, machte mich aber gleich danach ohne Mittagspause wieder ans Werk und war am Ende sehr, sehr zufrieden.</font><br /><br /><font size="4">Abends war meine Maturagruppe zu begleiten, es waren nur zwei Teilnehmende im Zoom-Meeting anwesend und so waren wir mit unserem Programm schnell durch &ndash; der Feierabend konnte fr&uuml;her beginnen, was mir nach den Anstrengungen des Tages, die sich in einer erheblichen M&uuml;digkeit zeigten, nur recht war.</font><br /><br /><font size="4">Am Vormittag des n&auml;chsten Tages machte ich mir nochmals im Garten zu schaffen, ich m&auml;hte die Spielwiese meines J&uuml;ngsten, der man momentan beim Wachsen zuschauen konnte, dann senste ich einen Teil unserer Blumenwiese rund um Birke und Tanne, da auch diese in den letzten Wochen so hoch gewachsen war, dass sie die beiden B&auml;umchen &uuml;berwucherte. </font><br /><br /><font size="4">Am Nachmittag hatte ich am &ouml;stlichen Ende der Hauptstadt zu tun, die Anreise mit den &Ouml;ffis w&uuml;rde mich knappe drei Stunden kosten, ich hatte wenig Bock auf den f&uuml;nfst&uuml;ndigen Workshop zum Thema Diversit&auml;t, den ich dort in einer Kindergruppe mit den Betreuerinnen halten sollte. Pflichtbewusst machte ich mich dennoch auf den Weg, schon ein wenig fr&uuml;her, da ich noch einige Utensilien f&uuml;r den Geburtstag meines J&uuml;ngsten am bevorstehenden Wochenende einkaufen wollte.</font><br /><br /><font size="4">Trotz der langen Anreise war ich p&uuml;nktlich vor Ort und erlebte eine sehr engagierte Gruppe von Frauen, die mir die Arbeit leicht machten. Au&szlig;erdem war auch f&uuml;r das leibliche Wohl bestens gesorgt und so verging der Abend wie im Flug. Die Heimfahrt gestaltete sich dann schwieriger als erwartet, da mir Scotty zun&auml;chst mitteilte, dass mein Zug nachhause aufgrund eines technischen Defekts ausfallen w&uuml;rde und ich daher erst eine Stunde sp&auml;ter fahren w&uuml;rde k&ouml;nnen. Das bedeutete f&uuml;r mich, erst gegen ein Uhr Fr&uuml;h zuhause sein zu k&ouml;nnen. Daher entschied ich mich, eine andere Strecke f&uuml;r die R&uuml;ckfahrt zu nehmen, womit ich nur eine halbe Stunde verlieren w&uuml;rde. Unnachgiebig wie ich nun mal bin, befragte ich w&auml;hrend der Stra&szlig;enbahnfahrt nochmal Mr. &bdquo;Beam-me-up&ldquo; und siehe da: Mittlerweile war eine Ersatzgarnitur &ndash; die sich wenig sp&auml;ter als alter Schnellbahnzug herausstellte &ndash; bereit gestellt worden. Ich konnte also meine Fahrt mit der Stra&szlig;enbahn schon fr&uuml;her beenden und meine R&uuml;ckfahrt nach urspr&uuml;nglichem Plan antreten.</font><br /><br /><font size="4">Was mir auf meiner langen Reise &ndash; deren Gro&szlig;teil ich in den &Ouml;ffis der Hauptstadt verbracht hatte &ndash; besonders unangenehm aufgefallen war: es war ein Gewusel in den Verkehrsmitteln wie in der Sto&szlig;zeit und leider hielten sich nicht alle an die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes. Diesen Menschen ging ich ver&auml;rgert aus dem Weg, einmal stieg ich sicherheitshalber sogar aus und nahm das n&auml;chste Gef&auml;hrt. Hier zeigte sich f&uuml;r mich das, was ich in diesen letzten Wochen schon &ouml;fter wahrgenommen hatte, n&auml;mlich, dass die Menschen schnell vergessen und nicht bereit sind, aus den Ereignissen zu lernen, sowohl im Kleinen (Abstand, Maske, etc.) als auch im Gro&szlig;en (was m&uuml;ssen wir &auml;ndern, damit wir Pandemien vermeiden k&ouml;nnen). Ich war an diesem Abend aber zu m&uuml;de, um mich aufregen oder gar &auml;rgern zu k&ouml;nnen. Und das war gut so. </font><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #118 und #119]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-118-und-119]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-118-und-119#comments]]></comments><pubDate>Sat, 20 Jun 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-118-und-119</guid><description><![CDATA[Zu Beginn des neuen Lebenstages stand neuerlich ein Fu&szlig;ballmatch am Plan, Sevilla und Barcelona matchten sich zu einem torlosen Unentschieden, das Spiel war aus meiner Sicht nur ansatzweise attraktiv. Wieder ging es sp&auml;ter, als es sinnvoll war, ins Bett und als mich der Radiowecker um 6 Uhr aus den Tr&auml;umen riss, war ich einigerma&szlig;en matschig. Auf dem Weg in die Hauptstadt pflasterten Leichen meinen Weg. Auf der Radfahrt zum &ouml;rtlichen Bahnhof traf ich auf einen gro&szli [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4">Zu Beginn des neuen Lebenstages stand neuerlich ein Fu&szlig;ballmatch am Plan, Sevilla und Barcelona matchten sich zu einem torlosen Unentschieden, das Spiel war aus meiner Sicht nur ansatzweise attraktiv. Wieder ging es sp&auml;ter, als es sinnvoll war, ins Bett und als mich der Radiowecker um 6 Uhr aus den Tr&auml;umen riss, war ich einigerma&szlig;en matschig. </font><br /><br /><font size="4">Auf dem Weg in die Hauptstadt pflasterten Leichen meinen Weg. Auf der Radfahrt zum &ouml;rtlichen Bahnhof traf ich auf einen gro&szlig;en Igel, der nachts auf &uuml;berfahren worden war und mit heraush&auml;ngenden Eingeweiden blutig mitten auf der Fahrbahn lag. Am Bahnhof der Bezirkshauptstadt lag ein gro&szlig;er Vogel tot auf den Gleisen. Ich erinnerte mich an Phasen in meinem Leben, als ich in den Morgenstunden auf dem Weg zu meiner damaligen Arbeit auf bei Unf&auml;llen verstorbenen Menschen getroffen war, einmal an einer U-Bahnstation den von einem Auto niedergem&auml;hten und am Gehsteig liegenden Menschen, ein anderes Mal einem Selbstm&ouml;rder, der gerade von der Feuerwehr von den U-Bahngleisen geborgen wurde und ein weiteres Mal den &bdquo;Teilen&ldquo; eines Selbstm&ouml;rders an einer Bahnstrecke. Es gibt Phasen in meinem Leben, da mag ich mit dem Tod nichts zu tun haben, das sind jene Zeiten, in denen es unrund ist, in denen Dinge offen sind, die ich jedenfalls noch kl&auml;ren m&ouml;chte. Und gerade dann fallen mir solche Ereignisse zu bzw. besonders auf. Aktuell befinde ich mich ja auch in einer solchen Phase, in der es f&uuml;r mich wichtig ist, zu entscheiden, wohin ich meine Aufmerksamkeit angesichts der Endlichkeit des Lebens richten m&ouml;chte. Die beiden toten Tiere mahnten mich an diesem Morgen eindr&uuml;cklich, diese Entscheidungen zeitnah zu treffen.</font><br /><br /><font size="4">Zudem war ich morgens aus einem Traum erwacht, in dem meine Familie und ich ohne die genauen Gr&uuml;nde zu kennen aus unserer Heimat abgeschoben werden sollten. Um wieder auf die Reihe zu kommen, schrieb ich auf der Zugfahrt in die Bundeshauptstadt an meinem Blog. In der Akademie, in der ich mich am Vormittag mit Elemetarp&auml;dagog*innen mit dem Thema Familie und Elternarbeit besch&auml;ftigen wollte, angekommen, war mir dann durchaus schon wieder wohler zu Mute. F&uuml;r den Moment konnte ich ja einer sinnvollen Besch&auml;ftigung nachgehen und war dem h&auml;uslichen Stress entflohen.</font><br /><br /><font size="4">P&uuml;nktlich trat ich dann meine R&uuml;ckreise in dem Bewusstsein an, dass mich zuhause jede Menge Aufgaben im Zusammenhang mit unserem Juhannus-Fest erwarteten. Das Wetter hatte sich eingetr&uuml;bt, es regnete, also typisches finnisches Sonnwend-Wetter, zu kalt f&uuml;r das Fest, was allerdings zumindest bei den Finn*innen die Freude auf den Sommer verst&auml;rkte. Ich lie&szlig; mich davon nicht beeindrucken und machte mich sofort nach meiner Heimkehr an die Arbeit, Es galt den Griller anzuheizen, was ich diesmal mit selbstgemachter Holzkohle, so wie ich es in meinen Pfadfindertagen gelernt hatte, tat. Mein J&uuml;ngster hatte schon alles liebevoll vorbereitet, in unserer Hof-Einfahrt standen schon die Grillutensilien bereit, ebenso war der Esstisch bereits gedeckt, Ich konnte also umgehend an meinen Teil des Werkes gehen. Gleichzeitig mit dem Griller bereitete ich die Juhannus-Sauna vor, die an einem so frischen Tag wie diesem sicher ein Genuss werden w&uuml;rde. Grillen und Saunieren hatte ich noch nie nebeneinander betrieben, es war eine Premiere, die ich mit mich selbst &uuml;berraschender Gelassenheit absolvierte. Zumindest bis zu jenem Moment, als ich meine Liebste fragte, ob sie Kartoffel und Kukuruz schon auf den Ofen gestellt hatte, was sie trotz ihrer Zusage aufgrund ihrer Aktivit&auml;ten vergessen hatte. Nun gut, gemeinsam schaffte wir auch diese H&uuml;rde und so konnten wir p&uuml;nktlich nach der Sauna unser festliches Abendessen outdoor genie&szlig;en. Die W&uuml;rstel aus dem &ouml;rtlichen Bioladen schmeckte ausgezeichnet, auch das Gem&uuml;se war hervorragend und die ganze Familie inklusive Kater Dario schmatzte.</font><br /><br /><font size="4">Zur musikalischen Untermalung unserer Festivit&auml;t hatten wir YLE Radio Suomi &uuml;ber den Laptop laufen, was die Stimmung zus&auml;tzlich verbesserte. W&auml;hrend Sohn Nr. 1 und Nr. 3 nach dem Abendessen Brettspiele spielten, chillten meine Frau und ich, sie am roten Outdoorsofa und ich ihr gegen&uuml;ber auf einem unserer Liegest&uuml;hle. Wir plauderten, rauchten die eine oder andere Zigarette, tranken Bier und genossen, wegen der K&auml;lte zugedeckt, unseren Abend. </font><br /><br /><font size="4">Nachdem sich der &Auml;lteste zur&uuml;ck gezogen hatte, machte unser J&uuml;ngster ein wenig DJ-Musik f&uuml;r uns, er erwartete voller Ungeduld den Sonnenuntergang um exakt 21:03, denn da wollte er jene Fackel anz&uuml;nden, die er bei den Feierlichkeiten zum Jahreswechsel &bdquo;am Berg&ldquo; geschenkt bekommen hatte. Aber auch damit gab er sich dann noch nicht zufrieden, hatte er doch herausgefunden, dass der Sommerbeginn heuer f&uuml;r 23:43 Uhr angek&uuml;ndigt war. So wurde es eine lange Nacht, die erst in den fr&uuml;hen Morgenstunden des Sonntags endete.</font><br /><br /><font size="4">Dieser Tag war dann weniger erfreulich, da es mit unserem &Auml;ltesten zu heftigen Diskussionen kam; es ging einmal mehr um Grunds&auml;tzliches, auch um seine Art und Weise wie er seit Jahr und Tag mit der Situation umzugehen pflegte, dass seine Eltern sich getrennt hatten und er nun in unserer Patchworkfamilie mit mir lebte. Sein grunds&auml;tzlicher Vorbehalt mir gegen&uuml;ber, der von seinem Vater durch zahlreiche Aktionen (gegen mich) gesch&uuml;rt worden war und auch noch wird, ist f&uuml;r mich schwer zu ertragen. Seine Worte befeuerten meinen sehnlichen Wunsch nach einer Auszeit, der ja vor einer Woche sehr deutlich zum Vorschein gekommen war und mich veranlasst hatte, das eine oder andere in meinem Leben, &auml;ndern zu wollen. Nach einer langen Diskussion beim Mittagstisch verlie&szlig; ich im str&ouml;menden Regen unser Zuhause, um mir Luft zu verschaffen. Ich spazierte durch das Dorf, auf dem R&uuml;ckweg kam ich bei einer Birke vorbei und schnitt Zweige f&uuml;r unseren Juhannus-Buschen, den meine Liebste in Folge ihrer Arbeit am Tag davor nicht hatte vorbereiten k&ouml;nnen. Wieder zuhause entfernte ich das Exemplar vom Vorjahr und h&auml;ngte den neuen wie immer &uuml;ber unserer Haust&uuml;re auf.</font><br /><br /><font size="4">Die mitt&auml;gliche Diskussion mit Sohn Nr. 1 flammte nach dem Abendessen wieder auf, es war auch in diesem Moment hoffnungslos, seine Sichtweise auf seine Situation zurecht zu r&uuml;cken und ihm zu verstehen zu geben, dass er diese auch als Bereicherung sehen konnte. </font><br /><br /><font size="4">So ging dieses Lebenswochenende mit &Auml;rger und Knatsch und schlechten Gef&uuml;hlen zu Ende. </font><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #117]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-117]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-117#comments]]></comments><pubDate>Thu, 18 Jun 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-117</guid><description><![CDATA[Karin KiwusL&ouml;sungIm Traum nicht einmal mehr suche ich mein verlorenes Paradies bei dir ich erfinde es besser allein f&uuml;r michIn Wirklichkeitwill ich einfach nur leben mit dir so gutes geht.Johann Wolfgang von GoetheErster VerlustAch, wer bringt die sch&ouml;nen Tage,Jene Tage der ersten Liebe,Ach, wer bringt nur eine StundeJener holden Zeit zur&uuml;ck!Einsam n&auml;hr' ich meine Wunde,Und mit stets erneuter KlageTraur' ich um's verlorne Gl&uuml;ck.Ach, wer bringt die sch&ouml;nen Tage, [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><font size="4"><strong><font>Karin Kiwus</font></strong></font><br /><font size="4"><strong><font>L&ouml;sung</font></strong></font><br /><br /><font size="4">Im Traum </font><br /><font size="4">nicht einmal mehr </font><br /><font size="4">suche ich </font><br /><font size="4">mein verlorenes Paradies </font><br /><font size="4">bei dir </font><br /><br /><font size="4">ich erfinde es </font><br /><font size="4">besser allein </font><br /><font size="4">f&uuml;r mich</font><br /><br /><font size="4">In Wirklichkeit</font><br /><font size="4">will ich </font><br /><font size="4">einfach nur leben </font><br /><font size="4">mit dir so gut</font><br /><font size="4">es geht.</font><br /><br /><br /><font size="4"><strong><font>Johann Wolfgang von Goethe</font></strong></font><br /><font size="4"><strong><font>Erster Verlust</font></strong></font><br /><br /><font size="4">Ach, wer bringt die sch&ouml;nen Tage,<br /><font>Jene Tage der ersten Liebe,</font><br /><font>Ach, wer bringt nur eine Stunde</font><br /><font>Jener holden Zeit zur&uuml;ck!</font><br /><br /><font>Einsam n&auml;hr' ich meine Wunde,</font><br /><font>Und mit stets erneuter Klage</font><br /><font>Traur' ich um's verlorne Gl&uuml;ck.</font><br /><br /><font>Ach, wer bringt die sch&ouml;nen Tage,</font><br /><font>Jene holde Zeit zur&uuml;ck!</font><br /><br /><font>Die Besch&auml;ftigung mit diesen beiden Liebesgedichten bereicherte den Beginn meines neuen Lebenstages. Die Teilnehmer*innen des von mir geleiteten Vorbereitungslehrganges f&uuml;r die Berufsreifepr&uuml;fung Deutsch, die ich diesmal wieder pers&ouml;nlich in der Volkshochschule vor mir hatte, lie&szlig;en sich bereitwillig auf die vergleichende Interpretation der beiden Texte ein. Auch mich bewegten die Zeilen der beiden Dichter*innen, die rund zweihundert Jahre voneinander entfernt gelebt hatten.</font><br /><br /><font>Auf diese Weise beschwingt schaffte ich die Radfahrt von Favoriten zum Westbahnhof trotz der sp&auml;ten Stunde und der lang gedehnten Steigung auf den letzten beiden Kilometern in einer knappen halben Stunde, womit ich mir noch ein Feierabendbier im Bahnhofsupermarkt kaufen konnte. Die Focaccia, die ich schon vorher erstanden hatte und eben jenes Bier vers&uuml;&szlig;ten mir die Zugfahrt, ich war ja mittlerweile schon ge&uuml;bt im &bdquo;Nahrung-zu-mir-Nehmen&ldquo; mit Mund-Nasen-Schutz.</font><br /><br /><font>Zuhause fiel ich recht schnell ins Bett und schon fr&uuml;hmorgens startete ich mit meinen Beitr&auml;gen zum w&ouml;chentlichen Putztag, den wir um einen Tag vorgezogen hatten, weil wir am Samstag gemeinsam mit den Finn*innen Juhannus, das Mittsommerfest zur Sommersonnenwende feiern wollten. Es ging diesmal nicht ganz ohne Hindernisse ab. Zuerst war eine Bescherung unseres Katers zu beseitigen, er hatte offenbar nachts einen Blumentopf vom Fenstersims gesto&szlig;en, dann waren meine Frau und ich uns uneins im Hinblick auf die Putzeinteilung, obwohl diese eigentlich am Kalender festgeschrieben war. Ich verbrachte dann mehr Zeit damit als mir lieb war, auch meine Liebste musste ihr Vormittagsprogramm letztlich canceln. Allgemeine Zufriedenheit sieht anders aus. In Ereignissen wie diesen zeigen sich die Auswirkungen der jahrelangen Anspannung im Hinblick auf unser Familienleben, leider. Wir m&uuml;ssen weiter lernen, den Fokus nach innen zu richten und uns nicht st&auml;ndig von au&szlig;en in die Suppe spucken zu lassen; hier sind wir immer noch viel zu oft willf&auml;hrige Diener*innen jener Menschen, die uns das Leben schwer machen wollen.</font><br /><br /><font>Auf dem Weg zum Bioladen verlor mein Rad auch noch alle Luft aus dem Hinterreifen. Ich musste es die rund 2 Kilometer voll beladen mit den K&ouml;stlichkeiten f&uuml;r unser Festessen am kommenden Tag nachhause schieben. &Uuml;berraschenderweise blieb ich sehr, sehr gelassen, plante w&auml;hrenddessen sogar die &Uuml;berf&uuml;hrung des Rads zu meinem Fahrradmechaniker in der Hauptstadt f&uuml;r kommende Woche und wusste, dass ich in der Zwischenzeit f&uuml;r die &ouml;rtlichen Wege das Fahrrad unseres &Auml;ltesten ben&uuml;tzen konnte, also alles halb so wild.</font><br /><br /><font>Danach, diesmal schon mitten am Nachmittag, war Feierabend, was angesichts des herausfordernden kommenden Tages schier angebracht war. Meine Liebste und ich planten den Ablauf, ich war ja von fr&uuml;hmorgens bis nachmittags in der Hauptstadt als Workshopleiter f&uuml;r Elementarp&auml;dagog*innen engagiert worden, danach plante ich den Grill und die Sauna anzuwerfen, um dem Juhannus-Tag sein wahres Gesicht zu verleihen. Meine Frau war damit beauftragt, die Birkenzweige f&uuml;r Vasta und unser Haus zu organisieren. F&uuml;r mich war gleich beim Kennenlernen dieses finnischen Rituals der Bezug zu unserem Fronleichnamsfest, bei dem ja auch Birken den Weg der Prozession begleiten, aufgefallen, was sicher kein Zufall ist.</font><br /><br /><font>Den fr&uuml;hen Feierabend verbrachte ich beim Chillen im Garten, auch Kater Dario genoss diese Ruhe vor dem Sturm. </font></font><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #116]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-116]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-116#comments]]></comments><pubDate>Wed, 17 Jun 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-116</guid><description><![CDATA[Der neue Lebenstag begann mit dem italienischen Cupfinale zwischen Juventus Turin und SSC Neapel, ein durchaus spannendes Spiel, das nach einem 0:0 in der regul&auml;ren Spielzeit in ein Elfmeterschie&szlig;en ging. In diesem hielt Napolis Ersatztormann (der die Nr. 1 Ospina aufgrund einer Gelbsperre vertreten hatte) gleich den ersten Elfer von Superstar Dybala hielt. Auch den zweiten Elfer vergaben die Turiner und so gelang den Neapolitanern mit einem 4:2 der erste in dieser Saison vergebene Ti [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph">Der neue Lebenstag begann mit dem italienischen Cupfinale zwischen Juventus Turin und SSC Neapel, ein durchaus spannendes Spiel, das nach einem 0:0 in der regul&auml;ren Spielzeit in ein Elfmeterschie&szlig;en ging. In diesem hielt Napolis Ersatztormann (der die Nr. 1 Ospina aufgrund einer Gelbsperre vertreten hatte) gleich den ersten Elfer von Superstar Dybala hielt. Auch den zweiten Elfer vergaben die Turiner und so gelang den Neapolitanern mit einem 4:2 der erste in dieser Saison vergebene Titel. Die Feiern in der s&uuml;ditalienischen Stadt waren laut Presse &uuml;berbordend und leider auch jenseits jeglicher derzeit in Europa und speziell in Italien geltenden Verhaltensvorschriften.<br /><br /><span></span>Ich kam zu sp&auml;t ins Bett, ich musste zu fr&uuml;h aufstehen, da ich schon um 9 Uhr in der Hauptstadt meine alle 14 Tage stattfindende Supervisionsstunde gebucht hatte. Die Zugfahrt unter &bdquo;Masken-Bedingungen&ldquo; verlief problemlos, ich h&auml;tte nie gedacht, dass ich mich an diese Notwendigkeit gew&ouml;hnen w&uuml;rde. Ich nutzte das Schaukeln des Zuges, um gen&uuml;sslich zu d&ouml;sen, vor mich hin zu tr&auml;umen und zu checken, was mich ausmacht. Zwei gro&szlig;e Gedanken setzten sich dabei fest: zum einen galt es nun endlich die Idee des Rechts auf Bildung und der Bildungsr&auml;ume umzusetzen, damit es f&uuml;r jene jungen Menschen, denen Schule und Schulsystem nicht entsprechen endlich auch einen legalen, &bdquo;geraden&ldquo; Bildungsweg gehen k&ouml;nnten; zum anderen war es dringend notwendig eine Bewegung ins Leben zu rufen, die sich f&uuml;r Bildung, Umwelt und ein solides soziales Fundament f&uuml;r jeden Menschen stark machte. Beim Nachsinnen traf ich abermals auf meinen Schmerzpunkt, jener Wunde, die ich seit meiner Kindertagen herumtrage und die immer noch schmerzt. Mir fiel ein Zitat aus einem Rosa Roth-Krimi ein (diese Krimis begannen immer mit eine Zitat), das so lautete: &bdquo;Der Regen f&auml;llt nicht mehr zur&uuml;ck nach oben. Wenn die Wunde nicht mehr schmerzt, schmerzt die Narbe.&ldquo; Wie wichtig war es, sich diesem Schmerz mit Haut und Haaren zu stellen und ihn nicht st&auml;ndig weg zu rationalisieren.<br /><br /><span></span>In der Supervision hatte ich wesentliche Erkenntnisse, ich konnte auch das eine oder andere betrauern und f&uuml;hlte mich nachher um Wesentliches leichter. So fuhr ich mit meinem Wiener Rad im Regen zum vereinbarten Treffen mit meinem &auml;ltesten Freund. Das urspr&uuml;nglich von uns ins Auge gefasste Lokal hatte geschlossen, auch eine zweite M&ouml;glichkeit konnte deswegen nicht genutzt werden. So nahmen wir mit dem vorlieb, was die Gegend bot und zogen uns in die dunkle Ecke eines Segafredo-Caf&eacute;s zur&uuml;ck. Dort plauderten wir eine Stunde lang &uuml;ber Gott und die Welt, ich zog mir noch eine Bruschetta mit Tomaten und Mozzarella rein, damit ich den Nachmittag mit knapp 40 Pr&auml;sentationen f&uuml;r Berufsorientierung und den abendlichen Pr&auml;senztermin mit meiner Berufsreifegruppe in Deutsch gut &uuml;berstehen w&uuml;rde.<br /><br /><span></span>Die Radfahrt vom Westbahnhof &uuml;ber&lsquo;s Wiental in die H&ouml;hen von Favoriten bei schw&uuml;l-feuchten Wetter hatte zur Folge, dass ich von innen her nassgeschwitzt nach einer knappen halben an meinem Ziel anlangte. Die Pr&auml;sentationen gestalteten sich &auml;u&szlig;ert z&auml;h und langwierig, man merkte, dass die Teilnehmenden durch die Situation der letzten Wochen vornehmlich Online-Unterricht gehabt hatten und nicht alle mit dieser Situation klar gekommen waren. Drei Teilnehmer*innen mussten wir daher trotz aller Bem&uuml;hungen auch negativ bewerten. Aufgrund dieser &uuml;berlangen Darstellungen kam ich erst mit einer halben Stunde Versp&auml;tung zu meinen Kandidat*innen f&uuml;r die Deutsch-Matura.<br /><br /><span></span>Wir hatten dann aber eine intensive und bewegende Zeit, wir widmeten uns der Interpretation von zwei lyrischen Texten, die uns sehr tief in die Reflexion von Liebe f&uuml;hrten.<br /><br /><span></span> </div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tag #108 - #115]]></title><link><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-108-115]]></link><comments><![CDATA[https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-108-115#comments]]></comments><pubDate>Tue, 16 Jun 2020 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://makarjalainen.weebly.com/route-55/tag-108-115</guid><description><![CDATA[Auf der Fahrt in die Hauptstadt sitze ich im Zug, h&ouml;re Stefanie Wergers &bdquo;Z&uuml;gellos und frei&ldquo; und blicke zur&uuml;ck auf eine Woche, die sich wie ein Jahr anf&uuml;hlt. Voll mit Ereignissen, vor allem im Inneren, hat sie mich zu meinem Schmerz gebracht, der mein Leben mehr bestimmt als mir lieb ist. Und dennoch &ndash; so wei&szlig; ich &ndash; ist dies der Weg, um tats&auml;chlich frei zu sein. Das Reflektieren und &bdquo;Behirnen&ldquo; ist letztlich auch nicht mehr als ein [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><em>Auf der Fahrt in die Hauptstadt sitze ich im Zug, h&ouml;re Stefanie Wergers &bdquo;Z&uuml;gellos und frei&ldquo; und blicke zur&uuml;ck auf eine Woche, die sich wie ein Jahr anf&uuml;hlt. Voll mit Ereignissen, vor allem im Inneren, hat sie mich zu meinem Schmerz gebracht, der mein Leben mehr bestimmt als mir lieb ist. Und dennoch &ndash; so wei&szlig; ich &ndash; ist dies der Weg, um tats&auml;chlich frei zu sein. Das Reflektieren und &bdquo;Behirnen&ldquo; ist letztlich auch nicht mehr als ein Davonlaufen und Schmerzvermeidung. Aber der Reihe nach.</em><br /><br /><span></span>Am Abend des Tages, an dem mein J&uuml;ngster seine Externistenpr&uuml;fung so erfolgreich bestanden hatte, ging es noch zu einer Besprechung des Vorstandes unseres Dorf-Fu&szlig;ballklubs. Die Unsicherheit bez&uuml;glich der Zunkunft des Amateurfu&szlig;balls hatte sich noch nicht gelegt, dennoch war es gelungen, fast alle Spieler zu halten und f&uuml;r die zwei Abg&auml;nge gute Nachbesetzungen zu finden.<br /><br /><span></span>Der n&auml;chste Vormittag f&uuml;hrte meinen J&uuml;ngsten und mich endlich wieder in die Stadtb&uuml;cherei, es war einfach herrlich in den Regalen mit B&uuml;chern, CDs, Kassetten und DVDs zu &bdquo;baden&ldquo; und eine geh&ouml;rige Portion davon mit nachhause nehmen zu k&ouml;nnen.<br /><br /><span></span>Beim Mittagsschlaf auf dem roten Outdoorsofa wich Kater Dario nicht von meiner Seite. Er schnurrte mich in einen angenehmen Powernap, aus dem ich erholt erwachte. Nachmittags dann<br /><span></span>kam Bewegung in die Dach-Geschichte. Unsere Vermieterin begutachtete die Situation gemeinsam mit ihrem Gatten, es wurde vereinbart, dass innerhalb von drei Wochen mit der Sanierung von Dachstuhl und Dach begonnen werden sollte.<br /><br /><span></span><span>Der Donnerstag-Feiertag war dann zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen dem Hendlgrillen beim &ouml;rtlichen Fu&szlig;ballverein gewidmet. Wieder hatten jede Menge Menschen das Angebot angenommen. </span><span>In Begleitung meines J&uuml;ngsten managte ich die Getr&auml;nkeausgabe, am Ende wurden wir mit einem halben Grillhuhn belohnt, das wir uns teilten. Es schmeckte ob seiner W&uuml;rzung vorz&uuml;glich, obwohl ich zugeben muss, dass ich eigentlich gar keine Lust drauf hatte, diesen Vogel aus Massentierhaltung zu mir zu nehmen. </span><br /><br /><span></span>Abends fiel ich nach dem zweiten Teil des Amsterdam-Krimis auf ARD ersch&ouml;pft schon um zehn ins Bett, ich erwachte morgens daf&uuml;r schon sehr fr&uuml;h. Um sechs war ich bereits im Garten, um den Sonnenaufgang zu genie&szlig;en. Kater Dario hatte sich zu mir gesellt und begehrte, auf den Arm genommen und gekuschelt zu werden &ndash; ein sehr harmonischer Morgen.<br /><br /><span></span><span>Kurze Zeit sp&auml;ter erklomm der Kater hinter meinem R&uuml;cken den alten und weit verzweigten Weinstock, um es sich am im ersten Stock der Nachbarwohnung befindlichen Fensterbrett bequem zu machen, er wollte den von ihm so gesch&auml;tzten V&ouml;geln n&auml;her kommen, wie wohl er schon mehrmals erfahren hatte, dass wir da ganz anderer Meinung waren. In den Wochen seines Hierseins und Aufwachsens hatte er beeindruckende Kletterk&uuml;nste entwickelt. Angesichts der beim Nachbarn immer gekippten Fenster, &uuml;berlegte ich mir eine Ma&szlig;nahme, die das Erklimmen des Weinstockes erschweren bzw. verunm&ouml;glichen sollten. Noch vor dem Fr&uuml;hst&uuml;ck brachte ich auf halber H&ouml;he ein Gitter an, so dass unser Kater nur noch bis unterhalb der Fensterbank klettern konnte. Neugierig wie er nun einmal ist, versuchte er kurze Zeit sp&auml;ter sein Gl&uuml;ck und musste trotz zahlreicher Versuche, die Barriere zu &uuml;berwinden, erkennen, dass es nicht m&ouml;glich war, zur Fensterbank im Obergeschoss vorzudringen. F&uuml;r mich waren diese Minuten, in denen ich ihn nicht aus den Augen lie&szlig;, auch der beste Beweis, dass meine Ma&szlig;nahmen die gew&uuml;nschte Wirkung erzielten. Ersch&ouml;pft von seinen Bem&uuml;hungen ruhte er sich noch kurz am Weinstock aus, ehe er r&uuml;cklings wieder abw&auml;rts kletterte.</span><br /><br /><span></span>Am Nachmittag war ich zu meiner j&uuml;ngeren Tochter in ihr Domizil eingeladen, ich hatte angeboten, die Rechtschreibung jener Texte, die sie f&uuml;r ihre neue Homepage geschrieben hatte, durchzugehen und dabei auch gleich ihr Haus im Weinviertel zu bestaunen. Mein J&uuml;ngster wollte sich diese Chance nicht entgehen lassen, seine Halbschwester wieder zu sehen und das Pool im Garten kennen zu lernen, das er im Sommer dann schwimmend zu erkunden gedachte.<br /><br /><span></span>Die Strecke, die mit dem Auto in 45 Minuten zu bew&auml;ltige war, kostete uns mit den &Ouml;ffis rund 2 Stunden, auch weil wir in Stockerau 45 Minuten auf den Busanschluss warten mussten. Die Wartezeit nutzte mein Sohn daf&uuml;r, sein Taschengeld im &ouml;rtlichen Supermarkt auszugeben. Im Bus waren wir die einzigen Fahrg&auml;ste, worauf sich mir wieder die Frage stellte, ob es keinen Bedarf g&auml;be oder ob es aufgrund des zu geringen Angebots alle Anwohner ein eigenes Auto oder eine PKW-Mitfahrgelegenheit nutzten. Das wird sicher auch die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung eines zuk&uuml;nftigen Pushens der &ouml;ffentlichen Verkehrs (wie etwa durch das geplante 1,2,3-Ticket) sein, Angebot und Infrastruktur so aufzustellen, dass sie von m&ouml;glichst vielen Menschen genutzt werden k&ouml;nnen.<br /><br /><span></span>W&auml;hrend meine Tochter und ich uns intensiv in ihre Homepage und das eine oder andere Gespr&auml;ch &uuml;ber unsere Leben vertieften, sa&szlig; mein Sohn auf der Terrasse ihres Hauses und nutzte die Zeit, seine vom Taschengeld angeschafften Neuerwerbungen zu lesen bzw. auszuprobieren. Dann gab er sich noch das eine oder andere Filmchen am Handy. Zuletzt a&szlig;en wir noch Kuchen, bewunderten die beiden Kater meiner Tochter und wurden nochmals f&uuml;r den Sommer zum Schwimmen f&uuml;r den dann gef&uuml;llten Pool eingeladen. Wir versprachen wiederzukommen und das in erweiterter Familienbesetzung.<br /><br /><span></span>Unser Abendessen nahmen wir dann w&auml;hrend der erneuten Wartezeit in Stockerau ein. Wir kamen gerade rechtzeitig heim, um das Freitagsspiel der Deutschen Bundesliga anschauen zu k&ouml;nnen. Danach fielen wir ersch&ouml;pft in unsere Betten.<br /><br /><span></span>Der darauffolgende Samstag diente dem Putzen und den w&ouml;chentlichen Gro&szlig;eink&auml;ufen. Nachmittags stand das erneut Fu&szlig;ball, diesmal die &ouml;sterr. Bundesliga am Programm. Bei mir und meinem J&uuml;ngsten bemerkte ich leichte Verschlei&szlig;erscheinungen wegen des vor kurzem zu Ende gegangenen Pr&uuml;fungsstresses. Es lag eine gewisse gereizte Stimmung in der Luft und ich versp&uuml;rte den Anflug einer Ersch&ouml;pfungsdepression, die sich meiner schon &ouml;fter in meinem Leben &ndash; und zwar immer nach dem erfolgreichen Abschluss einer l&auml;nger andauernden Aufgabe &ndash; bem&auml;chtigt hatte. Ich f&uuml;hlte mich damit gar nicht wohl, waren doch in den n&auml;chsten Tagen und Wochen noch andere Herausforderungen zu bew&auml;ltigen, die jede Menge Kraft brauchten. F&uuml;r einen H&auml;nger oder eine Pause schien jetzt wirklich keine Zeit zu sein.<br /><br /><span></span>Am n&auml;chsten Tag dann, einem Sonntag, eskalierte die Angelegenheit insofern, als mein J&uuml;ngster beim gemeinsamen Schauen des Bundesligamatches zwischen WAC und Rapid (dessen Fan er ist) wegen der schlechten Leistung seines Lieblingsklubs bei einer weiteren vergebenen Chance die Nerven verlor und einen leeren Weinkarton, den ich f&uuml;r unseren Kater zum Spielen auf dem Boden platziert hatte, auf Kater Dario kickte. Daraufhin schickte ich ihn in sein Zimmer zur Beruhigung, genervter und sch&auml;rfer als &uuml;blich. Im darauf folgenden Konflikt, den auch das 2:1 f&uuml;r Rapid nicht entsch&auml;rfte, f&uuml;hlte ich mich &uuml;berfordert. Ich versp&uuml;rte mit einem Mal den innigen Wunsch nach einer Auszeit, nach einer Zeit, die mir erm&ouml;glichte, das zu tun, worauf ich Lust hatte und nicht von einer Verpflichtung in die n&auml;chste zu torkeln. Dieses Bed&uuml;rfnis &auml;u&szlig;erte ich auch gegen&uuml;ber meine Frau heftig und mit Nachdruck &ndash; und stie&szlig; sie damit v&ouml;llig vor den Kopf. Eine L&ouml;sung schien noch weiter entfernt als kurz vorher, zumal mir im Streitgespr&auml;ch mit ihr einfach alles einfiel, was mir nicht passte. Da auf diese Weise keine L&ouml;sung zu erreichen war, nahm ich mir eine Auszeit und fuhr mit dem Fahrrad zum Heurigen, um &ndash; wie geplant &ndash; Traubensaft zu kaufen. Dort traf ich auf Bekannte, einer von ihnen lud mich auf einen G&lsquo;spritzten ein. Auf mehr hatte ich aber absolut keine Lust. Ich plauderte Belangloses, kippte den Spritzwein schnellstm&ouml;glich runter, zahlte den Traubensaft und dampfte wieder ab.<br /><br /><span></span>Die Nacht verlief denkbar schlecht, die Spannung schn&uuml;rte mir den Atem, mein Gef&uuml;hl des &bdquo;Einfach-Raus&ldquo; wurde st&auml;rker und st&auml;rker. Ich nahm mir also den n&auml;chsten Vormittag frei, schlief lang, fr&uuml;hst&uuml;ckte nicht, bestellte bei meiner Frau das gemeinsame Mittagessen ab und setzte mich auf mein Fahrrad. Ziellos fuhr ich los, um schlie&szlig;lich im Gro&szlig;markt und im Einkaufszentrum der Bezirkshauptstadt zu landen. Beim ersten kaufte ich im Angebot 5 Kilogramm einheimischer Erdbeeren und Gelierzucker, weil ich Lust hatte, die Jahresration an Erdbeermarmelade herzustellen. Im anderen erwarb ich Zigarettentabak, eine Vakuum-Tabakdose und einen Stein, der mit Wasser getr&auml;nkt und zum Tabak gelegt, diesen feucht halten sollte, da ich ja &ndash; wie schon geschrieben &ndash; Genussraucher bin. F&uuml;r meinen J&uuml;ngsten erwarb ich drei Hefte, die ihm dabei helfen sollten, seinen Vorsatz das Sch&ouml;nschreiben zum schulischen Jahresthema zu machen, gut umsetzen zu k&ouml;nnen. Ich kaufte mir auch noch einen kleinen Mittagsimbiss und einen Sommerhut. Es tat so gut, sich dem zu widmen, was mir wichtig war. Auf der Heimfahrt konnte der Gep&auml;cktr&auml;ger meine Fahrrads das ihm auferlegte Gewicht der Einkaufstasche nicht halten und lie&szlig; bei einer Bodenwelle alles auf die Erde plumpsen. Ich klaubte Erdbeeren und die anderen Eink&auml;ufe die bunt gemischt auf der Stra&szlig;e lagen geduldig wieder auf und legte den weiteren Weg zu Fu&szlig; und mein Fahrrad schiebend zur&uuml;ck.<br /><br /><span></span>Zuhause angekommen machte ich mich umgehend ans Marmelademachen und zwei Stunden sp&auml;ter war alles in die daf&uuml;r vorbereiteten Gl&auml;ser gef&uuml;llt. Und weiter ging&lsquo;s zum Fu&szlig;balltraining, das ich lieber ausfallen h&auml;tte lassen, was ich aber aus Pflichtgef&uuml;hl nicht tat. Die Stimmung zwischen meinem J&uuml;ngsten und mir war noch angespannt, w&auml;hrend des Trainings aber lockerte sich diese zusehends und wir fuhren guter Laune nachhause.<br /><br /><span></span>Abends hatte ich dann noch die Jugendtrainerbesprechung im Fu&szlig;ballverein, der ich abwesender als sonst beiwohnte, weil ich mich immer noch nach Ruhe und Eigenzeit sehnte. Die nahm ich mir dann danach, in dem ich bis sp&auml;tnachts Teil 3 und 4 des ZDF-Mehrteilers Mirage anschaute.<br /><br /><span></span>M&uuml;de und ersch&ouml;pft machte ich mich am n&auml;chsten Tag an die Gestaltung der letzten Ausgabe meiner Sendereihe &bdquo;Nie-mehr-Schule&ldquo; auf Radio Orange. Die mehr als f&uuml;nf Jahre, in denen ich dieses Magazin f&uuml;r alle, die Bildung ver&auml;ndern wollen, gestaltet hatte, haben mich in eine neue Bewusstseinsstufe bez&uuml;glich Bildung von (jungen) Menschen gebracht, Ich hatte viele Menschen kennenlernen d&uuml;rfen, die mir einen neuen, differenzierten Blick auf das Thema geschenkt hatten und die mir letztlich jenen Impuls gegeben haben, der nun zum Ende meiner Radioshow f&uuml;hrten. Ich will von nun an selber anpacken und nicht blo&szlig; dar&uuml;ber berichten. Dazu ein anderes Mal mehr.<br /><br /><span></span>F&uuml;r den Abend war ich zum j&auml;hrlichen Open Space im Radio angemeldet, sagte aber aufgrund meiner aktuellen Situation und des dringenden Bed&uuml;rfnisses nach Zeit mit mir selbst dann &ndash; schweren Herzens zwar &ndash; ab. Zudem hatte meine Frau den n&auml;chsten politischen Termin, n&auml;mlich Gemeindevorstandssitzung und unsere Jungs waren noch keineswegs auf diese Herausforderung, sich n&auml;mlich &ouml;fter mal selbst zu versorgen, vorbereitet. Auch das musste sich dringend &auml;ndern.<br /><span></span>Der Abend war dann doch eher wieder Sohn Nr. 3 gewidmet als mir selbst, aber auch er war durch die Ereignisse vom vergangenen Sonntag noch unrund.<br /><br /><span></span>Angesichts eines am n&auml;chsten Tag bevorstehenden Zahnarzttermins schlief ich unruhig. Eine mir erst vor wenigen Wochen &bdquo;verabreichte&ldquo; Plombe hatte sich vor wenigen Tagen in mehreren Etappen verabschiedet. Ich machte mir schlimme Gedanken, musste der Zahn wom&ouml;glich wurzelbehandelt oder vielleicht sogar ganz entfernt werden? Nach dem Erwachen f&uuml;hlte ich mich ger&auml;dert, machte mich nach einem kleinen Fr&uuml;hst&uuml;ck sorgenvoll auf den Weg zu meiner Zahndoktorin, die ich trotz ihrer Jugend bislang als &auml;u&szlig;erst kompetent erlebt hatte, im Gesundheitszentrum der Bezirkshauptstadt. Ich kam p&uuml;nktlich an die Reihe, sagte ihr, wo der Schuh dr&uuml;ckt und innerhalb von sieben Minuten war ich &bdquo;geheilt&ldquo; wieder entlassen, so dass ich am Bahnhof den direkten Retourzug erreichte und die Meinen damit &uuml;berraschte, dass ich eine Stunde fr&uuml;her als geplant zuhause war.<br /><br /><span></span>Nachmittags dann ein weiteres Training mit meinem U9-Fu&szlig;ballteam, gl&uuml;cklicherweise war mein Co-Trainer anwesend und so konnte ich der stressigen Situation entkommen, dass ich gleich nach Trainingsende einen Onlinekurs zu geben hatte, den zweiten Teil meines Sprachf&ouml;rderungsworkshops f&uuml;r elementarp&auml;dagogische Fachkr&auml;fte, der kurz nach dem Shutdown h&auml;tte stattfinden sollen und der dann abgesagt bzw. verschoben wurde. Es war eine wunderbare Zusammenarbeit mit diesem fu&szlig;ballerfahrenen Mann, der sich einerseits sehr gut auf mich, andererseits ebenso gut auf die Jungs einstellen kann. So konnte ich ihm beruhigt die letzte Trainingsviertelstunde alleine &uuml;berlassen und rechtzeitig zum Onlinemeeting zuhause am Laptop sitzen.<br /><br /><span></span><em>Die Woche ging trotz ihrer F&uuml;lle wie im Wirbelwind vorbei &ndash; und der geplante R&uuml;ckzug zu mir selbst fand einmal mehr nicht statt. Dennoch lie&szlig; sich der Schmerz meiner Ur-Wunde &ndash; wie ich sie nenne &ndash; nicht l&auml;nger unterdr&uuml;cken, er schwappte in verschiedenen Momenten, die ich hier nicht n&auml;her beschrieben habe, immer wieder hoch. Nur in der direkten Konfrontation mit ihm, liegt die Chance auf seine Heilung - oder sagen wir besser Integration. Mal sehen. </em><br /><span></span> </div>]]></content:encoded></item></channel></rss>